Nordische Botschaften begehen gemeinsam Frauentag

Auch in den Nordischen Botschaften ist es eher eine Ausnahme, wenn der Saal wie am Internationalen Frauentag mehrheitlich mit Frauen gefüllt ist.©BPN
Auch in den Nordischen Botschaften ist es eher eine Ausnahme, wenn der Saal wie am Internationalen Frauentag mehrheitlich mit Frauen gefüllt ist.©BPN

Berlin, 8. März 2017. Anlässlich des Internationalen Frauentages haben die Nordischen Botschaften in Berlin zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. In ihrer Begrüßungsansprache erinnerte Finnlands Botschafterin Ritva Koukku-Ronde daran, dass Finnland neben Polen und Ungarn zu den ersten Ländern zählte, die 2016 das aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt haben. Die Gleichstellung der Geschlechter sei eine der wichtigsten Voraussetzungen gewesen, um das nordische Modell aufzubauen. Auch im Jubiläumsjahr 2017,  in dem Finnland das 110-jährige Jubiläum seiner staatlichen Unabhängigkeit begeht, fänden zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung statt, so die Botschafterin.

Prof. Dr. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Dr. Anna-Maija Mertens, Geschäftsführerin Transparency International Deutschland e.V., und Heikki Aittokoski, Journalist, gingen der Frage nach: „Was habe ich zur Förderung der Gleichstellung geleistet und was werde ich noch dafür tun?“

Frauen seien aus wirtschaftlicher Sicht die größte ungenutzte Ressource, sagte Marcel Fratzscher. Deutschland habe bei der Besetzung der Führungspositionen mit Frauen einen hohen Aufholebedarf. Noch bis vor drei Jahren sei er ein Gegner der Frauenquote bei der Besetzung von Aufsichtsratsposten mit Frauen in DAX-Konzernen gewesen. Inzwischen habe er allerdings gelernt, dass das System gut funktioniert.

Auch Transparency-Geschäftsführerin Mertens betrachtet die Gleichstellung unter dem Aspekt des Resourcemanagements. „Die besten Köpfe müssen am Aufbau der Gesellschaft teilhaben“, sagte Mertens. Dafür brauche man eine bessere Durchlässigkeit. Wichtig sei es, an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Letztlich sei das Thema Gleichstellung kein Frauenthema, sondern betreffe alle Menschen.

Frauen in Regierung und Parlament

Norwegen: 50 % in der Regierung, 39,6 % im Parlament

Dänemark: 29 % in der Regierung, 38,9 % im Parlament

Finnland: 36 % in der Regierung, 41,5 % im Parlament

Island: 36,3 % in der Regierung, 47,6 Prozent im Parlament

Schweden: 50 % in der Regierung, 44 % im Parlament

 

Frauen in leitenden Positionen

Norwegen: 34,9 % Top-Managerinnen, 55 % im öffentlichen Sektor, 24 % im privaten Sektor

Dänemark: 19,35 % Top-Managerinnen, 43 % im öffentlichen Sektor, 35 Prozent im privaten Sektor

Finnland: 32 % in den Vorständen der großen börsennotierten Unternehmen, ca. 40 % im öffentlichen Sektor

Island: 23,7 % Vorstandsvorsitzende, 22,0 % Managerinnen in Unternehmen, Bischöfin

Schweden: 30 % im privaten Sektor, 62 % im öffentlichen Sektor

 

Frauen in der akademischen Welt

Norwegen: 27% Professorinnen, 53 % Stipendiaten, 65 % Hochschulabschlüsse

Dänemark: 20 % Professorinnen, 30 % Junior-Professorinnen, 40 % Postdocs, 53 % Lehrerinnen (Gymnasium)

Finnland: 28 % Professorinnen, 53 % Promovierende

Island: 26,3 % Professorinnen, 36 % Dozentinnen, 51,1 % Lektorinnen (2012)

Schweden: 26 % Professorinnen, 63 % Hochschulabschlüsse

Quelle: Gleichstellungsstatistik in den Nordischen Ländern/ Nordische Botschaften

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