Norwegen mit hohem Anteil am guten Wintershall-Ergebnis

Wintershall-Vorstand und Pressesprecher zur Pressekonferenz in Kassel©Wintershall

Kassel, 21. März 2019. Ausgesprochen gute Stimmung herrschte im Vorstand der Wintershall bei der Vorstellung der Jahresergebnisse 2018. Dazu trug nicht nur der strahlende Sonnenschein in Kassel und die bevorstehende Hochzeit mit dem Öl- und Gaskonzern DEA bei, sondern vor allem die sehr guten Ergebnisse des vergangenen Jahres und die weiterhin sonnigen Aussichten. Norwegen bereitet dem Vorstandsvorsitzendem Mario Mehren und seinem Team mit gestiegenen Produktionsmengen 2018 und einem bedeutenden Wachstumspotenzial besondere Freude.

Deutschlands größter Öl- und Gaskonzern erzielte im vergangenen Jahr mit 171 Millionen Barrel Öläquivalent einen neuen Produktionsrekord. Die Reserven wuchsen um zwölf Prozent auf 1,9 Milliarden BOE. Zum um neun Prozent gewachsenem Ergebnis gegenüber dem Vorjahr trugen die gestiegenen Öl- und Gaspreise sowie die Produktionssteigerung in Norwegen und Russland bei, speziell die Produktionsaufnahme im Feld Maria Ende 2018 und der Produktionsstart des Aasta-Hansen-Feldes Ende vergangenen Jahres.

Wintershall hat in Norwegen jetzt ein Produktionsvolumen von über 100.000 BOE pro Tag erreicht. Dies sei ein idealer Ausgangspunkt für das neue Unternehmen Wintershall DEA, sagte Mario Mehren, Vorsitzender des Vorstandes. Nach der Fusion mit DEA, die im ersten Halbjahr 2019 abgeschlossen werden soll, werde das neue Unternehmen drittgrößter Produzent auf dem norwegischen Kontinentalschelf sein mit einem täglichen Fördervolumen von über 200.000 BOE in den nächsten Jahren.

Von 2017 bis 2020 investiert Wintershall rund zwei Milliarden Euro in die Exploration und Entwicklung in Norwegen. Diese Strategie sieht Wintershall als ein starke Bekenntnis zu Norwegen, das mit Abschluss der Fusion von Wintershall DEA eine noch bedeutendere Wachstumsregion werden wird.

Ein guter Zugang zu Lizenzen, eine vorhandene Infrastruktur und ein sehr offener Markt mache den Standort Norwegen attraktiv, erklärte Martin Bachmann, als Vorstandsmitglied zuständig für Exploration & Produktion Europa und Middle East. Über ein Drittel des weltweiten Explorationsbudgets des Unternehmens entfalle daher auf Norwegen. “Norwegen ist ein hochattraktiver Markt für Exploration”, so Bachmann.

Insbesondere in Norwegen wende Wintershall sehr fortschrittliche Technologien an. So sei das Feld Maria über zwei Installationen auf dem Meeresboden (subsea templates) an die in der Umgebung bereits vorhandenen Installationen angeschlossen. Dieser Ansatz werde beim Nova-Feld fortgesetzt. Das Aasta-Hansteen-Feld, an dem Wintershall beteiligt ist, eröffne mit seiner neuen Infrastruktur und der Pipeline Polarled neue Möglichkeiten im nördlichen Bereich der Norwegischen See.

Die Empfehlung der norwegischen Regierung an den norwegischen Staatsfonds GPFG, sich aus internationalen Unternehmen der Ölindustrie zurückzuziehen, sieht Bachmann gelassen. Es bestehe keine Gefahr, dass andere Fonds dem norwegischen Staatsfonds nachfolgen. Man sollte diese Entscheidung nicht verallgemeinern, da der GPFG insgesamt sehr stark mit der eigenen Öl- und Gasindustrie verbunden sei. Diese Situation lasse sich nicht auf andere Fonds beziehungsweise Anleger übertragen.

Zum Engagement in der Arktis sagte Bachmann, es sei Wintershall vollkommen klar, dass es sich bei der Arktis um ein hochsensibles Gebiet handele. Allerdings habe Wintershall in der Vergangenheit bewiesen, insbesondere bei der Produktion im Naturschutzgebiet Mittelplate in Deutschland, dass man in der Lage sei, entsprechende Standards zu schaffen. “Wenn man sich der Verantwortung bewusst ist, ist das machbar”, sagte Bachmann.

Den Bau neuer LNG-Terminals in Europa sieht Vorstandschef Mehren positiv, da dies die Gasinfrastruktur insgesamt verbessere. Allerdings werde sich Wintershall hier nicht beteiligen, da sich das Unternehmen bereits in Russland im Aufbau der Gasinfrastruktur engagiere.

“Die Kapazität von Nord Stream 2 beträgt 300 TWh Strom pro Jahr”, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Damit kann man den gesamten Kohlestrom Deutschlands subventionsfrei ersetzen. Das unterscheidet Nord Stream 2 von anderen Gasinfrastrukturprojekten. So fördert die EU beispielsweise die Baltic Pipeline mit 320 Millionen Euro, die Gas Interconnect Litauen-Polen mit 270 Millionen Euro und das LNG Terminal in Swinemünde mit über 200 Millionen Euro. Der Bau von Nord Stream 2 hingegen kostet den europäischen Steuerzahler keinen Cent.“

Mehren geht davon aus, dass das erste Gas Ende dieses Jahres durch die umstrittene Pipeline fließen wird.

Bezüglich der fortgesetzten Sanktionen der USA und der EU gegenüber Russland beobachtet Mehren eine gewissen Entfremdung zwischen Russland und der EU. Westliche Firmen zögen sich zurück, Europäer würden Marktanteile an China verlieren. Die Sanktionen würden insgesamt wenig bewirken. Auf das eigene Geschäft in Russland hätten sie begrenzte Auswirkungen.

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