Norwegische Wissenschaftler fordern Einigung auf höhere Brennstoffpreise

Oslo, 26. Juli 2019. Neun renommierte norwegische Ökonomen der University of Oslo, von Statistics Norway, OsloMet und der Norwegian University of Life Sciences fordern in der internationalen Zeitschrift “Science” mehr Engagement der Exporteure von Öl, Gas und Kohle zur Erreichung der Klimaziele. In dem Artikel “The case for a supply-side climate Treaty” schlagen sie ein Klimaabkommen zwischen den Exporteuren von Öl, Kohle und Gas vor. Eine solche Vereinbarung würde nach Ansicht der Wissenschaftler die Wahrscheinlichkeit erhöhen, das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen. 

“Wenn das Angebot an fossilen Brennstoffen verringert wird, steigen die internationalen Preise für fossile Brennstoffe. Länder mit ehrgeizigen Klimazielen können so ihre Maßnahmen im Pariser Abkommen stärker beeinflussen. Erhöhte Preise verhindern, dass CO2-Emissionen in andere weniger ehrgeizige Länder verlagert wird”, erklärt Karine Nyborg von der Universität Oslo.

Erhöhte internationale Preise würden auch das Geschäfts- und Forschungsumfeld dazu anregen, neue emissionsarme Technologien zu entwickeln, nicht nur in Ländern, die eine aktive und wirksame Klimapolitik verfolgen, sondern in allen Ländern, erklärt Mitautor Taran Fæhn, Forschungsdirektor bei Statistics Norway.

Der Artikel argumentiert, dass dies keine teure Politik sein muss. Sollte das Pariser Abkommen erfolgreich sein, werde die Produktion von Öl, Kohle und Gas in jedem Fall mit dem Verbrauch sinken. Eine gleichzeitige Beschränkung des Angebots wirke sich dann nicht zusätzlich auf die Emissionen aus, schade aber auch nicht. Im Gegenteil, so die Autoren des Artikels, könne dies die Klimapolitik verbilligen, indem Investitionen in die Erforschung und Gewinnung fossiler Brennstoffe, die sich später als unrentabel erweisen, abgewendet werden.

Sollte das Pariser Abkommen andererseits scheitern, werde eine internationale Beschränkung der Versorgung mit fossilen Brennstoffen sicherstellen, dass die Welt dennoch den schlimmsten Klimawandel vermeidet. Auf diese Weise fungiere eine solche Vereinbarung als Versicherungssystem.

“Bisher zögerten viele Hersteller fossiler Brennstoffe, Zusagen zum im Pariser Abkommen zu machen. Die Einbeziehung der Angebotspolitik in die Klimapolitik kann diese Länder mitnehmen. Die Erzeugerländer werden verlieren, wenn sie die Ressourcen unberührt lassen, aber von der Tatsache profitieren, dass die internationalen Kraftstoffpreise steigen”, sagt Geir Asheim, Professor an der Universität Oslo.

Kontakt:
Karine Nyborg, Universität Oslo, Tel.: +47924 64 951. 

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