Nor-Shipping mit Rekordbeteiligung eröffnet

Fast 1.000 Aussteller nehmen an der Nor-Shipping 2017 teil – ein Rekord.© Nor-Shipping
Fast 1.000 Aussteller nehmen an der Nor-Shipping 2017 teil – ein Rekord.© Nor-Shipping

Lillestrøm, 30. Mai 2017. In Lillestrøm wurde heute die Nor-Shipping, eine der größten Ausstellungen der maritimen Wirtschaft weltweit eröffnet. Mit annähernd 1.000 Ausstellern verzeichnet die Messe eine neue Rekordbeteiligung. 21 Länder sind mit nationalen Pavillons vertreten. Am Deutschen Pavillon, den die Deutsch-Norwegische Handelskammer organisiert, beteiligen sich 22 Unternehmen. Weitere deutsche Firmen zeigen ihre Exponate in den verschiedenen Themenbereichen.

Das Thema der diesjährigen Nor-Shipping heißt „Catalyst for Change“. Damit will die Messe eine Plattform für Diskussionen zu den Herausforderungen und Möglichkeiten bieten, die aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung, Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Schutz der Ozeane hervorbringen. Internationale Top-Manager beteiligen sich mit Beiträgen am umfangreichen Konferenzprogramm.

Zur Eröffnungskonferenz präsentieren 75 Top-Manager, Wissenschaftler, Verbandsvertreter und Politiker ihre Sicht auf die Rolle, die Digitalisierung und wachsende Nachhaltigkeit als Treiber der Veränderungen in der maritimen Wirtschaft spielen. Aus Deutschland nahm Uwe Beckmayer, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, an der Veranstaltung teil.

Bereits am Vorabend der Messe demonstrierte DNV GL, einer der größten Zertifizierer im Bereich Schiffbau und Energie, wohin die Reise im digitalen Zeitalter geht. Auf der traditionellen Pressekonferenz nahmen die Veranstalter die Journalisten mit auf eine virtuelle Reise auf dem Containterschiff „Shanghai Express“, die zeigte, wie das Unternehmen unter Einbeziehungen der neuster Technologien Qualität und Effektivität seiner Dienstleistungen verbessert. DNV GL war beispielsweise die erste Zertifizierungsgesellschaft, die Drohnen für Schiffsinspektionen einsetzte.

Eigene Halle „Disruptive Sustainability“ 

Erstmals ist in diesem Jahr eine eigene Halle der zerstörerischen Zukunftsfähigkeit gewidmet. Unter dem Titel „Disruptive Sustainability“ zeigen Aussteller dieser Halle, in der auch Siemens zu finden ist, ihre Konzepte, Ideen und Lösungen, die Industrien zerstören können, gleichzeitig Neues mit positiven Effekten schaffen. Hier stellt auch Hyperloop Transportation Technologies aus, das von Tesla-Gründer Elon Musk geschaffene Unternehmen zur Entwicklung einer neuen Transporttechnologie. 50 Teams in 38 Ländern sind an dem Projekt beteiligt, dessen Ziel es ist, sowohl Passagiere als auch Waren in einer Röhre mit einer Geschwindigkeit von 1.000 km/h zu transportieren. CEO Bibop Gresta erläutert das Projekt auf verschiedenen Panels.

Deutschen Pavillon mit Topic Days 

Wie bei Messeauftritten üblich, zeigen auch die beteiligten deutschen Firmen auf der Nor-Shipping ihre Neuheiten. Grüne Technologien und Digitalisierung der maritimen Industrie stehen dabei im Mittelpunkt.

Bilfinger informiert über die jüngsten technischen Lösungen (Hybrid, Open und Closed-Loop-Scrubber / Inline und konventionell), neueste Systeme zur Abwasserreinigung und die Wirtschaftlichkeit von Bilfinger-Scrubbern inklusive maßgeschneiderter Finanzierungskonzepte.

Der Bereich Antriebstechnik der Zollern Gruppe zeigt eine neu entwickelte, elektrisch angetriebene Seilwinde. Zollern arbeitet seit über 30 Jahren in den verschiedenen Bereichen mit Norwegen zusammen. 95 Prozent der Produkte haben mit der maritimen Wirtschaft zu tun. Die neue Winde wurde für Schiffskranbauer entwickelt, die ihren bisher betriebenen hydraulischen Antrieb auf einen Elektroantrieb umstellen. „Gegenwärtig ist das Marktumfeld schwach“, sagt Holger Graf, Branchenmanager für maritime Wirtschaft und Energie bei Zollern. „Aber der persönliche Kontakt ist wichtig, In Norwegen gibt es viele mittelständische Unternehmen, die wir noch nicht kennen. Insofern wird die Messe neue nützliche Kontakte bringen.“

Die Firma Schottel ist ein Hersteller von Schiffsantrieben. Anfang Mai hat das Unternehmen in Norwegen ein neues Tochterunternehmen gegründet. Bisher wurden die Produkte des Unternehmens von Frydenbø Schottel Nordic AS vertrieben. Mit der Gründung der Schottel Norway AS wolle Schottel den Verkauf von Antrieben in Norwegen vorantreiben, sagte Schottel-Geschäftsführer Christian Strahberger. Eine Teilnahme an der Nor-Shipping ist dementsprechend angesagt.

Siemens hat sich in jüngster Zeit in Norwegen vor allem mit der Zulieferung der Antriebstechnik für Elektroschiffe hervorgetan. Die erste Fähre weltweit und der erste Schiffskutter wurden mit Siemens-Technik auf Batteriebetrieb umgestellt und sind emissionsfrei auf den Fjorden unterwegs.

Die AHK Norwegen bietet während der Messe Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten im maritimen Bereich, die speziell über das EU-Forschungsprogramm „Horizon 2020“ zur Verfügung gestellt werden. „Horizon 2020“ ist ein Förderprogramm für Forschung und Innovation, das von 2014 bis 2020 läuft und mit einem Budget von 80 Milliarden Euro ausgestattet ist. In Zusammenarbeit mit Scaberia, Oslo, und dem Consultingunternehmen BALance Technology Consulting, Bremen, werden in den Vorträgen auf die Kooperation mit der norwegischen Schiffbauindustrie zugeschnittene Angebote präsentiert. Auch individuelle Gespräche mit den Finanzierungsexperten sind möglich.

Daneben organisiert die AHK Norwegen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern spezielle Topic Days, an denen jeweils ein Thema im Mittelpunkt steht:
30. Mai: Neue Materialien für Schiffe und Ausrüstungen
31. Mai: Maritime 4.0 – Automatisierung, Robotertechnik und Sensoren
1. Juni: Die Entwicklung grüner Schiffe – Energieeffizienz, Emissionen und Schadstoffausstoß
2. Juni: Sicherheit und Schutz – Transport, Betrieb, Häfen und Infrastruktur.

Mit der Bestellung deutscher U-Boote für die norwegische Marine Anfang dieses Jahres ergeben sich für die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Norwegen zahlreiche neue Kooperationsmöglichkeiten im maritimen Bereich. Die Vereinbarung ist an die Bedingung geknüpft, dass norwegische Unternehmen als Zulieferer einbezogen werden.

Am Rande der Messe findet in Høvik nahe Oslo die erste deutsch-norwegische Konferenz zum Thema „Deep Sea Mining“ statt. Hierbei sollen Perspektiven für eine Zusammenarbeit Norwegens und Deutschlands beim Abbau von Tiefsee-Mineralien ausgelotet werden, um zukünftig dringend benötigte Rohstoffe gemeinsam zu sichern. Die Eröffnungsrede wird Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, halten.

 

 

 

 

 

 

 

 

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