Besonderheiten beim Export nach Norwegen

Finden Sie im Exportbericht Norwegen weitere Informationen.

Im Zuge der Globalisierung ist es fast schon selbstverständlich, an Kunden aus aller Welt zu verkaufen und zu liefern. Der Gesetzgeber hat diese Entwicklung jedoch (noch) nicht hinreichend berücksichtigt, indem zahlreiche Informationspflichten wie die Angabe der Lieferzeit in jedes belieferte Land angegeben werden müssen. Außerdem stehen Zoll- und Einfuhrvorschriften dem einfachen grenzüberschreitenden Handel im Weg.

Mehr Aufwand beim Online-Handel nach Norwegen

Viele Händler möchten ihren Kundenkreis nicht nur auf deutsche Käufer beschränken, sondern streben auch die Lieferung ausländischer Kunden an. Das macht der Online-Handel ganz einfach möglich, denn Kunden können weltweit in Online-Shops bestellen und sich Waren in den letzten Winkel der Welt liefern lassen. Die zunehmende Globalisierung wird jedoch vom Gesetzgeber ausgebremst, indem Informationspflichten zu Gunsten der ausländischen Verbraucher bestehen.

Online-Händler, deren Angebote sich auch an Kunden in Norwegen richten, dürfen in ihren AGB keine Rechtswahlklauseln wie „Diese Vertragsbedingungen unterliegen deutschem Recht.“ verwenden. Wenn in den AGB auch der Hinweis erfolgt, dass günstigere nationale Bestimmungen des Verbrauchers nicht beeinträchtigt werden, dann steht dem Handel nach Norwegen nichts im Weg.

Deutsche Online-Händler, die nach Norwegen liefern möchten, sind außerdem verpflichtet, sämtliche dafür anfallende Transportkosten anzugeben. Dabei darf wegen der Preisdifferenzen zwischen der Lieferung aufs norwegische Festland und einer Inselzustellung unterschieden werden. Für Händler stellt sich das Problem, dass die Lieferzeiten für eine Lieferung nach Norwegen (samt Inseln) angegeben werden müssen – was in der Praxis gar nicht mal so einfach ist. Die Frist sollte daher entsprechend großzügig gewählt werden.

Verkäuferpflichten bei Zoll und Einfuhr

Während der E-Commerce in der Europäischen Union boomt und auch vor Landesgrenzen immer weniger Halt macht, haben die Norweger ein wenig das Nachsehen. Durch den Status Norwegens als Drittstaat gibt es einige Besonderheiten bei der Einfuhr und Verzollung zu beachten.

Für norwegische Kunden ist es vor einem grenzüberschreitenden Verkauf interessant zu wissen, ob Zölle anfallen, und wenn ja in welcher Höhe. Eine gesetzliche Pflicht für deutsche Händler, norwegische Käufer darauf hinzuweisen, besteht aber nicht. Eine ausdrückliche Pflicht zum Hinweis auf anfallende Steuern und Gebühren bei einem Versand nach Norwegen besteht somit für deutsche Händler nicht – sowohl bei online als auch bei offline geschlossenen Verträgen.

Dass die Einfuhr von Waffen, lebenden Tieren und sonstigen sensiblen oder gefährlichen Gütern tiefergehenden und strengeren Einfuhrbestimmungen unterlegt, versteht sich von selbst. Bedingt zur Einfuhr zugelassene Gegenstände sind speziell für Norwegen Honig, Kakao und Kakao-Erzeugnisse, Parfum-, Kosmetik- oder Toilettenerzeugnisse mit Alkohol. Alle Schuhe müssen mit dem Namen des Ursprungslandes und des Herstellers oder Importeurs gekennzeichnet sein. Für Schuhe aus Taiwan ist eine Einfuhrlizenz erforderlich. Wegen der staatlichen Regulierung des Alkoholverkaufs ist bei der Einfuhr alkoholischer Getränke eine Genehmigung der norwegischen Direktion zur Verhinderung von Alkohol- und Drogenproblemen vorzulegen.

Transportbestimmungen beachten

Sowohl für den Versand eines Päckchens als auch eines Paketes müssen sogenannte Zollinhaltserklärungen abgegeben werden. Für ein DHL Päckchen sowie Warensendungen ist die Zollinhaltserklärung hier, für Pakete ist sie hier downloadbar. Der Zollinhaltserklärung ist im Falle aller zu kommerziellen Zwecken eingeführten Sendungen eine Handelsrechnung in doppelter Ausfertigung beizufügen.

Überschreitet der Warenwert den Betrag von 1.000 Euro, benötigt der Versender außerdem eine Ausfuhranmeldung. Hierzu ist die Ausfuhr der Waren über das Zoll-Onlinetool Internetausfuhranmeldung Plus (IAA Plus) oder direkt als ATLAS-Teilnehmer bei der Ausfuhrzollstelle anzumelden.

Außerdem muss sich der Versender mit den Transportbestimmungen seines Transportunternehmens auseinandersetzen. Viele Transportunternehmen regeln den Versand ins Nicht-EU- Ausland besonders und haben diverse Haftungsbeschränkungen .

Die Autorin

Yvonne Bachmann ist seit 2013 als Rechtsanwältin für den Händlerbund tätig. Dort berät sie Online-Händler in Rechtsfragen und berichtet auf dem Infoportal OnlinehändlerNews regelmäßig zu Rechtsthemen, welche die E-Commerce-Branche bewegen.

Der Händlerbund versteht sich als Mittler und Partner der E-Commerce-Branche und fördert den Austausch zwischen Händlern und Dienstleistern. Um den digitalen und stationären Handel nachhaltig zu unterstützen und zukunftsfähig auszurichten, bündelt der Händlerbund zum einen professionelle E-Commerce-Dienstleistungen und tritt zum anderen als europaweite Interessenvertretung auf.

Kontakt:
info@haendlerbund.de
www.haendlerbund.de.

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