Norges Statsbaner NSB verpassen sich neues Branding

In einem dunklen Militärgrün kommen jetzt die einstmals freundlichen roten Züge der NSB als VY daher.©Vy

Oslo, 13. März 2019. Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit haben sich die Norges Statsbaner (NSB) einen neuen Marktauftritt verschafft. Seit dem 12. März bezeichnet sich die Gesellschaft als „VY“. Das soll Vision und Aussicht in die Zukunft bedeuten. Nicht zuletzt geht es darum, die Bezeichnung „Staatsbahn“ loszuwerden.

Die Züge erhalten ein neues dunkelgrünes Erscheinungsbild und das Personal neue Uniformen. Die Neuerung umfasst ebenso die zum Konzern gehörende Busgesellschaft Nettbuss und in Schweden die Bahngesellschaft Tågkompaniet im Besitze der NSB. Die gesamten Kosten belaufen sich auf stolze 280 Millionen NOK. Das neue Erscheinungsbild wird von der Bevölkerung kritisch aufgenommen. Die Bezeichnung „VY“ erweckt keine Beziehung zu einem Verkehrsunternehmen. Manche erinnert das dunkle Grün an Militärfahrzeuge. Kritisiert werden auch die hohen Kosten ohne Nutzen für die Fahrgäste. Sehr fragwürdig ist die verschlechterte Erkennbarkeit für die Sicherheit von im Gleisbereich tätigen Mitarbeitern.

Radikale Eisenbahnreform in der Umsetzung

In Norwegen wird derzeit eine radikale Eisenbahnreform umgesetzt. Den NSB werden die Fahrzeuge entzogen und in einen Rollmaterialpool überführt. Dieser wird von der eigens gegründeten staatlichen Gesellschaft Norske tog verwaltet. Den Gesellschaften welche eine Ausschreibung gewinnen, werden diese Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Wie erwartet haben die NSB letztes Jahr die erste Ausschreibung des Trafikkpakke Sør an die englische Verkehrsgesellschaft Go-Ahead verloren. Es umfasst die Sørlandsbanen, Arendalsbanen und Jærbanen. Weitere Ausschreibungen des nahezu gesamten norwegischen Streckennetzes folgen. Die neoliberale Eisenbahnreform der Mitte-Rechts-Regierung ist in der Bevölkerung umstritten. Die NSB sind bei den Reisenden beliebt und die Fahrgastzahlen sind in den letzen Jahren kontinuierlich angestiegen. Ob das Ziel der Reform erreicht wird, die Gesamtkosten für den Eisenbahnbetrieb zu reduzieren und einen reibungsloseren Betrieb zu erreichen, beurteilen Fachleute als unwahrscheinlich. Denn die allzu häufigen Verspätungen und Zugsausfälle sind auf Mängel der Infrastruktur zurückzuführen. Für diese ist jedoch der Infrastrukturbetreiber Bane Nor verantwortlich. Bleiben die Signale auf Rot, stehen die Züge jeder Gesellschaft still.

Jürg Streuli, Fachjournalist Transport und Logistik
juerg.streuli@swissonline.ch

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