Norwegen und Russland unterzeichnen gemeinsames Umweltprogramm für die Barentssee

Norwegens Umweltminister Ola Elvestuen mit seinem russischen Kollegen Dmitry Kobylkin bei der Unterzeichnung eines gemeinsamen Umweltprogrammsde©Ton Hertzberg
Norwegens Umweltminister Ola Elvestuen (l.) mit seinem russischen Kollegen Dmitry Kobylkin bei der Unterzeichnung eines gemeinsamen Umweltprogramms©Ton Hertzberg

Moskau, 20. Februar 2019. Norwegens Minister für Klima und Umwelt, Ola Elvestuen, und der russische Minister für Naturressourcen und Umwelt, Dmitry Kobylkin, haben auf der 20. Tagung der norwegisch-russischen Umweltkommission ein gemeinsames Umweltprogramm unterzeichnet. Als Gebiete der Zusammenarbeit wurden grenzüberschreitenden Probleme festgelegt wie die Verschmutzung der Umwelt durch Nickel, Abfälle im Meer, radioaktive Verschmutzung und die Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis. Zur Vermeidung von Plastikmüll in der Barentssee wurde eine gemeinsame Initiative gestartet.

“Es gibt eine Reihe von Umweltproblemen, die nur gelöst werden können, wenn Norwegen und Russland zusammenarbeiten. Wir haben eine besondere Verantwortung für ein gutes Umfeld und eine verantwortungsvolle Nutzung der Ressourcen in der Barentssee und den Grenzgebieten“, sagt Elvestuen.

Zu den Themen, die bei jeder Tagung der Umweltkommission auf der Tagesordnung stehen, gehörte auch diesmal wieder die Verschmutzung der Umwelt durch der russische Bergbaukonzern Nornikel, der nahe der russische-norwegischen Grenze in Norilsk beheimatet ist. Ola Elvestuen wies auf die ernste Situation in Sør-Varanger hin. Am am 25. Januar dieses Jahres war in dieser Kommune eine hohe Konzentration an Schwefeldioxid gemessen worden. Menschen mit Herz- und Lungenerkrankungen sollten ihre Häuser nicht verlassen.

Obwohl die Emissionen von Nickel in den letzten Jahren zurückgegangen sind, seien  sie immer noch zu hoch, teilt die norwegische Regierung mit. Die Regierung lege großen Wert darauf, dass dieses Problem gelöst wird.  Es liege in der Verantwortung Russlands, die Emissionen auf ein Niveau zu senken, das die Umwelt und die Gesundheit der Menschen in den Grenzgebieten nicht beeinträchtigt, sagt Elvestuen.

Von russischer Seite wurde betont, dass Norilsk Nikel die Emissionen im Grenzgebiet weiter reduzieren wird. Bis 2021 müssten neue russische Grenzwerte erfüllt werden, was durch den Einsatz neuer Technologien ermöglicht werde.

“Wir werden die Situation genau überwachen und das Problem so lange angehen, bis das Problem gelöst ist. Es ist jedoch wichtig, dass Norwegen und Russland sich grundsätzlich über die Umweltsituation verständigen und die lokale Bevölkerung gut informieren können. Deshalb kooperieren wir bei der Umweltüberwachung in den Grenzgebieten”, so Elvestuen weiter.

Die Länder werden auch weiterhin zusammenarbeiten, um die radioaktive Verseuchung in nördlichen Gewässern zu untersuchen.

Es sei positiv, dass die Entfernung von radioaktivem Material aus der Bucht von Andrejew planmäßig fortgesetzt wird. Laut Elvestuen wurden große Anstrengungen unternommen, um das Risiko einer radioaktiven Kontamination und der Verbreitung radioaktiven Materials zu reduzieren.

Auch der Klimawandel in der Arktis war Thema des Treffens. Das Norwegische Meteorologische Institut und das Forschungsinstitut für Arktis und Antarktis (AARI) in St. Petersburg präsentierten ein gemeinsames Projekt zur Erfassung von Klimadaten aus Spitzbergen und dem Frans Josef Land, ein russisches Archipel im Nordpolarmeer. Die gesammelten Daten aus Svalbard und Frans Josef Land sollen mehr Informationen über den Klimawandel in der Barentsseeregion übermitteln.

Zur Vermeidung von Plastikmüll in der Barentssee haben sich die Länder auf eine gemeinsame Initiative geeinigt. Der erste Schritt besteht darin, das vorhandene norwegische und russische Wissen über Müll und Mikroplastik in der Barentssee zu erfassen und die Quellen für Müll und Mikroplastik in der Barentssee ausfindig zu machen.

Norwegen stellt für dieses Projekt für die nächsten drei Jahre fünf Millionen NOK pro Jahr zur Verfügung. Es sei wichtig, dass die Forschung, der Fischereisektor, die Abfallwirtschaft und die freiwilligen Kräfte zur Lösung dieses Problems beitragen, erklärte Elvestuen. Daher werde ein Teil des Geldes als Projektmittel für externe Organisationen ausgegeben,

Norwegen engagiert sich auch im Arktischen Rat und in der UN-Umweltversammlung UNEA zur Beseitigung von Abfällen im Meer .

Norwegen und Russland arbeiten seit 1992 im Umweltbereich zusammen. 

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