Herrenknecht-Maschine “Ulrikke” bringt Tunnelvortrieb in Norwegen voran

Die Herrenknecht-Tunnelbohrmaschine “Ulrikke” durchbrach im September dieses Jahres die Zielwand des Ulriken-Tunnels. Er ist das erste große Eisenbahnprojekt, das in Norwegen mit maschineller Vortriebstechnik realisiert wurde. Nach 19 Monaten Vortrieb durch knallharten Fels wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen.©Herrenknecht
Die Herrenknecht-Tunnelbohrmaschine “Ulrikke” durchbrach Ende August dieses Jahres die Zielwand des Ulriken-Tunnels. Er ist das erste große Eisenbahnprojekt, das in Norwegen mit maschineller Vortriebstechnik realisiert wurde. Nach 19 Monaten Vortrieb durch knallharten Fels wurde das Projekt jetzt erfolgreich abgeschlossen.©Herrenknecht

Bergen/Schwanau, 20. Dezember 2017. Mit dem Durchbruch am Ulriken-Tunnel ist in Norwegen erstmals ein großes Tunnelprojekt mit einer Gripper-Tunnelbohrmaschine von Herrenknecht erfolgreich abgeschlossen worden. Im Westen Norwegens hat sich die Hartgesteinsmaschine “Ulrikke” (Ø 9.300 mm) in den letzten Monaten durch extrem harten Stein gebissen. Zwischen den Städten Bergen und Arna haben die Mineure des Joint Venture “Skanska Strabag Ulriken ANS” mit Bestwerten von bis zu 170 Metern Vortrieb pro Woche den rund 6,9 Kilometer langen Eisenbahntunnel aufgefahren.

Mit bis zu 300 Megapascal Druckfestigkeit gilt skandinavischer Fels weltweit als absoluter Härtetest für maschinelle Vortriebstechnik, erklärt das Unternehmen Herrenknecht in einer Pressemitteilung. Allein seit dem Jahr 2000 waren bei mehr als 200 Tunnelprojekten Herrenknecht-Hartgesteinsmaschinen im Einsatz, die rund 820 Kilometer aufgefahren haben. Ende August sei mit dem Durchbruch des Ulrikentunnels zur Erweiterung der norwegischen Eisenbahnlinie ein weiteres Hard-Rock-Highlight dazugekommen.

In Norwegen dominiert traditionell der Sprengvortrieb. „Die Erkenntnis, dass der maschinelle Tunnelvortrieb auch im extrem harten Fels eine echte Alternative ist, scheint sich nun auch in Skandinavien durchzusetzen,“ sagt Eric Fourchault, Projektmanager bei Herrenknecht. Die maschinelle Vortriebstechnik habe im Vergleich zum traditionellen Sprengvortrieb einige Vorteile. Sie schone den Berg bei hoher Sicherheit für die Crew und ohne die Erschütterungen des Sprengens. Der geringe Abstand von nur 30 Metern zum bestehenden, im Betrieb befindlichen Eisenbahn-Tunnel sei daher ausschlaggebend für den Einsatz einer Tunnelbohrmaschine beim Ulriken-Tunnel gewesen. Darüber hinaus würden mit der Maschinentechnik insbesondere bei langen Strecken durchschnittlich höhere Vortriebswerte realisiert werden.

Auch an anderer Stelle werden in Norwegen bereits Tunnelbohrmaschinen dem traditionellen Drill & Blast-Verfahren (Bohren & Sprengen) vorgezogen. Beim derzeit größten Infrastrukturprojekt in Norwegen, der “Follo Line” in Oslo, erschaffen vier Doppelschild-TBM (Ø 9.900 mm) von Herrenknecht den längsten Eisenbahntunnel Norwegens. In 15 Monaten Vortriebszeit sind zwischenzeitlich über 19 Kilometer der rund 38 Kilometer langen Gesamtstrecke als Tunnel aufgefahren.

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