Norwegen startet erste Weltraumrakete

"Nukleus" beim Start vom Andøya Space Center ©Nammo
„Nukleus“ beim Start vom Andøya Space Center ©Nammo

Andøya/Raufoss, 27. September 2018. Norwegen hat seine erste Rakete in den Weltraum geschossen. Der norwegische Technologie- und Rüstungskonzern Nammo AS meldete den erfolgreichen Start der Rakete “Nucleus” am 27. September 2018, 14:16 Uhr Ortszeit vom Andøya Space Center in Nordnorwegen. Die von einem neuen Hybrid-Raketenmotor angetriebene Sondierungsrakete erreichte eine Höhe von 107,4 Kilometern. Damit sei die Rakete nicht nur die erste Rakete mit einem norwegischem Triebwerk über der Karman-Linie, die allgemein anerkannte Grenze zum Weltraum, sondern nach einer Pause von 50 Jahren auch die erste europäische Rakete mit Hybrid-Raketenmotor, teilt das Unternehmen mit.

„Das ist eine großartige Leistung und wir sind sehr stolz auf das gesamte Weltraumteam. Wir haben viel Zeit und Mühe in dieses Projekt investiert, und es war eine großartige Erfahrung, es heute so früh wie möglich am Start zu sehen“, sagte Morten Brandtzæg, Präsident und CEO der Nammo Group.

Der Hybrid-Raketenantrieb von “Nucleus” wurde von Nammo bei Raufoss in Norwegen entwickelt und könnte möglicherweise eine ganze neue Generation kleinerer europäischer Trägerraketen antreiben, teilt das Unternehmen mit. „Obwohl es seit den dreißiger Jahren Hybrid-Raketen gibt, sind einige technische Herausforderungen geblieben. Wir sind stolz darauf, dass wir diese lösen konnten und das Konzept zum ersten Mal in Betrieb nehmen konnten“, sagte Adrien Boiron, leitender Ingenieur des Nucleus-Projekts.

“Nucleus” ist eine Höhenforschungsrakete, die wissenschaftliche Instrumente in die oberen Schichten der Atmosphäre transportieren soll. Der Hybrid-Raketenmotor könne so skaliert werden, dass auch größere Nutzlasten gehoben werden können, einschließlich kleiner Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn.

Das technische Team von Nucleus im Andøya Space Center©Nammo
Das technische Team von“ Nucleus“ im Andøya Space Center©Nammo

„In den nächsten Jahren sollen Tausende kleiner Satelliten gestartet werden. Der Vorteil unseres neuen Hybrid-Raketenmotors ist, dass er diese kleinen Satelliten mit der Genauigkeit eines Flüssigbrennstoffmotors in die Umlaufbahn bringen kann, aber ohne die damit verbundene Komplexität und Kosten. Das ist ideal für kleinere europäische Startplätze“, sagte Vize-Präsident Onno Verberne.

Gegenwärtig verfügen Russland, Indien, China, USA, Frankreich und Japan über die Möglichkeit, Trägerraketen für Satelliten zu bauen und diese von Heimatbasenaus  in den Weltraum zu schicken. Wenn die im “Nucleus” gezeigte Technologie erfolgreich ist, habe Norwegen nach Auffasung des Unternehmens das Potenzial, sich ihnen anzuschließen, 

Die „Nucleus“-Rakete ist neun Meter lang und hat ein Gesamtgewicht von ca. 800 Kilogramm. Der Motor gibt einen Schub von 30 kN (3 Tonnen). Künftig soll der Motor auch 75-100 KN Schub liefern können.

Nammo AS  ist ein internationales Luft- und Raumfahrtunternehmen mit Hauptsitz in Norwegen. Mit 24.00 Mitarbeitern in mehr als 30 Niederlassungen und Büros in 13 Ländern ist Nammo einer der weltweit führenden Anbieter von Munition, Raketenmotoren und Entmilitarisierungsdiensten für militärische und zivile Kunden.

Verfolgen Sie hier den Raktenstart (ab 5.06.30)

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