Deutschland und nordische Länder wollen enger zusammenarbeiten

Stefan Löfven (Schweden), Angela Merkel, Antti Rinne (Finnland), Katrin Jakobsdóttir (Island), Erna Solberg (Norwegen) und Mette Frederiksen (Dänemark) in Reykjavik©Sigurjón Ragnar

Reykjavik, 20. August 2019.  Die nordischen Staaten wollen bis 2030 die nachhaltigste Region der Welt sein. Das beschlossen die Regierungschefs Islands, Norwegens, Dänemarks, Schwedens und Finnlands bei einem informellen Treffen in Reykjavik, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen war. Dabei geht es um eine engere Zusammenarbeit für  einen grünen, wettbewerbsfähigen und einen sozial nachhaltigen Norden. Deutschland soll ein enger Kooperationspartner in Fragen der Nachhaltigkeit, der Zukunft der Arbeit und der Zukunft der Demokratie sein. Den Auftritt beim UN-Klima-Gipfel in New York im September wollen die Regierungschefs vorab absprechen. Aus der Zusammenkunft soll eine Plattform entstehen, im Rahmen derer die Länder in der Zukunft strukturierter über die Themen beraten können.

“Die nordischen Länder und Deutschland teilen viele Interessen, Ansichten und Werte. Daher hoffe ich, dass dies der Beginn eines noch engeren nordisch-deutschen Dialogs und einer noch engeren Zusammenarbeit sein kann, nicht zuletzt in Bezug auf Klima und Umwelt“, sagte Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der Regierungschefs betonte Merkel, dass “der Preis des Nichtstuns mit Sicherheit höher sein wird als der Preis des Handelns“. Die Bundeskanzlerin hob Herausforderungen der Demokratie in Zeiten der Digitalisierung hervor. “Im Grunde genommen erleben wir eine große Revolution”, sagte Merkel. “Im Internet kann jeder seine Beiträge schreiben. Bislang war das sozusagen eine Angelegenheit von wenigen, von Zeitungen oder von Politikern, die Reden geschrieben haben. So wie bei der Erfindung des Buchdrucks plötzlich alle lesen konnten, können sich heute im Internet alle äußern. Wir brauchen daher völlig neue Kommunikationsmethoden.”

Im Mittelpunkt des Treffens der Ministerpräsidenten mit Führungskräften großer nordischer Unternehmen, die Mitglied der  Initiative “Nordic CEOs for Sustainable Future” sind, stand die Frage, wie Regierungen und Unternehmen zusammenarbeiten können, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. “Für die Politik ist es nicht möglich, diese Ziele allein zu erreichen. Wir sind auf die Geschäftswelt angewiesen, und deshalb ist ihre Initiative sehr willkommen“, sagte Solberg.

Zu den in der Gruppe vertretenen Unternehmen gehören Equinor, GSMA, Hydro, Islandsbanki, Marel, Nokia, Posten Norge, SAS, Storebrand Group, Swedbank, Telenor Group, Telia Company, Vestas und Yara International.

Lesen Sie hier den Entwurf einer gemeinsamen Erklärung der nordischen Premierminister und der nordischen “CEOs für eine nachhaltige Zukunft” in englischer Sprache.

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