Kapitalpuffer wird angehoben, Leitzins bleibt unverändert

Oslo, 13. Dezember 2018. Das norwegische Finanzministerium hat auf Empfehlung der norwegischen Zentralbank Norges Bank den antizyklischen Kapitalpuffer mit Wirkung zum 31. Dezember 2019 auf 2,5 Prozent erhöht. Der Leitzins, der im September von 0,5 auf 0,75 Prozent angehoben wurde, bleibt vorerst unverändert. Im März 2019 soll auch der Leitzins angehoben werden, verkündet Øystein Olsen, Gouverneur der Zentralbank.

Die Verschuldungsquote der Haushalte sei hoch und steige weiter an. Die Immobilienpreise seien seit vielen Jahren rapide gestiegen und bewegten sich auf historisch hohem Niveau, teilt Norges Bank mit. Infolgedessen hätten sich finanzielle Ungleichgewichte aufgebaut. Banken erfüllten ihre Kapitalziele und seien solide rentabel.

Im Finanzstabilitätsbericht 2018 wird angenommen, dass die Anfälligkeiten der Finanzsysteme in Norwegen im vergangenen Jahr etwas zugenommen haben, hauptsächlich aufgrund steigender Preise für Gewerbeimmobilien. Darüber hinaus zeigt der Stresstest im Bericht, dass die Banken ihren antizyklischen Kapitalpuffer und einige der anderen Puffer in Anspruch nehmen müssten, um die Kreditvergabe im Falle eines ausgeprägten Abschwungs der norwegischen Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Dies legt nahe, dass ein größerer Teil der gesamten Pufferanforderung zeitabhängig sein sollte.
Banken sollten während eines Aufschwungs widerstandsfähiger werden, erklärte Øystein Olsen, Gouverneur der norwegischen Zentralbank.

Die Beibehaltung des Leitzins bei 0,75 Prozent begründet Norges Bank mit der Fortsetzung des Aufschwungs der norwegischen Wirtschaft. Die Kapazitätsreserven hätten sich allmählich verringert, und die Kapazitätsauslastung scheine nahe an einem normalen Niveau zu liegen. Die zugrunde liegende Inflation liege nahe am Inflationsziel von zwei Prozent.

Wenn der Leitzins lange Zeit auf dem aktuellen Niveau gehalten werde, könne sich die Preis- und Lohninflation beschleunigen und finanzielle Ungleichgewichte aufbauen. Dies würde das Risiko eines starken wirtschaftlichen Abschwungs weiter erhöhen. Eine schnelle Anhebung des Leitzinses könnte den Aufschwung behindern und zu einer zu hohen Arbeitslosigkeit und zu niedriger Inflation führen. Die Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen höherer Zinssätze lasse auf einen vorsichtigen Ansatz bei der Zinssatzeinstellung schließen.

Insgesamt implizierten der Ausblick und die Risikobalance in den kommenden Jahren eine allmähliche Zinserhöhung. Die Leitzinsprognose habe sich wenig geändert, aber der Rückgang der Ölpreise und die schwächeren globalen Wachstumsaussichten implizierten einen etwas geringeren Zinsanstieg als im September-Bericht. Die Inflation werde voraussichtlich in den kommenden Jahren nahe am Ziel bleiben, während die Arbeitslosigkeit niedrig bleibe. Der Zinssatz werde an die veränderten wirtschaftlichen Aussichten angepasst.

„Unsere aktuelle Einschätzung der Aussichten und der Risikobalance deuten darauf hin, dass der Leitzins höchstwahrscheinlich im März 2019 angehoben werden wird“, sagt Gouverneur Øystein Olsen.

Lesen Sie hier die Empfehlung von Norges Bank zum antizyklischen Kapitalpuffer 2018, 4. Quartal 2018.

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