Regierung empfiehlt Ausstieg des Staatsfonds aus Ölunternehmen

Finanzministerin Siv Jensen begründet den Ausstieg des norwegischen Staatsfonds aus Unternehmen, die sich hauptsächlich mit der Ölproduktion beschäftigen.©Regjerengen.no

Oslo, 8. März 2019. Norwegens Regierung empfiehlt den Ausstieg des Government Pension Fund Global, des größten Staatsfonds der Welt, aus Ölunternehmen. Auf dieses Weise soll das Anlagerisiko minimiert werden. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Regierung heute dem Storting, dem norwegischen Parlament, vorlegte.

Auf einer Pressekonferenz erläuterte Finanzministerin Siv Jensen die Hintergründe der Entscheidung der Regierung. “Ziel ist es, unser Gesamtvermögen weniger anfällig für einen dauerhaften Rückgang der Ölpreise zu machen. Dann sei es besser, die Unternehmen zu verkaufen, die nur mit der Exploration und Förderung von Öl und Gas beschäftigt sind.”

Dies bedeutet, dass Unternehmen, die vom Indexanbieter FTSE Russell als Upstream-Unternehmen eingestuft werden, aus dem Benchmark-Index und dem Anlageuniversum der GPFG zu entfernt werden. Die Maßnahme werde dazu beitragen, das mit dieser Tätigkeit in der norwegischen Wirtschaft verbundene Gesamtrisiko zu verringern, heißt es in einer Mitteilung der Regierung.

Die Einschätzung spiegele ebenso wie die Empfehlung der Norges Bank keine besondere Einschätzung der Ölpreise, der künftigen Rentabilität oder der Nachhaltigkeit im Erdölsektor wider. Sie sei unabhängig von der Erdölpolitik der Regierung. Das Ölgeschäft werde in Norwegen für viele Jahre weiterhin eine wichtige Branche sein.

Der Ausstieg werde im Laufe der Zeit und in Übereinstimmung mit detaillierteren Regeln erfolgen, die vom Finanzministerium in Absprache mit der Zentralbank (Norges Bank) festgelegt werden, und nachdem das norwegische Parlament den Bericht geprüft hat.

Ein anhaltender Ölpreisrückgang würde langfristige Folgen für die norwegischen Staatsfinanzen haben. Ein Verkauf der Energieanteile der GPFG könnte dazu beitragen, das Ölpreisrisiko etwas zu reduzieren. Der Effekt werde jedoch begrenzt sein.

“Alles deutet darauf hin, dass nahezu das gesamte Wachstum der börsennotierten Infrastruktur für erneuerbare Energien in den nächsten zehn Jahren von Unternehmen getragen wird, die keine erneuerbaren Energien als Haupttätigkeit haben. Es ist ein Wachstum, an dem der Fonds teilnehmen kann”, o die Finanzministerin.

Das Klimarisiko sei ein wichtiger finanzieller Risikofaktor für den GPFG und werde langfristig für einige der Unternehmen, in die der Fonds investiert ist, von Bedeutung sein. Das Finanzministerium werde die Zentralbank daher auffordern, ihre Arbeit zum Klimarisiko zu überprüfen, um die Arbeit für die einzelnen Unternehmen zu stärken.

Die Regierung beabsichtige nicht, SDFI-Aktien oder Aktien von Equinor zu verkaufen, um das Ölpreisrisiko der Regierung zu reduzieren.

Der Grund für die Entscheidung sind Ratschläge und Beurteilungen der Zentralbank und einer Expertengruppe sowie deren öffentliche Anhörung.

Im November 2017 hatte Norges Bank dem Finanzministerium empfohlen, die Anfälligkeit des Staatsvermögens für einen dauerhaften Rückgang der Öl- und Gaspreise zu verringern, indem die Branche  aus dem GPFG-Benchmarkindex für Aktien genommen würde.

Auf Anraten der Norges Bank berief das Finanzministerium eine Expertengruppe, die von Professor Øystein Thøgersen, Direktor an der Norwegischen Wirtschaftshochschule, geleitet wurde. Diese Gruppe ist der Ansicht, dass der GPFG weiter in Energieunternehmen investiert sein sollte.

Lesesn Sie hier die Einschätzungen des Finanzministeriums zu den Energieanteilen des GPFG.

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