Klimaziele des Landes

Norwegen will 2017 erstmals ein Klimagesetz verabschie­den. Das hat der „Storting“, das norwe­gische Parlament, am 26. März 2015 mit einer drei Viertel-Mehrheit beschlossen. Hin­tergrund ist ein Beschluss vom Februar 2015, wonach sich Norwegen dem EU-Klimaziel anschließen werde, bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen gegenüber 1990 um  40 Prozent zu reduzieren. Das Klimagesetz soll nun für 2020, 2030 und 2050 verbindliche Ziele für den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen festlegen. Die Klimaziele sind im Weißbuch zum Klimaschutz festgelegt, das am 6. Februar 2015 veröffentlicht wurde.

Obwohl Norwegen seit Jahren sei­nen Energieeigenbedarf aus Wasser­kraft deckt, verursachte das Land einen beträchtlichen CO2-Austoß. 2015 betrug die Emission auf norwegischem Territorium nach Angaben des statistischen Amtes Norwegen SBB von insgesamt 53,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Damit liegt der Ausstoß von Treibhausgasen um 1,4 Prozent höher als 2014. Seit 1990 ist der Ausstoß um 3,4 Prozent gewachsen. Den größten Anteil daran hat die Öl- und Gasindustrie vor der verarbeitenden Industrie und dem Straßenverkehr.

Norwegen ist der siebtgrößte Ölex­porteur weltweit und der zweitgrößte Exporteur von Erdgas. Der daraus resul­tierende Wohlstand, angelegt und verwaltet im staatli­chen Government Pension Fund Global (GPFG), soll künftig in grüne Techno­logien zurückfließen. Norwegen ist heute bereits Vorreiter beim Einsatz von Flüssiggas in der Schifffahrt. 44 der weltweit 50 LNG-Schiffe sind in Norwegen im Einsatz. Ebenfalls treibt das Land die E-Mobilität voran. So fahren – berechnet auf die Zahl der Einwohner – nicht nur die meisten Pkw mit Elektroantrieb in Norwegen, Norwegen hat auch die erste Fähre gebaut, die über Batterie aufgeladen wird. Sie ist seit 2015 im Einsatz.

Einen beträchtlichen Teil der Einsparungen sollen im Transport realisiert werden. Im nationalen Transportplan der Regierung, der vom Parlament noch verabschiedet werden muss, werden konkrete Ziele vorgesehen, so auch ein beträchtlicher Ausbau der E-Mobilität. Stufenweise sollen ab 2025 Benzin- und Dieselfahrzeuge von der Straße verschwinden. Auch im Seeverkehr sind beträchtliche Einsparungen von Treibhausgasen durch die Anwendung umweltfreundlicher Treibstoffe vorgesehen.

Norwegen ist auch das erste Land, das ein Pilotprojekt zur CCS-Abspaltung und Speicherung gestartet hat.

Auch mit seinen Investitionen weltweit bekennt sich Norwegen zum Klimaschutz. Am 10. April 2015 informierte Finanz­minister Siv Jensen darüber, dass der Government Pension Fund Global bis 2017 neue Kriterien einführen wird, nach denen die Anlageziele des Fonds stärker nach umwelt- und klimafreund­lichen Kriterien ausgewählt werden müssen. Ein Beraterstab unter Leitung von Svein Gjedrem, dem ehemaligen Zentralbankchef, soll diese Leitlinien er­arbeiten. Unternehmen, die die Umwelt „inakzeptabel hoch“ belasten, würden aus dem Portfolio abgestoßen, so Jen­sen. In den vergangenen Monaten zog sich der Government Pension Fund Global bereits aus zahlreichen Unternehmen zurück, die einen hohen Kohlendioxidausstoß verursachen.

 

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