Diskussion in Norwegen um CO2-Ausstoß von Freizeitbooten

Der Hafen in Son©BPN

Oslo, 18. Juli 2019. Mitten in der Urlaubszeit führt Norwegen eine Debatte über die Auswirkungen von Freizeitbooten auf die Umwelt. Dabei beziehen sich die Akteure auf eine Studie des Umweltamtes Ostfoldforskning vom vergangenen Jahr sowie auf Angaben der norwegischen Statistikbehörde SSB, wonach die gesamten Emissionen von Freizeitbooten 2017 531.000 Tonnen CO2 -Äquivalente betrugen. Das ist mehr als alle Fischerboote des Landes verursachen (339.000) und enorm höher als alle Motorräder, Mopeds und Schneemobile zusammen (146.000).

Bootimporteure und der Handelsverband Norboat halten dagegen. Der Importeur von Suzuki-Außenbordmotoren glaubt laut der Tageszeitung DN, dass die Emission im schlimmsten Fall die Hälfte der in der Studie angegebenen CO2-Ausstoßes betrage.

In Norwegen gibt es mehr als 900.000 Freizeitboote, von denen laut Boat Life Survey 2018 fast 60 Prozent mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Und auch der Chefredakteur von Teknisk Ukeblad (TU), Jan M. Moberg, weist in einem Kommentar darauf hin, dass neue Motoren weniger verbrauchen und nicht die Berechnungsgrundlage der Studie waren.  Angesichts der Tatsache, dass neue und moderne Motoren – sowohl Diesel- als auch insbesondere Zwei- und Viertakttaktmotoren – in den letzten Jahren effizienter geworden sind, sei es angebracht, dass die Umweltdirektion ihre Berechnungen erneut überprüft, so Moberg. Allerdings bleibe die Tatsache bestehen: “Der Verbrauch ist himmelhoch.”

Der norwegische Verband der Elektroboote ist der Ansicht, dass viele dieser Boote elektrifiziert werden können. “Es ist wichtig, die Möglichkeiten herauszustellen, die die Sportboote haben, um zum norwegischen Klimabudget beizutragen. Es handelt sich um eine Flotte mit vielen Emissionen, die jedoch normalerweise nur kurze Strecken zurücklegt, sodass keine sehr große Kapazität erforderlich ist. Mit einer guten Ladeinfrastruktur, korrekten Anreizen und einigen Innovationen ist die Elektrifizierung dieser Flotte voll realisierbar”, sagte die Vorstandsvorsitzende Birgit M. Liodden Anfang des Jahres gegenüber TU.

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