Ein Schiffstunnel für die Sicherheit

Den Stad-Schiffstunnel kann auch das größte Hurtigruten-Schiff, die Midnatsol, passieren.©Norwegian Coastal Administration
Den Stad-Schiffstunnel kann auch das größte Hurtigruten-Schiff, die Midnatsol, passieren.©Norwegian Coastal Administration

Oslo, März 2017. Als wäre eine Reise mit den Hurtigruten durch Norwegens Fjorde nicht schon spektakulär genug. Bald werden die Touristen auf ihrem Weg entlang der Küste nicht nur riesige Wasserfälle, gigantische Felsvorsprünge oder atemberaubende Nordlichter bestaunen können – bald gehört auch eine Durchfahrt durch einen Tunnel nahe der Ortschaft Stad zum Reiseprogramm. Die technische Machbarkeitsstudie des Tunnel-Projektes ist abgeschlossen, Anfang Januar dieses Jahres wurde das Vorhaben für die Prüfung der Umweltverträglichkeit eingereicht, und im kürzlich veröffentlichten Nationalen Transportplan 2018 bis 2029 wird der Stad-Tunnel von der norwegischen Küstenadministration Kystverket empfohlen. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass diese Weltneuheit tatsächlich Realität werden wird.

Freilich geht es bei dem Bau des Tunnels nicht um eine weitere Touristenattraktion und nicht einmal um den wirtschaftlichen Nutzen. Es geht um Sicherheit. Das Meer rund um die Halbinsel Stadlandet gilt als gefährlich. Es gibt Unfälle, und oft müssen Schiffe wegen schlechten Wetters im Hafen ausharren. „Die Realisierung des Projektes wird das Risiko von Störungen und Unfällen in dem verwitterten und gefährlichen Gewässer reduzieren. Er macht die Seepassage für Menschen und Güter sicher“, erklärt Terje Andreassen, Projektleiter der Küstenadministration, bei einer Bürgerversammlung in der Gemeinde Stad Anfang Januar.

Der Tunnel erspart den Schiffen die Passage in den gefährlichen Gewässern. Die Tunnelröhre wird die Halbinsel Stadlandet durchqueren und den Moldefjord mit dem Vanylvsfjord verbinden.

Das hat natürlich auch einen wirtschaftlichen Effekt, denn die Fahrzeit reduziert sich. Die Projektbetreiber rechnen mit fünf Passagen pro Stunde durch den Schiffstunnel. Dies entspricht 18 Schiffen pro Tag und über 7.000 Tunnelfahrten pro Jahr.

©Norwegian Coastal Administration
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Allerdings erklärt Andreassen: „Allein gesehen ist der Tunnel nicht rentabel. Aber er wird die Sicherheit und die Berechenbarkeit für Schiffe erhöhen.“ Dieser Aspekt schließlich führt dazu, dass nicht eine Lösung mit einem kleinen Tunnel favorisiert wird, sondern tatsächlich sollen die ganz Großen der Branche (Frachtschiffe von bis zu 16.000 Bruttoregistertonnen) die Passage nutzen können. Nach dem jetzigen Projekt wird der Tunnel 49 Meter hoch sein, 36 Meter breit, 1,7 Kilometer lang und zwölf Meter tief.

Im Nationalen Transportplan 2014 bis 2023 waren eine Milliarden NOK für den Stad-Tunnel bewilligt. Nach heutigem Stand betragen die Gesamtkosten des Vorhabens 2,3 Milliarden NOK.

2018 soll der Bau starten. Und auch wenn der Tunnel nicht als Touristenattraktion gedacht ist – sicher wird er mit der Durchfahrt des dann größten Schiffes der Hurtigruten-Reederei offiziell eröffnet.

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