Führerlos auf dem Trondheimfjord

Oslo, 3. Oktober 2016. Der Trondheimfjord wird das erste Testgebiet in der Welt für autonom fahrende Schiffe. Die Norwegian Maritime Authority und die Norwegian Coastal Administration haben Anfang Oktober einen Vertrag unterzeichnet, der Tests für autonom fahrende Schiffe auf dem Trondheim Fjord ermöglicht. Die Technische Universität Trondheim, NTNU, Kongsberg Seatex, Kongsberg Maritime, MARINTEK, Maritime Robotics und der Hafen Trondheim beteiligen sich an der Initiative.

„Wir wissen noch nicht, wie weit verbreitet die autonome Steuerung in der Zukunft sein wird“, sagte Olav Akselsen, Generaldirektor für Schifffahrt und Navigation der Seefahrtsbehörde Norwegens, „aber die Norwegian Maritime Authority wird in dieser Entwicklung eine zentrale Rolle spielen.“

NTNU und Sintef werden in Kürze mit den Tests starten. Anlässlich der Unterzeichnung des Vertrages waren Gäste und Journalisten bereits zu einer ersten Demonstrationstour mit dem führerlosen Schiff „Gunnerus“ auf dem Trondheimfjord eingeladen.

„Gegenwärtig passiert viel in der Schiffbauindustrie, sowohl bezüglich der autonomen Steuerung als auch bezüglich neuer umweltfreundlicher Lösungen. Die Norwegian Maritime Authority ist ein bedeutenden Partner für solche innovativen Initiativen. Wir wollen diesbezüglich eng mit der Industrie zusammenarbeiten, so dass wir eine führende Rolle spielen können bei der Ausarbeiten der Regeln und Rahmenbedingungen, die diese neuen technischen Lösungen erfordern“, sagt Akselsen. Inzwischen wurde das Norwegian Forum for Autonomous Ships (NFAS) gegründet.

Künstlerische Impressionen von der Zukunft des autonomen Fahrens auf dem Trondheimfjord©kongsberg
Künstlerische Impressionen von der Zukunft des autonomen Fahrens auf dem Trondheimfjord©kongsberg

Bei der Entwicklung des autonomen Fahrens in der Schifffahrt spielt der norwegische Technologiekonzern Kongsberg eine wichtige Rolle. „Der Fakt, dass dieses Testgebiet jetzt geschaffen wurde, setzt eine Menge Energie für die weitere Forschung frei, sowohl bei den Forschungsinstituten als auch bei der Industrie“, sagte Gard Ueland, Präsident der Kongsberg Seatex, dem in Trondheim beheimateten Tochterunternehmen des Konzerns. Kongsberg Seatex testete bereits im Juni dieses Jahres auf dem Trondheimfjord gemeinsam mit der Technischen Universität Trondheim und dem Norwegian Defence Research Establishment verschiedene Lösungen für selbstfahrende Schiffe. Mit dem Projekt AUTOSEA, an dem neben Kongsberg die NTNU, DNV GL und Maritime Robotics beteiligt sind, wird die Entwicklung vor allem der Sensoren-Technologie vorangetrieben.

Trondheim gilt als eine der technologischen Hochburgen Norwegens im maritimen Bereich. Hier sind verschiedene maritime Technologiecluster und Forschungsinstitute angesiedelt, so das Ocean Space Centre, die Norwegische Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU), das Center for Autonomous Operations and Services (AMOS) und das Norwegian Marine Technology Research Institute (MARINTEK).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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