Norwegen schaltet letzten Forschungsreaktor JEEP II ab

Der Forschungsreaktor JEEP II©IFE

Oslo, 25. April 2019. Der letzte norwegische Forschungsreaktor JEEP II wird abgeschaltet. Wie der Vorstand des Instituts für Energietechnik (IFE) mitteilt, habe die Schließung aber nur begrenzte Auswirkungen auf die Forschung des Instituts. Man konzentriere sich weiter auf auf Forschung und Entwicklung in den Bereichen Energie, Digitalisierung, Nukleartechnologie und Radiopharmaka. Grund des Stopps sei die technischen und wirtschaftlichen Gesamtbewertung zum Zustand des Reaktors.

JEEP II ist Norwegens letzter Reaktor in Betrieb. Er wurde 1967 für Forschungszwecke auf nationaler und internationaler Ebene gebaut und in den Bereichen Physik, Material, Krebsmedizin, erneuerbare Energien sowie der nuklearen Abrüstung eingesetzt.

IFE hatte den Reaktor im Dezember 2018 für eine umfassende Überprüfung abgeschaltet. Wie sich herausstellte, würde eine Reparatur einen langfristigen Stillstand des Reaktors mit beträchtlichen Reparaturkosten erfordern, die die finanziellen Möglichkeiten von IFE übersteigen, teilt das Institut mit. Der Staat finanziere das Abfallmanagement und die Stilllegung, jedoch würde die Verantwortung für die Reparatur und den weiteren Betrieb des JEEP II-Reaktors beim Institut liegen.  IFE habe nicht die Mittel, um das Risiko des Weiterbetriebes selbst zu tragen, informierte das Institut über den Beschluss des Vorstandes.

“Der Reaktor von Kjeller hat seit über 50 Jahren zu hervorragender Forschung am IFE beigetragen, national und international. Der Reaktor war ein einzigartiges Werkzeug für die Materialforschung und die Nanowissenschaften, das zur Entwicklung nachhaltiger Lösungen für erneuerbare Energien und Energiespeicher wie Batterien und Wasserstoff von Nutzen war“, sagt Nils Morten Huseby, CEO von IFE.

Im Juni 2018 wurde bereits entschieden, den Forschungsreaktor in Halden nach 60 Jahren abzuschalten. Damit beendet Norwegen sein 1948 gestartetes nationales Nuklearprogramm.

Die Schließung des Reaktors bei Kjeller wird zu veränderten Kompetenzanforderungen und zu einer Verringerung der Mitarbeiterzahl des IFE führen.


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