Trotz Absturz im zweiten Test – Google’s fliegende Windräder sind Realität

Fliegende Windräder sind Realität. Das bewiesen die Tests von Makani Power vor der norwegischen Küste.@Makani

Karmøy, 3. September 2019. Nach einem ersten erfolgreichen Testflug der fliegenden Windräder der Gooogle-Tochter Makani Power auf dem maritimen Testgelände vor Karmø in Norwegen ist das Gerät beim zweiten Testflug abgestürzt. Das berichten norwegische Medien. Das Unternehmen wertete die Tests trotzdem als Erfolg. „Im August 2019 demonstrierte Makani den Windflug von einer schwimmenden Plattform in Karmøy aus. Unser erfolgreicher Test bestätigte, dass unsere Modelle der Realität entsprechen und brachte uns der Kommerzialisierung einen großen Schritt näher“, heißt es auf der Makani-Website.

Das kalifornische Unternehmen Makani, seit 2013 Teil von Googles Innovationsunternehmen X, forscht seit über zehn Jahren an der Technologie von fliegenden Windrädern. Im Sommer dieses Jahres beteiligte sich der Energiekonzern Shell an Makani Power. 

Die Technologie der fliegenden Windräder basiert auf einem fliegenden Drachen, der Strom erzeugt. Der Drachen ist über einen Draht an einer verankerten Boje befestigt. Er hat eine Flügelspannweite von 28 Metern und wird vom Wind in der Schleife bewegt. Der Drache wird so mit einem eigenem Computer gesteuert, dass der Wind optimal genutzt werden kann. An den Flügeln des Drachens sind acht Windturbinen montiert, die Strom erzeugen, der dann zur Boje und weiter per Kabel an Land transportiert wird. Der Vorteil gegenüber schwimmenden Windrädern besteht darin, dass die Makani-Drachen als Basis nur eine einfache Spierentonne benötigt, eine Boje, die zur Markierung von Schiffswegen eingesetzt wird.

Im August dieses Jahres wurde die neue Technologie zum ersten Mal auf See, wenige Kilometer westlich von Karmøy, getestet. Der Drache war an einer Stahlboje befestigt, die 45 Meter tief im Meer verankert war. Mit diesem ersten Flug habe das Unternehmen gezeigt, dass es den Drachen aus dem Wasser holen und dann auf einer schwimmenden Plattform im Ozean landen könne, erklärte Andrea Dunlap, Kommunikationsmitarbeiter von Makani Power, gegenüber Teknisk Ukeblad.

Beim zweiten Testflug erzeugte der Drachen Elektrizität, während er mit der Boje verbunden war. Allerdings landete er nicht auf der Plattform, sondern im Meer. “Auch wenn dieser Drache durch unvorhergesehene Ereignisse verloren gegangen ist, haben wir hier die Möglichkeit, mehr zu lernen”, so Andrea Dunlap weiter. Makani werde das gesammelte Wissen aus diesem Sommer nutzen, um das Offshore-System der nächsten Generation zu entwickeln.

Sehen Sie hier das Video vom ersten Flug der Windturbine über dem Meer.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Habeck-Besuch in Norwegen: Engere Zusammenarbeit bei Wasserstoff, Batterien, Offshore-Wind und CCS vereinbart