Equinor präsentiert britischen Behörden Bericht „H21 North of England“

Zur Zukunftswerkstatt Erdgas am 22. November 2018 stellte Equinor das Projekt "H21 Northern England" einem deutschen Fachpublikum vor.©BPN
Zur Zukunftswerkstatt Erdgas am 22. November 2018 in Berlin stellte Equinor das Projekt „H21 North of England“ einem deutschen Fachpublikum vor.©BPN

Oslo/London,  23. November 2018. Der norwegische Energiekonzern Equinor hat heute detaillierte Pläne zur Verwendung von Wasserstoff zur Dekarbonisierung von Wohnhäusern in Nordengland vorgelegt. Der Bericht  „H21 North of England“ beschreibt, wie 3,7 Millionen Haushalte und 40.000 Unternehmen, die derzeit mit Erdgas beheizt werden, bis 2034 mit Wasserstoff beliefert und somit emissionsfrei gemacht werden können. Wie die an den Plänen beteiligten Akteure mitteilen, sei das Vorhaben das weltweit größte Projekt zur Reduzierung von CO2-Emissionen.Die Arbeit wurde von Northern Gas Networks in Zusammenarbeit mit Cadent und Equinor geleitet. Der Bericht wurde den britischen Behörden als Machbarkeitsstudie präsentiert, aus der hervorgeht, dass es technisch möglich ist, in Wasserstoff umgewandeltes Erdgas zur künftigen Dekarbonisierung des Heizungssektors einzusetzen.

In dem Bericht heißt es, dass sauberer Wasserstoff aus Erdgas unter Verwendung der vorhandenen Technologie in einer 12-Gigawatt-Produktionsanlage mit eigener Stromversorgung und Kohlenstoffabscheidungstechnologie erzeugt werden kann. Dies würde genug kohlenstoffarme Energie erzeugen, um 3,7 Millionen Haushalte und 40.000 Unternehmen und Industriezweige im Norden Englands zu heizen.

Die Lösung lege nahe, dass das mit dem Prozess anfallende Nebenprodukt CO2 sicher in salzhaltigen Aquiferen unterhalb des Meeresbodens gelagert werden kann, beispielsweise vor der Nordostküste Englands, teilt Equinor mit.

In dem Bericht wird dargelegt, dass ein neues Hochdruckübertragungssystem mit zusätzlichen Kapazitäten erforderlich ist, um die zukünftige Versorgung von Industrie, Strom und Verkehr zu ermöglichen, um Wasserstoff in die lokalen Stadtnetze zu transportieren. Der Wasserstoff kann auch sicher aufbewahrt werden, bis er benötigt wird, um sicherzustellen, dass der Bedarf in den kältesten Zeiten des Jahres ausreichend ist.

Das Vereinigte Königreich hat sich verpflichtet, seine CO2-Emissionen bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Derzeit stammen über 30 Prozent der Emissionen aus Heizung und Kochen im Haushalt.

Der Bericht schlägt vor, dieses Ziel durch einen schrittweisen Rollout zu erreichen, durch den bis zum Jahr 2050 weitere 12 Millionen Haushalte in ganz Großbritannien mit Wasserstoff statt Gas versorgt werden. Die Autoren des Berichtes gehen davon aus, dass eine Umstellung des gesamten Gasnetzes auf Wasserstoff in Großbritannien möglich ist. Damit könnten CO2-Emissionen bis 2050 um über 250 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt werden.

Zukünftige Fortschritte würden in hohem Maße von den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen, die zur Finanzierung einer Umstellung auf Wasserstoff beitragen werden, heißt es in dem Bericht weiter.

Equinor liefert seit 40 Jahren Erdgas nach Großbritannien und deckt heute mehr als 25 Prozent der britischen Nachfrage ab.

Im April dieses Jahres hat NGN ein eigenes H21-Projektbüro in Leeds eröffnet, das vom Stadtrat von Leeds unterstützt wird, um sich auf die Umwandlung von Gasnetzen in CO2-freien Wasserstoff zu konzentrieren.

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