Fische in Bewegung Lachstransporte von Nordnorwegen nach Asien werden massiv ausgebaut

Die Logistik von den Lachszuchtfarmen bis zum Kunden ist aufwendig und anspruchsvoll.©Norwegische Fischereiindustrie

Oslo, 7 Februar 2019. Mit tausendjähriger Fischereitradition ist Norwegen heute der zweitgrößte Seafood-Exporteur der Welt. Dabei zählt der Lachs zu den beliebtesten Speisefischen überhaupt. Täglich werden weltweit 14 Millionen Mahlzeiten mit norwegischem Lachs aus Aquakulturen serviert. Nur wenige Stunden nachdem der Lachs aus dem kalten, klaren Nordmeer geholt wurde, ist er fertig für den Export in über 100 Länder. Der Lachs aus Nordnorwegen wird mit LKW zum Umschlagsterminal Fagernes in Narvik gefahren. Dort erfolgt der Umschlag auf den „Arctic Rail Express“ der norwegischen Cargonet oder den „North Rail Express“ von DB Schenker. Nach 2000 Kilometer im Transit durch Schweden erreicht der Fisch in nur 27 Stunden den Terminal von Oslo Alnabru. Im Juli wird ein dritter Fischzug von Narvik direkt nach Malmö eingeführt. Der Weitertransport zu den Fischmärkten auf dem Kontinent besorgt der LKW.

Längst hat die norwegische Fischereiindustrie auch den asiatischen Mark im Visier. Probeweise wurden in den 1990er Jahren einige Lachstransporte vom Flughafen Evenes in Nordnorwegen nach China und Japan durchgeführt. Wegen der fehlenden Retourfracht rechneten sich diese Flüge jedoch nicht. Doch ab Sommerflugplan 2019 werden die Lachsflüge ab Harstad/Narvik Airport, Evenes unter der Regie des Logistikunternehmens Pole Position einmal pro Woche erneut aufgenommen. Das Frachtflugzeug des Typs Boeing 777 kommt aus Deutschland. In Evenes können 40 bis 60 Tonnen für den Flug nach Peking oder Shanghai zugeladen werden.

Diese bescheidenen Tonnage wird erst als provisorische Zwischenlösung betrachtet. Das Ziel bleibt eine eigene Frachtroute von Evenes nach China mit höherer Zuladung bis zu 120 Tonnen. Die Lösung wird in der Kombination mit dem oben erwähnten neuen Containerzug von Narvik nach Malmö gesucht der im Juli auf die Strecke geht. Das Frachtflugzeug aus China würde Produkte für den europäischen Markt nach Evenes einfliegen. Von dort sind es auf der Strasse lediglich 50 km zum Umschlagsterminal von Narvik-Fagernes. Die Weiterreise nach Malmö würde mit dem neuen Kombizug erfolgen. Die Feinverteilung von dort nach Deutschland und weiteren Länder übernähme der LKW.

Doch die Musik spielt auf dem Osloer Flughafen Gardermoen. Im Jahr 2017 waren es 90.000 Tonnen Meeresfrüchte im Wert von über 5 Milliarden NOK die nach Asien ausgeflogen wurden. Innerhalb von zwei Jahren ist die Anzahl der Frachtfluggesellschaften, die Fisch aus Gardermoen befördern, von zwei auf zehn gestiegen. Der Lachs ist dabei absolut dominierend. Heute werden mit Frachtflugzeugen über 20 wöchentliche Abflüge mit Fisch nach Asien registriert. Die in das Flugzeug verladenen Meeresfrüchte haben bereits 2.000 km auf dem Schienenweg zurückgelegt. Derzeit befindet sich in Gardermoen der weltweit größte Fischterminal eines Flughafens im Bau. Die Eröffnung ist für 2021 geplant. Angesichts dieser eingespielten Logistik und den hohen Investitionen dürfte der Flughafen Evenes in Nordnorwegen auch in Zukunft eher eine Nebenrolle spielen.

Jürg Streuli, Fachjournalist Transport und Logistik
juerg.streuli@swissonline.ch

Finden Sie hier weitere Informationen:

https://fiskeribladet.no/tekfisk/nyheter/?artikkel=62400

https://ilaks.no/gjenopptar-lakseflyvninger-fra-evenes/

https://ilaks.no/pa-to-ar-har-antall-fraktflyselskap-som-frakter-fisk-okt-fra-to-til-ti/

http://businessportal-norwegen.com/2019/01/25/8093/

https://fromnorway.com/de-de/artikel/10-fragen-und-antworten-zu-norwegischem-lachs-aus-aquakultur/

 

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