Handel Deutschland-Norwegen stark eingebrochen

Das Erdgasterminal Emden. Hier wird norwegisches Gas für Deutschland und weitere Länder in Europa angeliefert©Gassco
Das Erdgasterminal Emden. Hier wird norwegisches Gas für Deutschland und weitere Länder in Europa angeliefert©Gassco

Oslo/Wiesbaden, 3. Februar 2016. Der Handel zwischen Deutschland und Norwegen ist im vergangenen Jahr stark eingebrochen. Nach Angaben des norwegischen Statistikbüros SSB ging der deutsch-norwegische Warenverkehr 2016 um 17,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Verantwortlich für diesen extremen Einbruch sind die wertmäßig gesunkenen Lieferungen der Öl- und Gasindustrie aus Norwegen, die 2016 gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 34 Prozent zu verzeichnen hatten. Mengemäßig meldete Norwegen im vergangenen Jahr einen neuen Rekord bei den Gaslieferungen. Wie der Gas-Operator Gassco Anfang Januar mitteilte, exportierte Norwegen 108,56 Milliarden Standard-Kubikmeter Gas nach Deutschland, Belgien, Frankreich und Großbritannien. Im Vorjahr betrug die Liefermenge 108,44 Milliarden Kubikmeter Gas. Die deutschen Öl- und Gasimporte aus Norwegen legten mengenmäßig von Januar bis November 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 1,8 Prozent zu. Die Rohölimporte aus Norwegen gingen dagegen um 11,3 Prozent zurück. Erdgasimporte nach Herkunftsländern werden seit dem vergangenen Jahr nach Informationen der BAFA aus Datenschutzgründen nicht mehr veröffentlicht.

Allerdings sind nicht nur die niedrigen Öl- und Gaspreise für den Rückgang der Gesamtexporte nach Deutschland verantwortlich. Auch die Festlandexporte nach Deutschland schrumpften um sechs Prozent.

Die deutschen Lieferungen dagegen konnten im vergangenen Jahr um fünf Prozent zulegen. Das Handelsdefizit betrug 33,5 Milliarden NOK, 58 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wuchsen die deutschen Ausfuhren nach Norwegen in diesem Zeitraum von 8,08 Milliarden Euro  2015 auf auf 8,70 Milliarden Euro 2016. Die Einfuhren gingen von 16,2 Milliarden Euro 2015 auf 12,4 Milliarden Euro 2016 zurück.

Erdgaslieferungen hatten nach Angaben der norwegischen Statistikbehörde an den norwegischen Gesamtlieferungen nach Deutschland 2016 einen Anteil von 58 Prozent, Mineralöl und Mineralölprodukte einen Anteil von 14 Prozent. Fische und Meerestiere brachten es auf einen Anteil von drei Prozent.

Bei den deutschen Lieferungen dominierten Kraftfahrzeuge mit einem Anteil von 30 Prozent vor Maschinen und Ausrüstungen (8 Prozent) und Elektrogeräten und -apparaten (7 Prozent).

Außenhandel_Deutschland_Norwegen_2012-2016_gesamt

Außenhandel_Deutschland_Norwegen_nach Waren_2016

 

 

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