Cyber-Angriff auf Norsk Hydro legt Produktion teilweise lahm

Die Webside des Unternehmens ist weltweit nicht zu erreichen.

Oslo, 19. März 2019. Der norwegische Aluminiumhersteller Norsk Hydro wurde Opfer eines Cyberangriffs. Der Angriff erfolgte in der Nacht zum 19. März mit einem Lösegeldvirus Ransomware. Die Angreifer wollten den Konzern offenbar mit einer Schadsoftware erpressen.

IInger Sethov, Kommunikationsdirektor von Hydro, Eivind Kallevik, CFO, und Bente Hoff von der Nationale Sicherheitsbehörde äußerten sich am Nachmittag auf einer Pressekonferenz in Oslo. “Dies ist ein ernstes Ereignis für Hydro. Unser globales Netzwerk ist ausgefallen, was sich auf unsere Produktion auswirkt”, sagte Finanzvorstand Eivind Kallevik.

Der Angriff lähmte das globale Netzwerk von Hydro und führte in einigen Werken zum Absturz von Websites sowie zum Stillstand der Produktion. Auch die Aluminiumgießerei mit cirka 50 Mitarbeiter und das Presswerk Hydro Extrusion mit ca.250 Mitarbeitern der sächsischen Tochter Norsk Hydro in Rackwitz waren  betroffen.

Inzwischen seien Fortschritte bei der Sicherstellung des Betriebes im gesamten Unternehmen erzielt worden, teilte Norsk Hydro am 21 März mit.

„Mit einem systematischen Ansatz stellen unsere Experten schrittweise geschäftskritische IT-basierte Funktionen wieder her, um eine stabile Produktion sicherzustellen, unseren Kunden zu beliefern, die finanziellen Auswirkungen zu begrenzen und gleichzeitig die Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten“, sagt Finanzvorstand Eivind Kallevik.

Die Hauptursache für die Probleme seien erkannt, entsprechende Reparaturprogramme wurden eingesetzt. Zusammen mit externen Partnern, darunter auch der nationalen Sicherheitsbehörden, arbeite das Unternehmen daran, die mit Viren befallenen Systeme zurückzusetzen.

„Experten von Microsoft und andere IT-Sicherheitspartner sind eingeflogen, um Hydro dabei zu unterstützen, systematisch alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um geschäftskritische Systeme wieder in den Normalbetrieb zu bringen“, sagt Jo De Vliegher, Leiter des Bereiches Informationssysteme.

Es wurden keine Sicherheitsvorfälle als Folge des Cyberangriffs gemeldet. Der Vorfall wurde dem norwegischen National Investigation Service gemeldet, die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet.

Obwohl von Tag zu Tag Fortschritte erzielt werden, sei  immer noch nicht klar, wie lange es dauern wird, bis alle IT-Systeme wieder vollständig hergestellt sind.

Nach Unternehmensangaben lief die Produktion am 21. März in den Bereichen Energie, Bauxit & Aluminiumoxid wieder normal. Bei der Herstellung von Primärmetall läuft die Produktion ebenfalls normal, allerdingt mit hohem manuellen Anteil. Ebenfalls ist bis auf wenige Ausnahmen Normalität bei der Produktion der Walzprodukte eingekehrt.

Im Bereich Extruded Solutions sind 50 Prozent der Kapazität wieder in Betrieb. Durch den Neustart einiger Werke sowie den Einsatz von Lagerbeständen konnten Kunden weiterhin beliefert werden. Extruded Solutions arbeitet hart daran, in den kommenden Tagen weitere Neustarts zu ermöglichen, was die weitere Belieferung der Kunden ermöglichen würde.

Angaben zu betrieblichen und finanziellen Auswirkungen des Cyberangriffs konnte Norsk Hydro noch nicht machen.


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