Europäische Zusammenarbeit bei der Abscheidung und Speicherung von CO₂

Für HeidelbergCement unterzeichnete Dr. Bernd Scheifele (r.) die Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit Equinor-CEO Eldar Sætre©HeidelbergCement 

Oslo, 5. September 2019. Der norwegische Energiekonzern Equinor hat im Auftrag der Partner des Northern Lights-Projekts mit sieben europäischen Unternehmen Absichtserklärungen zur Entwicklung von Wertschöpfungsketten für die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CCS – Carbon Capture and Storage) unterzeichnet. Das Northern Lights-Projekt ist eine Initiative der Energiekonzerne Equinor, Shell und Total zur Entwicklung eines CO₂-Speichers auf dem norwegischen Festlandsockel. Die Unterzeichner der Absichtserklärung sind Air Liquide, Arcelor Mittal, Ervia, Fortum Oyj, die HeidelbergCement AG, Preem und Stockholm Exergi. Die Zeremonie fand am Rande der European High Level Conference on Carbon Capture and Storage (CCS) in Oslo statt.

Das Nordlichtprojekt umfasst den Transport, die Aufnahme und die dauerhafte Speicherung von CO₂ im nördlichen Teil der Nordsee. Das Speicherprojekt ist Teil des Demonstrationsprojekts „Full-scale CO₂ handling chain in Norway“ des norwegischen Staates .

Die Absichtserklärungen implizieren, dass die Parteien
– Lösungen für den Transport und die Speicherung von CO₂ entwickeln;
– einen Zeitplans für eine mögliche endgültige Investitionsentscheidung und Inbetriebnahme erarbeiten;
– mit nationalen Behörden und der EU zusammenarbeiten.

Eine Investitionsentscheidung soll 2020 fallen.

Derzeit sind mehr als 150 Mitarbeiter von Equinor, Total und Shell am Northern Lights-Projekt beteiligt. Ende 2019 soll eine Bestätigungsbohrung für die CO₂-Speicherung in der Johansen-Formation durchgeführt werden, um die Eignung und Kapazität des Speichers für CO₂ zu untersuchen. Anfang dieses Jahres beschlossen die Behörden die finanzielle Unterstützung der Bohrung.

Die HeidelbergCement-Tochtergesellschaft Norcem im norwegischen Brevik ist seit 2011 an einem Projekt zur Kohlendioxidspeicherung in der Zementindustrie beteiligt. Das CCS-Projekt „Northern Lights“ der norwegischen Regierung wurde in drei verschiedenen Industriebereichen durchgeführt, darunter auch im Zementwerk in Brevik. Die abgeschiedenen CO2-Emissionsmengen sollen entsprechend der Planung ab dem Jahr 2023 in leere Öl- und Gasfelder unter der Nordsee verbracht und dort dauerhaft gespeichert werden. Anfang 2018 entschied die norwegische Regierung, Brevik für den CO2-Abscheidungsversuchs im großindustriellen Maßstab in die engere Wahl zu ziehen.

Die jetzt unterzeichnete Vereinbarung mit Equinor sei ein weiterer Schritt zur Realisierung dieses CCS-Projekts, teilt der Konzern mit. Die Vereinbarung beinhalte die Prüfung der Möglichkeiten, CO2 auch aus anderen Zementwerken von HeidelbergCement für die Speicherung im norwegischen Festlandsockel abzuscheiden. Beide Unternehmen wollen außerdem an der Optimierung der CO2-Transportkette arbeiten und so CCS als Lösung für die CO2-Entsorgung in ganz Europa ermöglichen.

„Wir haben gezeigt, dass wir Kohlendioxid im großindustriellen Rahmen in unserem Zementwerk in Brevik abscheiden können“, so der HeidelbergCement Vorstandsvorsitzende Dr. Bernd Scheifele. „Unser Projekt ist derzeit das technisch ausgereifteste in der Zementindustrie. Wir planen in Brevik die Abscheidung von rund 400.000 Tonnen CO2 pro Jahr – das entspricht rund 50 % der Emissionen des Werkes. Für uns ist CCS – neben unseren Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes – ein weiteres wichtiges Element zur Realisierung unserer Vision, bis 2050 einen CO2-neutralen Beton zu produzieren.“ 

HeidelbergCement will seine spezifischen Netto-CO2-Emissionen pro Tonne Zement bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Die Zielsetzung ist von der Science Based Target initiative (SBTi) verifiziert und im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen. Damit ist HeidelbergCement das erste Zementunternehmen weltweit mit wissenschaftlich geprüften CO2-Reduktionszielen. Bis 2018 wurde bereits eine Absenkung von 22 Prozent erreicht. Bis spätestens 2050 will HeidelbergCement seine Vision eines CO2-neutralen Betons realisieren.

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