Technologiezentrum Mongstad und Equinor zur Zukunftswerkstatt ERDGAS in Berlin

Teilnehmer der Zukunftswerkstatt Erdgas konnten 16 innovative Projekte bewerten.©BPN
DIe Teilnehmer der Zukunftswerkstatt Erdgas konnten 16 innovative Projekte bewerten. Thilo Wiegand (l.), Wintershall, und Timm Kehler, Zukunft Erdgas e.V. (r.)  mit Vertretern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), denen das Publikum die meisten grünen Bälle zugesprochen hat.©BPN

Berlin, 22. November 2018. Das norwegische Technologiezentrum Mongstad und der norwegische Energiekonzern Equinor präsentierte am 22. November zur „Zukunftswerkstatt ERDGAS – Marktplatz der Innovationen“ als einzige ausländische Unternehmen innovative Technologien zur Erreichung der Klimaziele. Auf dem von Wintershall und der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS veranstalteten Branchentreffen zeigten 16 Unternehmen und Institute ihre zukunftsträchtigen Projekte aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Das Technologiezentrum Mongstad (TCM), eines der weltweit größten Testzentren zur Abspaltung, zum Transport und zur Speicherung von Co2, stellte die Möglichkeiten der industriellen Anwendung des CCS-Prozesses vor. “Deutschland sollte die Führung bei der Anwendung dieser Technologie übernehmen”, sagte Ernst Petter Axelsen, CEO von TCM. “CCS hat das größte Potenzial zur Einsparung von Kohlendioxid, und Deutschland hat mit der Automobilindustrie und der Stahlindustrie einen großen Bedarf an Lösungen.”

Das Team des Technologiezentrum Mongstadt auf der Zukunftswerkstatt Erdgas, v.l.: Krishan Totland, Kommunikationsmanager, Ernst Petter Axelsen, Managing Director, und Björn-Erik Haugan, Business Development Manager©BPN
Das Team des Technologiezentrum Mongstadt auf der Zukunftswerkstatt Erdgas, v.l.: Krishan Totland, Kommunikationsmanager, Ernst Petter Axelsen, Managing Director, und Björn-Erik Haugan, Business Development Manager©BPN

Ende Oktober hat TCM mit dem Zertifizierungsunternehmen DNV GL eine Kooperationsvereinbarung zur Bereitstellung von Beratungs- und Verifizierungsdiensten für die CO2-Abscheidungstechnologie unterzeichnet. „Es ist wichtig, dass wir sicherstellen, dass die Technologie zur Abscheidung von Kohlendioxid ausreichend fortgeschritten ist, um in unserer Anlage eingesetzt zu werden. Überprüfungs- und Beratungsdienste sind daher eine natürliche Weiterentwicklung der Qualitätssicherung, die wir für unsere Kooperationspartner in Anspruch nehmen, die die TCM -Anlage nutzen,“ so Axelsen weiter.

Von der Teilnahme an der Zukunftswerkstatt Erdgas erhoffte sich Bjørn-Erik Haugan, Business Development Manager und einer der Entwickler des CCS-Prozesses, Kontakte sowohl zu den Behörden in Deutschland als auch zu Unternehmen. Norwegen hätte 3.000 Meter unter dem Meer genügend Kapazität, um CO2 für 600 Jahre zu speichern, sagte Haugan. Der Transport von Deutschland nach Norwegen sei kein Problem, schließlich würde CO2 ja auch in Trucks für die Bierherstellung transportiert.

Im Öl- und Gasfeld Sleipner werden seit 1996 jährlich eine Million Tonnen CO2 gespeichert, im Feld Snøhvit 700.000 Tonnen.

Der norwegische Energiekonzern Equinor stellte eines der weltweit größten Projekt zur Dekarbonisierung des Wärmesektors,  “H21 North of England”, vor. Die Projektpartner planen, das Erdgasnetz von zehn englischen Städten bis 2035 vollständig auf Wasserstoff umzustellen. Damit könnten 12,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Mit den Energieunternehmen Vattenfall und Gasunie erforscht Equinor gegenwärtig Möglichkeiten einer Umwandlung des Vattenfall-Gaskraftwerks Magnum in den Niederlanden in ein Wasserstoff-Kraftwerk. Das so genannte H2M Projekt stellte das Unternehmen ebenfalls in Berlin vor. Das potenzielle CO2-Ausstoßpotenzial beträgt vier Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt Erdgas hatten die Möglichkeit, die innovativen Projekte beim Speed-Dating kennenzulernen. Bei einer interaktiven Podiumsdiskussion stand das Thema im Mittelpunkt, wie die  Erdgasbranche durch innovative Lösungen und neue Technologien das zukünftige Energiesystem maßgeblich mitgestaltet. Thilo Wieland, Vorstandsmitglied von Wintershall, forderte von der Erdgasindustrie, die Innovationskraft stärker zu kommunizieren. Die Branche setze auf Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, Die Verarbeitung von Daten aus der Tiefe sei ein großes Thema, so Wieland. “Wir arbeiten an den spannendsten Orten, wir müssen mehr zeigen, wie innovativ die Branche ist.”

Rodoula Tryfonidou, Referatsleiterin Energieforschung und Grundsatzfragen beim BMWi, stellte die Möglichkeiten vor, Forschungsgelder des Bundes für Projekte im Bereich Erdgas zu erhalten. Wasserstoff sei heute als Perspektive der Energiewende sehr präsent, sagte Tryfonidou, aber dies bilde sich nicht automatisch in der Vergabe der Fördergelder ab.

Die Tatsache, dass in Deutschland hohe Summen in die Förderung von Wind- und Sonnenenergie gesteckt wurde, damit aber kein nennenswerter Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen erreicht wurde, zeige, dass es besser sei, wenn der Staat Ziele vorgebe – die Umsetzung aber dem Markt überlasse, so Wintershall-Vorstand Wieland.

Als Résumé der Veranstaltung, die erstmals in einem neuen Format stattfand, sagte Timm Kehler, Vorstand von Zukunft ERDGAS: „Die heute präsentierten Konzepte und Projekte stimmen mich sehr optimistisch für unsere Energiezukunft.” Erdgas sei nicht nur klimaschonend, sondern auch vielseitig und in allen Sektoren einsetzbar.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurde in der Kulturbrauerei in Berlin der 20. Innovationspreis der deutschen Gaswirtschaft vergeben. Finden Sie hier die Preisträger 2018.

Lesen Sie hier mehr zum Technologiezentrum Mongstad und zum CCS-Prozess in Norwegen.

Kontakt:
Ernst Petter Axelsen, ernst.axelsen@tcmda.com
Bjørn-Erik Haugan, beh@tcmdac.om; Tel.: +47 905 53 394

Lesen Sie hier mehr zum „H21 North of England“ von Equinor.

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