Equinor-Kamingespräch zu Wegen in eine kohlenstoffarme Zukunft

Die Teilnehmer des Kamingesprächse von Equinor zu Wegen in eine kkohlenstoffarme Zukunft, v.l.: Irene Rummelhoff, Felix Christian Matthes, Mark Helfrich und Barbara Lempp.©BPN
Die Teilnehmer des Kamingesprächs von Equinor , v.l.: Irene Rummelhoff, Barbara Lempp, Moderatorin Birgit Jennen (Bloomberg), Mark Helfrich und Felix Christian Matthes.©BPN

Berlin, 16. Oktober 2018. Drei Maßnahmen hält der norwegische Energiekonzern Equinor für zwingend erforderlich, um die UN-Klimaziele zu erreichen: Sofortiges Handeln, den Einsatz von Erdgas als Partner für den Übergang zu den Erneuerbaren Energien und die Speicherung von Kohlendioxid. In einem Kamingespräch unter dem Titel “#gaswindsun” stellte Vorstandsmitglied Irene Rummelhoff in Berlin die Strategie des Unternehmens zur Erreichung der Klimaziele vor und diskutierte anschließend mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Wege in eine kohlenstoffarme Zukunft und die Rolle des Erdgases beim Übergang zu den Erneuerbaren Energien.

Equinor sei der effektivste Öl- und Gasproduzent weltweit mit dem geringsten Ausstoß an CO2. Trotzdem habe sich der Konzern entschieden, so Rummelhoff, verstärkt in Erneuerbare Energien zu investieren. Inzwischen versorge das Unternehmen 650.000 britische Haushalte mit Strom aus Windenergie. In Polen sei Equinor der größte Erzeuger von Windenergie.

Zur Erreichung einer karbonneutralen Gesellschaft bis 2030 müsse die gesamte Wertschöpfungskette der Stromproduktion dekarbonisiert werden. Nur mit dem Ersatz der Kohle durch Gas sowohl im Strom- als auch im Heizungssektor sei es realistisch, die vorgegebenen Ziele zu erreichen.

Gegenwärtig arbeite Equinor verstärkt am Einsatz von Hydrogen sowohl für die Stromerzeugung als auch für Heizung und den Transportsektor.

Mit dem Prozess der Abtrennung, des Transports und der Speicherung von CO2 (Carbon Capture Storage) habe Equinor viel Erfahrung, erklärte Rummelhoff. In Norwegen habe es nie eine politische Debatte zum CCS-Prozess gegeben. Equinor lagere seit 20 Jahren Kohlendioxid in zwei ehemaligen Gasfeldern. Norwegen will Industrieunternehmen weltweit künftig die Möglichkeit bieten, CO2 in Norwegen unter dem Meer zu speichern. 

“Deutschland und Norwegen halten den Schlüssel für die Dekarbonisierung der Umwelt in der Hand”, erklärte Irene Rummelhoff. Gemeinsam könnten beide Länder entscheidend zur Erreichung der Klimaziele beitragen – Deutschland mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, Norwegen mit der Speicherung von CO2.

In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer Felix Christian Matthes vom Öko-Institut e.V., Mark Helfrich, Mitglied des Bundestages, und Barbara Lempp, European Federation of Energy Traders (EFET) Deutschland, einig, dass Gas eine wichtige Rolle in der Übergangsperiode zu den Erneuerbaren Energien spielen wird. Auch stimmten sie darin überein, dass in erster Linie ein realistischer CO2-Preis für die einzelnen Branchen notwendig ist, um die Klimaziele zu erreichen. Welche Form der emissionsfreien Erzeugung von Energie sich letztlich durchsetzen werde, sei heute noch nicht abzusehen. Insofern sei es wichtig, offen für alle Technologien zu sein. Die Lösung des Grid-Problems sei in Deutschland essenziell für den Erfolg der Energiewende.

Das Thema CCS sei in Deutschland allerdings ein „No-Go“. Wenn hierzu jetzt eine Debatte angestoßen würde, wäre das der Killer der Energiewende, so ein Teilnehmer.  Irene Rummelhoff geht davon aus, dass die Industrie, die 25 Prozent des CO2-Ausstoßes verursacht, das norwegische Angebot zur Lagerung von Kohlendioxid annehmen werde. Industrieunternehmen hätten keine andere Alternative.

Lesen Sie hier mehr zum CCS-Projekt in Norwegen.

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