Wintershall: „Smarte und clevere Lösungen“ für Norwegen

Das Feld Maria ist mit den Plattformen in der Umgebung über rund einhundert Kilometer Pipeline vernetzt©Wintershall Holding GmbH
Das Feld Maria, ca. 200 Kilometer vor der Küste Trondheims gelegen,  ist mit den Plattformen in der Umgebung über rund einhundert Kilometer Pipeline vernetzt©Wintershall Holding GmbH

Kassel, 22. März 2017. Norwegen ist für Deutschlands größten Öl- und Gaskonzern Wintershall eine Kernregion für den weiteren Produktionsausbau. Wie Vorstandsvorsitzender Mario Mehren auf der Jahrespressekonferenz erklärte, sei die Nordsee unverändert eine wichtige und sichere Quelle für die europäische Versorgung. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen seine tägliche Öl- und Gasproduktion in der Region von 3.000 auf aktuell mehr als 80.000 BOE erhöht. Den höchsten Zuwachs brachte der Start der Produktion im Feld Ivar Aasen, an dem Wintershall als Partner beteiligt ist.

Am Montag, 20. März, startete der Konzern mit den Bohrungen im Feld Maria – das erste Projekt, das Wintershall Norwegen komplett von der Erschließung bis zur Förderung umsetzt. Insgesamt sind sechs Bohrungen in 573 Tagen geplant. Weitere Operationen werden zeitgleich mit der Anbindung des Maria-Feldes an die existierende Infrastruktur in den Nachbarfeldern erfolgen. Damit befindet sich das Flaggschiff des Konzerns in Norwegen in der Bauphase. Die Produktion wird 2018 starten.

V.l.: Die Wintershall-Vorstände Ties Tiessen, Mario Mehren, Martin Bachmann und Thilo Wieland zur Jahrespressekonferenz in Kassel©Wintershall

Das Feld Maria sowie das Entwicklungsprojekt Skarfjell seien „Best Case Scenarios“ für das gegenwärtige Marktumfeld, so Mehren. Ziel sei es, die existierende Infrastruktur zu nutzen, Kosten zu sparen und den Lebenszyklus der umliegenden Ölfelder damit zu verlängern. Dafür wird Maria mit den Förderplattformen Kristin, Heidrun und Åsgard B über eine Unterwasser-Pipeline verbunden. „Smarte und clevere Lösungen sind der Weg, um in kostenintensiveren Regionen weiter Geld zu verdienen“, sagte der Vorstandsvorsitzende zum Norwegen-Engagement.

Die Bohrungen führt die 2010 gefertigte „Deepsea Stavanger“ aus – eine Tiefwasser-Halbtaucherplattform der sechsten Generation mit Doppelbohrturm. Sie gilt für den geplanten Betrieb im Maria-Feld als hocheffiziente Bohranlage. Den Auftrag für die Bohrplattform hat Wintershall an Odfjell Drilling vergeben. Der Vertrag hat bei einer Budgetierung auf 574 Tage einen ungefähren Wert von 175 Millionen US-Dollar (1,5 Milliarden NOK).

Die 2010 gefertigte "Deepsea Stavanger" ist eine Tiefwasser-Halbtaucherplattform der sechsten Generation mit Doppelbohrturm.©Odfjell Drilling
Die 2010 gefertigte „Deepsea Stavanger“ ist eine Tiefwasser-Halbtaucherplattform der sechsten Generation mit Doppelbohrturm.©Odfjell Drilling

Wintershall’s Öl- und Gasproduktion befindet sich auf Rekordniveau. Trotz der schwierigen Bedingungen, die der niedrige Ölpreis mit sich bringt, erreichte das Unternehmen 2016 eine Produktion von 165 Millionen Barrel Öläquivalent (BOE). Damit hat Wintershall seine Öl- und Gasproduktion in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. In der gleichen Zeit verdoppelte das Unternehmen seine verfügbaren Reserven von 814 Millionen auf 1,62 Milliarden BOE.

Auch für 2017 erwartet Wintershall einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (EBIT) . „Wir haben dazu frühzeitig richtig investiert: in Öl- und Gasfelder in Regionen mit günstigen Förderkosten und in den Ausbau unsere starken Partnerschaften“, erklärte der Vorstandsvorsitzender. In den aktuellen Zeiten niedriger Preise profitiere das Unternehmen von seinem diversifizierten Portfolio mit niedrigen Produktions- und Reservenersatzkosten, insbesondere in Russland und Argentinien.

Wintershall habe seine Produktion auf einen Höchststand gesteigert und gleichzeitig Kosten und Ausgaben für Investitionen reduziert. Die deutlich höheren Fördermengen kamen 2016 vor allem aus Norwegen und der Joint Operation Achimgaz in Russland.

Der Gewinn ist 2016 durch gefallene Öl- und Gaspreise sowie den vollzogenen Tausch von Vermögenswerten mit Gazprom in Russland stark gesunken. Der Ertrag vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (EBIT) betrug 2016 517 Millionen Euro, nach 1.366 Millionen Euro im Jahr 2015.

Die Unterwassergerüste wurden etwa 300 Meter unter dem Meeresspiegel installiert. Die gelben Stahlstrukturen wiegen jeweils 285 Tonnen und haben insgesamt die Größe eines Basketballfeldes.©Wintershall/Thor Oliversen
Die Unterwassergerüste wurden etwa 300 Meter unter dem Meeresspiegel installiert. Die gelben Stahlstrukturen wiegen je 285 Tonnen und haben die Größe eines Basketballfeldes.©Wintershall/ Thor Oliversen

Mehren kündigte an, in den kommenden Jahren zu sparen und zu investieren. Das Unternehmen will weiter ausgewählte Projekte ausbauen, insbesondere in günstigen Förderregionen wie Argentinien und Russland, aber auch in Norwegen. Insgesamt will Wintershall bis 2021 rund 4,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Öl- und Gasaktivitäten investieren. Das ist rund ein Viertel (23 Prozent) der gesamten Investitionssumme der BASF-Gruppe für den Zeitraum von 2017 bis 2021.

Die Schlüsselprojekte der kommenden Jahre sind Maria und Aasta Hansteen in Norwegen, die Projekte in der Achimov-Formation in Russland sowie Vorhaben in den Provinzen Feuerland und Neuquén in Argentinien.

In einer Forsa-Umfrage zur Rolle von Erdgas im Energiemix, die anlässlich der Jahrespressekonferenz vorgestellt wurde, sprechen sich 67 Prozent der Befragten dafür aus, dass Norwegen für Deutschland eine wichtige Rolle als Zulieferer für Erdgas spielen soll.

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