Höchste Zahl an Insolvenzen in Norwegen seit 25 Jahren

Höchste Zahl an Insolvenzen seit 25 Jahren
Zahl der Insolvenzen 2018. Inklusive der Zwangsversteigerung war 2009 das bisherige Rekordjahr©Bisnode

Oslo, 8. Januar 2019. Über 5.000 norwegische Unternehmen sind im vergangenen Jahr in Norwegen in Konkurs gegangen, Das ist die höchste Zahl seit 1993. Wie das Marktforschungsunternehmen Bisnode mitteilt, sei das Gesamtbild der norwegischen Industrie aber positiv. Inklusive der Zwangsversteigerungen haben im vergangenen Jahr 6.288 norwegische Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit beendet.

“Wir hatten einige Probleme, die hohen Insolvenzzahlen im Jahr 2018 zu erklären”, sagt  Per Einar Ruud, Abteilungsleiter bei Bisnode. Dem durchschnittlichen Unternehmen in Norwegen gehe es gut. Nach der ersten Hälfte des vergangenen Jahres habe  alles darauf hingewiesen, dass 2018 ein Rekordjahr werde, auch bei den Zwangsversteigerungen. Im Herbst sei es jedoch ruhiger geworden, sodass der Rekord von 6.449 Insolvenzen und Zwangsversteigerungen  im Jahr 2009 bestehen blieb.

“Es war ein wenig überraschend, dass es sich gegen Ende des Jahres beruhigt hat, wenn man bedenkt, was über die Probleme in einzelnen Branchen wie dem Einzelhandel geschrieben wurde”, so Ruud. Aber das Bauwesen, die Branche mit den meisten Insolvenzen, habe nicht weiter zugelegt.

Den stärksten Anstieg der Insolvenzen und Zwangsversteigerungen gab es in der Hotel- und Restaurantbranche mit 11,7 Prozent, gefolgt vom Einzelhandel mit 5,9 Prozent und Dienstleistungen mit 4,6 Prozent. Die Bauindustrie hatte 1.715 Insolvenzen zu verzeichnen, fast 200 mehr als im Vorjahr. 

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 2,8 Prozent mehr Insolvenzen und Zwangsversteigerungen als im Vorjahr.

Von den Regionen hatte Sogn og Fjordane mit 33 Prozent den größten Zuwachs gegenüber 2018, gefolgt von Aust-Agder mit 19 Prozent und Østfold mit knapp 14 Prozent. Trondelag verzeichnete nach Angaben von Bisnode einen Rückgang der Insolvenzen und Zwangsversteigerungen von 13,6 Prozent.

Ein Grund für die zunehmenden Pleiten sei die Änderung des Companies Act von 2012, mit dem Mindestanforderung an das Grundkapital von 100.000 auf 30.000 NOK gesenkt wurde, erklärt Ingar Nordmo Olsen, Rechtsanwältin und Geschäftsführerin der Anwaltskanzlei Justitia Advokat in Tromsø. “Wir stellen fest, dass einige Unternehmer nicht über ausreichend Startkapital verfügen und in einen Liquiditätsengpass geraten”. Unternehmen mit einem Eigenkapital von 30.000 NOK seien anfällig für erhöhte Kosten, wenn sich beispielsweise Projekte verzögern oder das Geld durch eine Beschwerde zurückgehalten wird, so Nordmo Olsen.

Die Zuwachszahlen im Einzelhandel werden vor allem auf die wachsende Konkurrenz des E-Commerce und neue Marktteilnehmer zurückgeführt.  

Zu den bekanntesten Unternehmen, die im vergangenen Jahr ihre Geschäftstätigkeit aufgaben, gehört die  Elektronikkette Spaceworld Soundgarden, die Blumenkette von Finn Schjøll, die Möbelkette Habitat und das Interieur-Geschäft Tilbords. Auch das Unternehmen Brødboksen, die in Zusammenarbeit mit zwei Bäckereien Brot nach Hause geliefert hatten, warf das Handtuch.

Finden sie hier eine Übersicht über Insolvenzen in Norwegen.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× ©Visit Norway Featured

Ryfastløpet – der weltweit erste Halbmarathon unter dem Meer