Erste deutsch-norwegische Konferenz zum Tiefseebergbau

Der Meeresbodens in 4.400 Meter Tiefe. Der Boden in den deutschen Lizenzgebieten ist zum Teil dicht mit Manganknollen belegt.©Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover
Der Meeresbodens in 4.400 Meter Tiefe. Der Boden in den deutschen Lizenzgebieten ist zum Teil dicht mit Manganknollen belegt.©Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover

Oslo, 23. Mai 2017. Am 30. Mai 2017 findet in Høvik bei Oslo die erste deutsch-norwegische Konferenz zum Thema „Deep Sea Mining“ statt. Ziel der Konferenz ist es, Perspektiven für eine Zusammenarbeit Norwegens und Deutschlands beim Abbau von Tiefsee-Mineralien zu entwickeln, um zukünftig dringend benötigte Rohstoffe gemeinsam zu sichern. Die Eröffnungsrede wird Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, halten.

Angesichts der steigenden globalen Nachfrage nach seltenen Metallen für die Produktion von Hightech-Geräten haben die Industrieländer die Tiefsee als Reservoir von Mineralien ins Visier genommen. Auch Deutschland hält zwei Lizenzen, um Manganknollen und Massivsulfide aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik zu bergen. Damit sind hohe Markterwartungen verbunden. Allerdings erfordert der Abbau dieser Vorkommen Investitionen im Milliardenbereich.

Mit der Konferenz in Høvik werden deutsche und norwegische Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammengeführt, um mögliche Kooperationen vorzubereiten. „Deutsche Firmen können von der Expertise Norwegens aus der jahrzehntelangen Förderung von Erdöl und Gas profitieren“, sagt Manuel Kliese, Leiter von Innovation Norway Deutschland & Niederlande. „Allein die Technik für den Abbau von marinen mineralischen Rohstoffen muss erst erprobt werden – das ist mit kompetenten Partnern leichter.“

Ein weiterer Vorteil einer Kooperation mit Norwegen liege in der Möglichkeit, Abbau und Förderung von seltenen Erden aus der Tiefsee statt im Pazifik vor Ort im Nordmeer zu testen, erklärt Innovation Norway in einer Presseinformation. In den norwegischen Küstengewässern gebe es umfangreiche Vorkommen von Massivsulfiden. Die norwegische Regierung bereite aktuell eine Gesetzgebung zum

Angesichts wachsender Rohstoffpreise hat der direkte Zugriff auf seltene Mineralien langfristig eine immense wirtschaftliche Bedeutung. Auch die Bundesregierung hat die umweltschonende Förderung marinen Tiefseebergbaus in ihre Maritime Agenda 2025 aufgenommen. Die Konferenz in Høvik findet unter Beteiligung hochrangiger deutscher und norwegischer Regierungsvertreter statt.

Um ihre Interessen zu bündeln und gemeinsam zu vertreten, haben sich mehr als 20 Mitglieder aus Wissenschaft und Wirtschaft 2014 zur internationalen „Deep Sea Mining Alliance“ (DSMA) mit Hauptsitz in Hamburg zusammengeschlossen. Ziel der DSMA ist unter anderem die Herstellung einer kompletten Wertschöpfungskette vom umweltfreundlichen Abbau über die Förderung bis hin zur Gewinnung von Nickel, Kupfer oder Kobalt aus Manganknollen und aus Massivsulfiden.

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