CDP-Bericht: Equinor mit den größten Umwelt-Investitionen

London, 12. November 2018. Die weltweit größten Öl- und Gasunternehmen investieren zu wenig in neue Technologien zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen. Das ist das Ergebnis des neuen Berichtes Beyond the Cycle”, den die Analysten des Carbon Disclosure Projectes, der weltweit führenden Behörde für Umweltdaten für Investoren, zum Beitrag der Öl- und Gasbranche beim Übergang zur kohlenstoffarmen Gesellschaft am 12. November veröffentlichten. Der norwegische Energiekonzern Equinor engagiert sich am meisten. Die österreichische Konzern OMV liegt auf Platz neun im Ranking der Unternehmen.

“CO2-arme Technologien und neue Vorschriften verändern die Energiewirtschaft grundlegend. Der Übergang zur kohlenstoffarmen Gesellschaft zwingt die Frage auf nach der Rolle der Öl- und Gasunternehmen in der grünen Verschiebung und ihren kurz- und langfristigen strategischen Möglichkeiten“, sagt Luke Fletcher, Senior Analyst bei CDP.

Auf die Öl- und Gasindustrie entfällt rund die Hälfte der CO2-Emissionen des weltweiten Energieverbrauchs, dies entspricht 17 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr. Nur 1,3 Prozent seiner Investitionen steckt die Branche  2018 in kohlenstoffarme Technologien.

In dem Bericht werden die 24 größten Öl- und Gasunternehmen der Welt nach ihrer Anpassung an die kohlenstoffarme Wirtschaft eingestuft. Europäische Ölgiganten – darunter BP, Eni, Equinor, Total und Shell – investieren am meisten und erzielen die höchste Punktzahl. An erster Stelle der Liste steht Equinor.

„Die Entscheidung von Equinor in Richtung eines breiteren Energieunternehmens und die Erwartung, bis 2030 15 bis 20 Prozent der Investitionen in neue Energielösungen zu investieren, symbolisieren den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft“, sagt Fletcher.

Europäische Mineralölunternehmen verwenden bis zu sieben Prozent der Investitionen in kohlenstoffarme Technologien. Sie sind daher bestens gerüstet, um mit den Risiken umzugehen und die mit dem Klimawandel verbundenen Chancen zu nutzen.

Es gibt einen klaren geografischen Unterschied zwischen europäischen Unternehmen und Unternehmen aus aller Welt. In den Top 10 des Rankings finden wir alle europäischen Unternehmen und nur drei außereuropäische Unternehmen. Die europäischen Erdöl- und Erdgasunternehmen machen etwa 70 Prozent der heute vorhandenen erneuerbaren Kapazität aus. Nahezu alle erneuerbaren Kapazitäten befinden sich in der Entwicklung.

In den Vereinigten Staaten hat ein geringerer nationaler Diversifizierungsdruck dazu geführt, dass die Unternehmen erneuerbare Technologien nicht auf dieselbe Weise annehmen. Der Bericht weist auch darauf hin, dass russische und chinesische Unternehmen wie Gazprom, Rosneft und Petrochina eine geringere Kapitalflexibilität aufweisen. Durch die mangelnde Flexibilität werden sie sich an radikale Veränderungen in der Zukunft langsamer anpassen können.

Der Bericht weist auch darauf hin, dass der Anlegerdruck auf Öl- und Gasunternehmen zunimmt. Die Zahl der Aktionäre, die sich für Klima-Lösungsmittel entschieden haben, hat sich im Zeitraum 2014 bis 2018 mehr als verdoppelt. Investoren schauen sich die Unternehmen genauer an und fordern, dass diese den aktuellen Zyklus überblicken und den Fokus auf langfristige Wertschöpfung richten.” Die Öl- und Gasunternehmen begegnen den Veränderungen unter anderem durch Investitionen in saubere Energiequellen“, sagt Fletcher.

Seit 2016 wurden 148 Vereinbarungen über alternative Energiequellen geschlossen, die Kohlenstoff abfangen, recyceln und speichern. Darüber hinaus wurden dem Bericht zufolge seit 2010 22 Milliarden US-Dollar in alternative Energien investiert.

Kontakt: 
Rojin Kiadeh, CDP
Tel.: +44 (0) 203 818 3973
rojin.kiadeh@cdp.net
Tess Harris, CDP
Tel.: +44 (0) 203 818 3973
tess.harris@cdp.net

 

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