Geologen erwarten Rekordfunde bei Öl und Gas in der Barentssee

Oslo, 16. Mai 2017. Norwegens Öl- und Gasreserven in der Barentssee könnten doppelt so hoch sein wie ursprünglich angenommen. Nach jüngsten Kalkulationen des Norwegischen Petroleum Direktorates, die jetzt in dem Bericht „Geologische Evaluierung der Petroleum-Ressourcen im östlichen Teil der nördlichen Barentssee“ veröffentlicht wurden, betragen die Reserven im östlichen Teil der nördlichen Barentssee 1,37 Milliarden Kubikmeter Öläquivalent.

„In den vergangenen Jahren wurden beträchtliche Fortschritte der Datenerfassung in der nördlichen und nordöstlichen Barentssee an der Grenze zu Russland gemacht. Im Sommer 2015 wurden Flachbohrungen östlich und nördlich von Kvitøya getätigt. Die Resultate waren bedeutend“, heißt es im Vorwort des Berichtes. Das neu untersuchte und kartografisch erfasste Gebiet deckt 170.000 Quadratkilometer ab.

Die Zahlen seien natürlich mit einigen Unsicherheitsfaktoren verbunden. Sie könnten niedriger oder auch viel höher sein, sagte Bente Nyland, Generaldirektorin des Norwegischen Petroleum Direktorates, im Vorwort der Studie.

15 Erkundungsbohrungen erwartet das Petroleum-Direktorat für dieses Jahr in der Barentssee, zwei mehr als im Rekordjahr 2014. „Das ist ein bedeutendes Wachstum und zeigt eine positive Entwicklung in der Barentssee“, sagte Bente Nyland während einer Konferenz in Hammerfest Ende April.

Einen wichtigen Meilenstein werde 2017 die Aufdeckung der Öl- und Gasressourcen in der südöstlichen Barentssee darstellen – ein kürzlich eröffnetes Gebiet, das in der 23. Lizenzierungsrunde angeboten wurde und wo bisher keine Erkundungsbohrungen stattgefunden haben. Hier sei die Wahrscheinlichkeit für neue Funde am größten, so Nyland. Im Sommer werde der staatliche Öl- und Gaskonzern Statoil das erste Bohrloch im Nordosten des Gebietes bohren. Dies werde zeigen, ob in dem Gebiet tatsächlich Vorkommen gefördert werden können. Gleichzeitig bringe dies einen erheblichen Erkenntnisgewinn bezüglich der Geologie in diesem Bereich der Barentssee.

Insgesamt wird Statoil fünf oder sechs Erkundungsbohrungen durchführen. Der schwedische Konzern Lundin plant zwei Bohrungen und verschiedene Bewertungsbohrungen im Gebiet Alta/Gohta, die erste Bewertungsbohrung sei gestartet worden, teilte der Konzern am 11. Mai mit.

Nach jetzigem Stand sind drei neue Feldentwicklungen in der Barentssee geplant: Johan Castberg, Alta/Gohta and Wisting.

Der Bericht „Geologische Evaluierung der Petroleum-Ressourcen im östlichen Teil der nördlichen Barentssee“ soll im Juni in englischer Sprache vorliegen.

 

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