DEA publiziert Nachhaltigkeitsbericht

DEA-Hauptquartier in Hamburg. Das Unternehmen ist seit mehr als 40 Jahren über ihre Tochtergesellschaft DEA Norge in Norwegen präsent.©DEA
DEA-Hauptquartier in Hamburg. Das Unternehmen ist seit mehr als 40 Jahren über ihre Tochtergesellschaft DEA Norge in Norwegen präsent.©DEA

Hamburg, 15. August 2017. Die DEA Deutsche Erdoel AG hat einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht 2017 veröffentlicht. Die Kernproduktions- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens befinden sich in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Ägypten und Algerien. Darüber hinaus verfügt DEA über großvolumige Erdgasspeicher in Deutschland. Finden Sie im folgenden Auszüge aus dem Bericht über die Aktivitäten in Norwegen.

Industrieprojekte mit HSE-Schwerpunkten

Bei Industrieprojekten mit dem Schwerpunkt Gesundheitsschutz, Arbeitsschutz und Umweltmanagement (HSE) beteiligt sich DEA an den beiden Gemeinschaftsprojekten BaSEC und Basmin. Mit dem Projekt BaSEC sollen effiziente HSE-Standards für die künftige Öl- und Gasförderung in der Region geschaffen werden. Zu folgenden Punkten sollen gemeinsame Lösungen entwickelt werden:
– ein einheitliches HSE-Konzept für Betriebsführer in der Region,
– zuverlässige Verfahren für ein hohes Niveau an Sicherheit und Notfallvorsorge,
– Erfahrungsaustausch und gemeinsame Nutzung von Daten und
– Standardisierung von Vorgehensweisen.

Mittels Bojen werden meteorologische und ozeanogra sche Daten für Umweltzwecke in Norwegen gesammelt.©DEA
Mittels Bojen werden meteorologische und ozeanogra sche Daten für Umweltzwecke in Norwegen gesammelt.©DEA

Das zweite Projekt, Basmin, ist ein Kooperationsprojekt von 15 Upstream-Unternehmen in Norwegen, bei dem über drei Jahre meteorologische und ozeanografische Daten sowie Eisdaten gesammelt werden. Mit Hilfe dieser Daten können Risikofaktoren für Aktivitäten im hohen Norden besser beurteilt werden. Für das Projekt wurden fünf sogenannte Wavescan-Bojen zur Wellenmessung, fünf Geräte zur Bestimmung von Eisdicke und Strömungsprofilen sowie ein Gerät zur Überwachung der Strömung und des Wasserstands stationär ausgebracht. Die für Eismeer-Bedingungen geeigneten Wavescan-Bojen übertragen verarbeitete Informationen über Satellit, die als Echtzeitdaten auf einer Projekt-Webseite angezeigt werden. Die Daten der anderen Geräte werden intern gespeichert und können bei Service- Einsätzen ausgelesen werden.

Bewahrung von Korallenhabitaten

DEA plant für 2017 eine Bohrung in einem Gebiet der Norwegischen See, in welchem Korallen vorherrschend sind. Im Rahmen einer Standortanalyse wurde daher mittels eines Sonargerätes untersucht, wo lebende Korallen existieren könnten. Ein aus dieser Untersuchung resultierender Befund wurde durch eine Sichtprüfung mit einem Unter-wasserfahrzeug bestätigt. Um

Kaltwasserkorallenri e sind besonders schützenswerte Habitate in Norwegen.©DEA
Kaltwasserkorallenri e sind besonders schützenswerte Habitate in Norwegen.©DEA

sicherzustellen, dass diese in einer Entfernung von etwa 200 Metern zum geplanten Bohransatzpunkt lebenden Korallen nicht geschädigt werden, wurde ein Modell entwickelt, um das Einflussgebiet von auftretendem Bohrklein vorhersagen zu können. Das Modell zeigt, dass ausgehend vom Bohransatzpunkt der Radius des Bereichs, in dem Bohrklein mit einem Durchmesser von über drei Millimeter anzutreffen ist, kleiner als 60 Meter ist. Die Sedimentation unterhalb dieser Grenze gilt als unbedeutend hinsichtlich der Auswirkungen auf die Korallen. Das Modell zeigt somit, dass sich alle Korallen weit außerhalb des Bereichs mit nachteiligen Auswirkungen befinden werden.

Umwelt-Unterwasserforschung

Auf internationaler Ebene unterstützt DEA auch in Norwegen mehrere Forschungs-Projekte zu Umweltthemen. Bereits 2014 hat DEA ein Spezialunternehmen mit der Durchführung einer durch ferngesteuerte Unterwasservehikel gestützten Untersuchung beauftragt. Damit sollen in diesem Gebiet möglicherweise vorhandene Schwämme sowie gefährdete Lebensräume kartografisch erfasst werden. Mehr als 65 Kilometer wurden dabei entlang von Linien am Meeresboden kartiert. Die Untersuchungsergebnisse bestätigen Funde in anderen Meeresgebieten, wonach die Schwammdichte ab einer Wassertiefe von 380 Metern rapide abnimmt.

Ein weiteres Unterwasser-Forschungsprojekt in Norwegen erfolgt im Rahmen des Forschungsprojektes „Neue Technologien und

Modelldarstellung der „Underwater Hyperspectral Imaging“-Technologie@DEA
Modelldarstellung der „Underwater Hyperspectral Imaging“-Technologie@DEA

Verfahren zur Kartierung und Überwachung von Lebensräumen am Meeresboden“. Hintergrund ist, dass durch die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung von Öl- und Gaslagerstätten in nördlicheren Regionen viele zukünftige Bohraktivitäten in Gebieten mit seltenen und potenziell gefährdeten Meeresbodenhabitaten liegen, die zum Beispiel Schwämme und Kaltwasserkorallen beherbergen.

In einem gemeinschaftlich durchgeführten Industrieprojekt hat DEA daher zusammen mit dem Norwegischen Forschungsrat und anderen Upstream-Firmen die Weiterentwicklung und Tests des sogenannten Underwater Hyperspectral Imaging (UHI) gefördert.  Dies ist ein innovatives Bildgebungsverfahren, das über ein Sensorsystem Unterwasser-Fernerkundung durchführt. Auf Basis des UHI können Objekte am Meeresboden identifiziert, kartiert und beobachtet werden. Zu den Hauptvorteilen der Technologie gehören eine automatisierte Objekterkennung und hohe Geschwindigkeit bei reduzierten Kosten.

Das Projekt zeigte, dass das UHI ein effizientes Werkzeug zur Inspektion mariner Lebensräume ist. Es eignet sich künftig für den routinemäßigen Einsatz im Rahmen von Standorterkundungen und Pipeline-Inspektionen. Darüber hinaus hat DEA gemeinsam mit der Universität von Oslo und dem Unternehmen Proactima in Norwegen ein Forschungsprojekt durchgeführt, das ein Modell zum Ziel hat, mit dessen Hilfe sich die Auswirkungen der Pipeline-Verlegung auf die gesamte Meta-Gemeinschaft der Korallen und die Wiederbesiedelung des betroffenen Gebietes abschätzen lassen.

Die Umweltforschung der DEA findet auch im norwegischen Dvalin-Projekt praktische Anwendung. Bei der Vorbereitung der Entwicklung dieses Projektes ist das Vorkommen von Kaltwasserkorallen und Tiefsee-Schwammriffen das wichtigste Umweltthema. Um den Meeresboden für die Entscheidung hinsichtlich einer umweltgerechten Pipeline-Trasse zu kartografieren, lässt DEA dort seit 2013 verschiedene ferngesteuerte Untersuchungen durchführen. Diese und weitere Analysen bilden die Grundlage für die Auswahl der Trasse für die Produktions-Pipeline und die Gasexport-Pipeline im Jahr 2017.

Managementsysteme

Im vergangenen Jahr hat DEA die Rezertifizierung der Managementsysteme in Deutschland, für Norwegen und für Ägypten mit dem akkreditierten Zertifizierer TÜV Nord Cert GmbH erfolgreich abgeschlossen. Bis auf Libyen ist DEA vollständig nach einheitlichen und weltweit sehr hohen Standards in Qualität, Umwelt- und Arbeitsschutz zertifiziert.

Soziales Engagement

Das Museum in Stavanger©Espen Grønli
Das Erdölmuseum in Stavanger©Espen Grønli

In Norwegen fördert DEA mit ihrer Musikstiftung vielversprechende norwegische Musiker bei ihrer Ausbildung an deutschen Hochschulen. Das DEA-Stipendienprogramm leistet einen Beitrag, die engen wirtschaftlichen Kontakte zwischen Norwegen und Deutschland in kultureller Hinsicht zu ergänzen und die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu vertiefen.

Als Teil der norwegischen Öl- und Gasindustrie gehört DEA zu den Sponsoren des Norsk Oljemuseum in Stavanger. Das Museum bietet historische wie auch aktuelle Einblicke in technologische Innovationen und beleuchtet die volkswirtschaftliche Bedeutung der Industrie für die Entwicklung Norwegens.

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