100 Jahre Electroforening: Norwegen will erste voll elektrifizierte Gesellschaft werden

Elektrobusse, Elektrofähren, Elektroflugzeuge, Elektrobagger... Norwegen will vor allem den Verkehr noch mehr elektrifiziere.Der Elektrobus Urbino 12 von Solaris fährt ab Juli 2018 in Kristiansand.©Solaris©Solaris
Elektrobusse, Elektrofähren, Elektroflugzeuge, Elektrobagger… Norwegen will vor allem den Verkehr stärker elektrifiziere.Der Elektrobus Urbino 12 von Solaris fährt seit Juli 2018 in Kristiansand.©Solaris©Solaris

Oslo, 28. November 2018. Norwegen will als erstes Land der Welt eine vollständig elektrische Gesellschaft sein. Über den Weg dorthin, den Ausbau der Elektrifizierung in verschiedenen Bereichen, neue Erkenntnisse und Erfahrungen diskutierten 20 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sowie aus Umweltverbänden zur Konferenz “Norwegen – die erste vollständig elektrifizierte Gesellschaft der Welt”, zu der der norwegische Verband der Elektroindustrie, Electrofoering, anlässlich seines 100-jährigen Bestehen eingeladen hat.

Auf der Konferenz stellten der Verband und die Umweltstiftung Bellona eine gemeinsam erarbeitete Roadmap zur weiteren Elektrifizierung Norwegens vor. Norwegen könne bereits Ende 2021 die Elektrifizierung von jetzt 51 Prozent auf 56 Prozent steigern und bis 2040 zu 85 Prozent elektrisch sein. Viele der erforderlichen Maßnahmen müssten jedoch bereits in der laufenden Legislaturperiode umgesetzt werden, wenn der Effekt bis 2030 erreicht werden soll, heißt es in dem Papier.  

Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine vollständige Änderung des Energiesystems im Verkehrssektor erforderlich. Hier betrage die Elektrifizierung gegenwärtig nur sechs Prozent. Darüber hinaus müssten die fossile Heizung in der Industrie durch elektrische Anlagen ersetzt werden. Auch bei Landwirtschaftsmaschinen sei eine Stimulierung notwendig, um Elektrogeräte stärker einzusetzen.

Premierminister Erna Solberg erinnerte daran, dass die Elektrifizierung in Norwegen bereits vor der Gründung der Vereinigung der Elektrounternehmen Norwegens vor einhundert Jahren begann. Die Nutzung der norwegischen Wasserkraft  zur Stromerzeugung sei eine Revolution gewesen. Heute sei die Elektroindustrie in Norwegen breit aufgestellt: von den Glühlampen über Stromkabel bis hin zu Plattformen in der Nordsee. Die Branche müsse ihren Beitrag leisten, um Lösung für den Klimaschutz zu finden. Als Arbeitgeber, die Tausende von Menschen beschäftigen, müssten die Unternehmer auch zu einem integrativen Arbeitsleben beitragen. Wenn die Welt das Ziel des Pariser Abkommens erreichen soll, die globale Erwärmung auf weit unter zwei Grad zu begrenzen, werde die Elektrifizierung eine Schlüsselrolle spielen, sagte Solberg.  Dies gelte auch für Norwegen.

Norwegen, das ohnehin schon immer viel Strom genutzt habe, bemühe sich um eine noch stärkere Elektrifizierung. Besonders wichtig sei die Elektrifizierung des Transports. Dabei gehe es nicht nur um Autos, sondern auch um elektrische Fähren und batteriebetriebene Fahrgastschiffe, sagte die Premierministerin.

Am Abend wird in einer Festveranstaltung der  Preis  für Norwegens bestes Region in Sachen Elektrifizierung vergeben. Favoriten sind Trøndelag, Hordaland und Oslo. Initiatoren des Preises sind die Umweltstiftung Bellona und Electroforeningen. Alle drei Finalisten haben in ihrer Region vor allem die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs vorangetrieben. Ohne aggressive Politiker auf Bezirksebene, die es wagen, Strom- und Wasserstofffähren zu fordern, hätte Norwegen heute keine führende Position in diesem Bereich“, sagte Verbandschef Jaegtnes. Das Gleiche passiere jetzt in Elektrobussen.

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