Immer mehr emissionsfreie Baustellen in Oslo

Wenn die Olav-Vs-Gate ab dem kommenden Jahr in eine Fußgängerzone umgebaut wird, sollen auf der Baustelle nur Fahrzeuge eingesetzt werden, die keine Emissionen.©Kommune Oslo
Wenn die Olav-Vs-Gate ab dem kommenden Jahr in eine Fußgängerzone umgebaut wird, sollen auf der Baustelle nur Fahrzeuge eingesetzt werden, die keine Emissionen.©Illustration: Kommune Oslo

Oslo, 30. November 2018. Die Olav Vs Gate in Oslo soll zwischen dem Nationaltheater und dem Rathaus in eine Fußgängerzone umgewandelt werden. Damit soll nicht nur dem wachsenden Fußgängerstrom hin zum Hafen Rechnung getragen werden – die Olav-Vs-Gate soll das erste Projekt zur Umsetzung der Strategie einer autofreien Stadt werden. Dabei sollen die Bauarbeiten keine Emissionen verursachen – 2019, da sich Oslo als Europäische Umwelthauptstadt präsentiert – soll auch die erste emissionsfreie Baustelle in Betrieb sein.

Alle Maschinen, die auf der Baustelle verwendet werden, müssen emissionsfrei sein, also mit Elektromotoren oder anderen emissionsfreien Antriebssystemen betrieben werden. „Unser Traum ist, dass Norwegen beginnen wird, gute Lösungen für das Klima anstelle von Öl zu exportieren. Und dann müssen wir vorangehen und solche Forderungen stellen „, sagt  Lan Marie Nguyen Berg, Stadträtin für Umwelt und Verkehr, von der Partei De Grønne (Die Grünen), gegenüber der Zeitschrift TU Bygg. In Oslo würden 92.000 Tonnen Emissionen bei Bauarbeiten erzeugt, in ganz  Norwegen etwa 848.000 Tonnen.

Seit einigen Jahren werden vermehrt emissionsfreie Maschinen auf Baustellen in Oslo genutzt. Aktuell sind solche Maschinen beim Bau des Kindergartens Lia Barnehage in Ellingsrud und beim Bau einer Eisbahn nebmen der Frogner Eishalle im Einsatz.

Zu den Pionieren des emissionsfreien Bauens in Norwegen gehört das staatliche Bauunternehmen Veidekke, das von Pon Equipments das erste von fünf in Norwegen produzierten Allround-Baumaschinen Cat 323F erhalten hat. Dies ist eine  25-Tonnen-Maschine zum Beladen von Lkws sowie das Be- und Entladen von kleinen und großen Anlagen, die mit einem Elektromotor ausgestattet ist. Eine Stundenladung ergibt eine Betriebsstunde. Es besteht auch die Möglichkeit des Schnellladens. Die Maschine  soll unter anderem beim Bau der Ballettschule Ruseløkka arbeiten. Wie Veidekke mitteilt, soll die Schule ein energieeffizientes Gebäude werden mit einer neutralen Energiebilanz. Die Baustelle wird emissionsfrei betrieben.

Gegenwärtig wird in Norwegen über notwendige Subventionen für die Umstellung auf emissionsfreie Baufahrzeuge diskutiert. Die Elektrobagger lassen sich noch nicht wirtschaftliche betreiben. Für den Umbau der Olav-Vs-gate schießt die Kommune über zwei Jahre einen Betrag von 104 Millionen NOK zu. Der voraussichtlicher Baustart für die Fußgängerzone ist  für das Frühjahr 2019 geplant, die Fertigstellung soll im Herbst 2020 erfolgen.

Seit 2012 konnten die Treibhausgasemissionen der Kommune Oslo insgesamt um 65 Prozent gesenkt werden – von 12.735 Tonnen CO2 im Jahr 2012 auf 4.540 Tonnen CO2 im Jahr 2017. Einer der Hauptgründe für den Rückgang ist die Umstellung bei Heizungen. Zu den größten Verursachern von  Emissionen zählen Transportfahrzeugen.

Die Stadtverwaltung von Oslo will die Treibhausgase von Oslo bis 2020 um 36 Prozent und bis 2030 um 95 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. 

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