Norwegisches Komitee liefert Vorschläge zum besseren Management von Klimarisiken

Martin Skancke, Vorsitzender des Komitees für Klimarisiken, stellt den Bericht für einen vollen Pressesaal im Finanzministerium vor.©Finanzministerium.
Martin Skancke, Vorsitzender des Komitees für Klimarisiken, stellt den Bericht auf einer Pressekonferenz im Finanzministerium vor.©Finanzministerium

Oslo, 12. Dezember 2018. Norwegen hat eine gute Basis für das Management von Klimarisiken, aber die Folgen eines gravierenden Klimawandels könnten groß und schwer zu übersehen sein, stellt das Climate Change Committee in seinem Bericht zu den Auswirkungen des Klimarisikos auf die norwegische Wirtschaft fest. Das Komitee wurde im Oktober 2017 ernannt und beauftragt, klimabedingte Risikofaktoren und deren Bedeutung für die norwegische Wirtschaft einschließlich der finanziellen Stabilität zu bewerten. Am 12. Dezember übergab der Vorsitzende des Komitees,  Martin Skancke, den Bericht an Finanzministerin Siv Jensen.

„Auch wenn die Welt die Ziele des Pariser Abkommens erreicht, wird sich das Klima noch Jahrzehnte ändern. Wir müssen uns daher auf den Klimawandel und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Übergangs zu einer emissionsarmen Gesellschaft vorbereiten „, sagt Martin Skancke auf einer Pressekonferenz. Bei einem umfassenden Klimawandel erhöhe sich das Risiko politischer Instabilität, humanitärer Katastrophen und gewaltsamer Konflikte, vor allem in und zwischen fragilen Staaten.

Mit gut funktionierenden politischen Institutionen, einem hohen Einkommen und einer anpassungsfähige Wirtschaft habe Norwegen gute Voraussetzungen, mit den Auswirkungen der Klimarisiken fertig zu werden, so Skancke. Es bestehe aber Bedarf an mehr Wissen, besserer Berichterstattung und systematischerer Analyse dieses Risikos. Der Bericht soll eine gute Grundlage für ein systematischeres Nachdenken über Klimarisiken im privaten und öffentlichen Sektor bieten.

In einem möglichen Szenario geht der Bericht davon aus, dass sich der Wert der verbleibenden Öl- und Gasvorkommen in Norwegen auf zwei Billionen NOK (320,1 Milliarden US-Dollar) verringern könnte, wenn sich die Klimapolitik ändert – statt neun Billionen Kronen, wenn die globale Klimapolitik beibehalten wird.

„Eine ehrgeizige internationale Klimapolitik mit geringerer Nachfrage nach fossiler Energie wird den Wert der verbleibenden Erdölressourcen verringern“, stellt das Gremium in seinem Bericht festt.

Der Bericht des Ausschusses umfasst folgende Hauptbereiche:

  • Abbildung des Klimarisikos: Das Komitee beschreibt die Klimaproblematik, diskutiert, was unter Klimarisiko zu verstehen ist, und bewertet Klimarisikofaktoren für die norwegische Wirtschaft.
  • Rahmen für die laufende Überwachung des Klimarisikos: Der Ausschuss empfiehlt einen Berichtsrahmen, um das Wissen über das Klimarisiko für die norwegische Wirtschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln.
  • Grundsätze für das Management des Klimarisikos: Der Ausschuss empfiehlt allgemeine Grundsätze für das Management von Klimarisiken für den privaten und den öffentlichen Sektor.
  • Gute Entscheidungsprozesse, die das Klimarisiko berücksichtigen:Der Ausschuss empfiehlt, dass Entscheidungsprozesse sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor besser in das Verständnis des Klimarisikos integriert werden, wobei der verstärkte Einsatz von Szenarioanalysen eine Schlüsselmaßnahme ist.
  • Geeignete Anreize: Der Ausschuss schlägt Maßnahmen zur besseren Bewältigung des Klimarisikos vor, einschließlich der Verhütung von Verletzungsrisiken.

Die Autoren des Berichtes fordern die Regierung auf, die eigene Klimarisiko besser zu analysieren, indem sie Szenarien für Öl-, Gas- und Kohlendioxidpreise aufstellte, mit denen sowohl der Ölreichtum des norwegischen Staates als auch künftige Öl- und Gaspreise getestet werden können.

Lesen Sie hier die zentralen Thesen. 

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