Norwegens Arbeiterpartei will keine Ölbohrungen auf den Lofoten

Parteivorsitzender Jonas Gahr Støre auf dem Parteitag der Arbeiterpartei in Oslo©Arbeiterpartei/Video

Oslo, 8. April 2019. Auf den Lofoten, Vesterålen und Senja wird vorerst nicht weiter nach Öl- und Gas gesucht. Norwegens Arbeiterpartei hat auf ihrem Parteitag am Wochenende entschieden, den einstweiligen Stopp der Erkundung von Öl- und Gasvorkommen auf diesen Inseln nahe der Arktis nicht aufzuheben. Schätzungen zufolge lagern dort große Vorkommen an Öl und Gas im Meeresboden. Mit dieser Entscheidung kann die Arbeiterpartei im Parlament Storting eine solide Mehrheit zu dieser Frage erreichen.

Wie Parteichefs Jonas Gahr Støre auf einer Pressekonferenz mitteilte, befürworte die Arbeiterpartei die Entwicklung anderer Industrien in diesen Meeresgebieten, einschließlich Fischerei, Tourismus und Entwicklung erneuerbarer Ressourcen.

Der Chef der Arbeiterpartei wies in seiner Rede vor etwa 300 Delegierten auf das Klima als die größte Herausforderung unserer Zeit hin, verwies aber auch auf die Chancen, die der Übergang bringen wird – in der Schifffahrt, in der Stromerzeugung und in der Waldbewirtschaftung. Er forderte vor allem den verstärkten Einsatz von Holz als Ersatz für Kunststoff und Öl. Nicht zuletzt betonte er die Bedeutung des Aufbaus einer neuen Industrie auf den Schultern der heutigen Öl- und Gasindustrie. Die norwegische Öl- und Gasindustrie spiele eine entscheidende für den Erfolg der Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid, und Norwegen werde weiterhin an der Spitze der CO2-Abscheidung stehen. Die Mitarbeiter in der Öl- und Gasindustrie könnten auch bei der Entwicklung einer globalen Schiffsindustrie eine Vorreiterrolle einnehmen. Die norwegische Zulieferindustrie könne die beste der Welt sein, auch bei Offshore-Wind, betonte Støre Er kündigte auch an, dass die Arbeiterpartei strengere Regeln für die Öl- und Gasindustrie vorgeben will. Die Behörden und die Industrie müssten gemeinsam eine Frist setzen, wann der norwegische Festlandsockel als erstes Öl- und Gasfördergebiet der Welt völlig emissionsfrei sein wird. Allerdings müsse die Öl- und Gasindustrie entwickelt, nicht eingestellt werden.

“Wir werden kein Enddatum festlegen”, sagte Støre. “Die Politik der Arbeitspartei besteht in der Zusammenarbeit mit der Öl- und Gasindustrie.”

Elf der 15 Delegationen aus den Bezirken hatten sich dafür ausgesprochen, auf den Lofoten, Vesterålen und Senja weiter zu erkunden, welche Folgen eine Öl- und Gasförderung hat. Mit ihrer Entscheidung zum weiteren Stopp der Folgeerkundung hat die Arbeiterpartei aber nicht für einen dauerhaften Schutz gestimmt, wie von der Jugendorganisation AUF gewünscht, sondern lediglich dafür, das Thema Erkundung in dieser Region nicht weiter zu verfolgen.

Klima- und Umweltminister Ola Elvestuen von der liberalen Partei Venstre lobte die Arbeiterpartei für die Entscheidung, ist jedoch der Meinung, dass die Partei einen dauerhaften Schutz der Lofoten, Vesterålen und Senja befürwortet haben sollte.

“Der Arbeiterpartei bot sich eine historische Gelegenheit, sich für einen dauerhaften Schutz vor Ölbohrungen in den Meeresgebieten der Lofoten, Vesterålen und Senja einzusetzen. Sie hätten diese gefährdeten Gebiete vollständig und dauerhaft schützen sollen”, erklärte er gegenüber TU.

Die Gewerkschaften zeigten sich Medienberichten zufolge enttäuscht von der Entscheidung.

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