König Harald ruft zu stärkerem Miteinander auf

König Harald zur Neujahrsansprache 2017©Sven Gj. Gjeruldsen, Det kongelige hoff
König Harald zur Neujahrsansprache 2017©Sven Gj. Gjeruldsen, Det kongelige hoff

Oslo, 31. Dezember 2017. Norwegens König Harald rief in seiner Fernsehansprache zu Silvester die Norweger zu einem stärkeren Miteinander auf. “Wir leben in einer Zeit, in der der gute Wille nicht immer sichtbar ist. Wir haben den Eindruck, dass die Welt von Konflikten, Aufruhr und Gegensätzen geprägt ist. Es gibt viele Berichte über böse Taten der Menschen und das Leid, das sie verursachen. Man sieht eher die Kälte und die Angst als die Wärme und die Stärke”, sagte der Monarch. Aber gerade deshalb müssten sich die Menschen gegenseitig an die gute Kraft erinnern, die in der Welt existiert, die in jedem Menschen lebt.

“In Norwegen haben wir das Glück, eine relativ stabile Wirtschaft, eine solide Regierungsführung und eine Gesellschaft zu haben, die auf einem hohen Maß an Vertrauen beruht”, so König Harald weiter. Er erinnerte an die Situation vor einem Jahr, da die Probleme in der Ölindustrie dazu führten, dass viele Norweger arbeitslos wurden. Für die Personen, die immer noch keine Arbeit haben, sei die Situation immer noch schwierig. Aber insgesamt sei die Nation wieder optimistisch. Die Norweger hätten schon oft ihre Belastbarkeit in schwierigen Zeiten unter Beweis gestellt. Im vergangenen Jahr sei es vor allem darum gegangen, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Es sei eine nützliche Erfahrung, dass schwierige Zeiten auf lange Sicht gute Ergebnisse hervorbringen können.

Von allen Ressourcen dieses Landes seien die Menschen der größte Reichtum, sagte Könige Harald. “Vor allem unsere Kinder und Jugendlichen sind wertvoll für uns. Wir haben eine großartige Jugend mit Wissen, sozialer Verantwortung und Zugkraft, die in der Lage ist, unser Land in eine neue Ära zu führen.”

Er würdigte die Arbeit der Freiwilligen und wandte sich gegen Mobbing in der Gesellschaft. Die wichtigste Fähigkeit als Mitmensch sei die Fähigkeit zu verstehen, in welcher Lage sich ein anderer Mensch befindet. Es schmerze ihn, von all den jungen Menschen zu hören, die sich mental abmühten, und dass einige am Ende nicht mehr leben können. „Ich habe über die Jahre viel über Mobbing gesprochen, und ich werde nicht aufhören“, sagte König Harald. Er erklärte, dass starker menschlicher Wille dazu genutzt werden kann, „für uns selbst zu entscheiden, Mobbing zu stoppen, sich richtig zu verhalten.“

Eines der wichtigsten Dinge in der norwegischen Gesellschaft bestehe vielleicht darin, so der König weiter, „dass es für uns so natürlich ist, dass wir es als selbstverständlich hinnehmen: dass wir Frieden und Freiheit haben, dass jeder eine Chance hat, dass wir eine neue Chance bekommen, wenn wir versagen. Es ist ein Markenzeichen für die Gesellschaft, dass wir testen und Fehler machen dürfen. Dass wir fallen können – aber immer noch neue Chancen bekommen, als Menschen füreinander da zu sein“.

Er wolle an diesem letzten Tag des Jahres alle daran erinnern, dass auf der ganzen Welt ein starker Willen existiere. Das gebe uns Mut, für das zu kämpfen, was wir lieben. Es gebe uns die Kraft und die Weisheit, einander eine Chance zu geben.

 

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