Greenpeace: Norwegen schafft Klimaziele nicht bei Erschließung weiterer Erdölfelder

Eine EisskulpturWährend der Verhandlungen stand eine Eisskulptur zum Paragraphen 112 vor dem Gericht©©Edward Beskow / Greenpeace zum Paragraphen 112 vor dem Gericht©©Edward Beskow / Greenpeace
Während der Verhandlungen stand eine Eisskulptur zum Paragraphen 112 vor dem Gericht©©Edward Beskow / Greenpeace

Oslo, 23. November 2017. Vom 14. bis 23.  November fand im Oslo District Court die Verhandlung zum Klageverfahren der Umweltorganisationen Greenpeace und Natur og Ungdom (Natur und Jugend) gegen den norwegischen Staat wegen der Lizenzvergabe für Erdölbohrungen in der Arktis statt. Die Umweltaktivisten werfen dem Staat die Verletzung des Artikels 112 der Verfassung vor.

Wie Greenpeace am letzten Verhandlungstag mitteilte, hätten die Zeugen der Staatsanwaltschaft gezeigt, dass Norwegen nicht imstande sei, die Klimaziele des Pariser Abkommens zu erreichen und dass die Welt bereits mehr als genug fossile Ressourcen gefunden habe.

Greenpeace habe  auf eine Reihe schwerwiegender Fehler bei der Erkundung von hingewiesen. Greenpeace hoffe, dass das Gericht zustimmt, dass der norwegische Staat nicht genug tut, um künftigen Generationen eine gesunde Umwelt zu sichern.

„Neue Ölbohrungen zu erschließen, die erst in 20-30 Jahren auf den Markt kommen, bedeutet das Gegenteil davon, das Ziel zu erreichen, den globalen Temperaturanstieg weit unter 2 Grad zu halten. Wir denken, dass es offensichtlich ist, dass Norwegen nicht weiter neue Ölfelder erschließen kann, wenn sich das Weltklima in einer Krise befindet“, sagte Truls Gulowsen, Leiter von Greenpeace Norwegen.

Zwar erkenne Greenpeace an, dass sowohl Norwegen als auch die Welt Klimapolitik betrieben, dies genüge jedoch nicht, um  die in Paris gesetzten Ziele zu erreichen.

Andere gute Klimamaßnahmen des Staates seien irrelevant, wenn Norwegen Ölbohrungen erlaubt, die die Ziele des Pariser Abkommens sprengen, erklärte Ingrid Skjoldvær, Leiterin Natur und Jugend.

Die verklagte Seite äußerte sich nicht zum Verlauf des Prozesses. Das Urteil wird voraussichtlich Anfang Januar gefällt.

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