Norwegische Luftfahrt soll 2040 elektrisch sein

Norwegen bietet den Markt, Siemens, Airbus und Rolls Royce entwickeln die Flugzeuge. Im Bild: Das Kunstflugzeug Extra 330LE, ein Elektroflieger, ausgerüstet mit einem Antriebssystem von Siemens.©Siemens
Norwegen bietet den Markt, Siemens, Airbus und Rolls Royce entwickeln die Flugzeuge. Im Bild: Das Kunstflugzeug Extra 330LE, ein Elektroflieger, ausgerüstet mit einem Antriebssystem von Siemens.©Siemens

Oslo, 25. Januar 2018. Norwegen will eine führende Position beim Umbau der Luftfahrtindustrie zu einer umweltfreundlichen Branchen einnehmen. Schon heute ist der staatliche Flughafenbetreiber Avinor Weltmarktführer beim Einsatz von Biokraftstoffen und im Bereich Elektrifizierung. Am Osloer Flughafen finden gegenwärtig Bohrungen statt, um das Gebäude im Erdgeschoss mit Wärme aus dem Boden zu beheizen. Wie Dag Falk-Petersen, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Avinor, jetzt in einem Interview mit dem norwegischen Medienunternehmen NRK mitteilt, soll der gesamte Flugverkehr in Norwegen bis 2040 elektrisch sein.

“Wir fangen klein beim Kurzstreckennetz an”, so der Manager. Wie NRK schreibt, gebe es derzeit noch keine Infrastruktur für elektrische Flugzeuge. Allerdings werde erwartet, dass Norwegen als Testmarkt für Elektroflieger fungieren wird. Das erste elektrische Flugzeug komme Ende in dieses Jahres nach Norwegen.

Die Tatsache, dass das gesamte Flughafen-Netzwerk in Norwegen in einem Unternehmen zusammengefasst ist, mache das Land für die Hersteller von Elektroflugzeugen interessant, sagte Falk-Petersen. Norwegen habe besondere Voraussetzung, um in diesem Bereich führend zu sein. In naher Zukunft will Avinor eine kommerzielle Route testen, die ab 2025 mit einem kleinen elektrischen Flugzeug mit 19 Sitzen geflogen wird.

Nach Aussagen von Umweltminister Vidar Helgesen müsse der Luftverkehr in einer Übergangsphase auf Biokraftstoff umsteigen. Heute würden am Flughafen Oslo bereits 1,25 Millionen Liter Biokraftstoff für Flugzeuge verwendet. “Wir haben einen konkreten Plan zum Ausbau der Biokraftstoffe, der unserer Meinung nach ein starkes Signal für den Markt darstellt.” Jetzt würden Investitionsentscheidungen getroffen, um die Produktion von Biokraftstoffen für den EInsatz in der Luftfahrt zu erhöhen.

Siemens, Airbus und Rolls Royce wollen bis  2020 erstmals ein 100sitziges Regionalflugzeug mit einem hybridelektrischen Antriebsstang ausrüsten. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten die Unternehmen im November vergangenen Jahres. Als fliegende Versuchsplattform dient eine vierstrahlige BAe 146, bei der eines der vier Triebwerke durch einen zwei Megawatt starken Elektroantrieb von Siemens ersetzt wird. Mit dem so genannten E-Fan X wollen die Unternehmen hybridelektrische Antriebssystem im Flug erforschen und weiterentwickeln. Diese Kooperation setze auf die bereits bestehende Partnerschaft von Airbus und Siemens auf – seit April 2016 arbeiten beide Unternehmen nach Angaben von Siemens daran, die technische Machbarkeit verschiedener hybrid-elektrischer Antriebssysteme nachzuweisen.

 

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