Theresa May: Großbritannien will nach EU-Austritt Beziehungen zu nordischen Ländern stärken

Theresa May zur eröffnung der 70. Tagung des Nordischen Rates im norwegischen Parlament Storting©Sara Johannessen
Theresa May zur Eröffnung der 70. Tagung des Nordischen Rates im norwegischen Parlament Storting©Sara Johannessen

Oslo, 30. Oktober 2018. Großbritannien will nach dem Austritt aus der EU die Beziehungen zu den nordischen Ländern stärken. Das erklärte die britische Premierministerin Theresa May bei ihrer Ansprache im norwegische Parlament Storting am 30. Oktober in Oslo. Sie nahm auf Einladung von Michael Tetzschner, Präsident des Nordischen Rates 2018, an der Eröffnung der 70. Tagung des Nordischen Rates teil.

Es war das erste Mal, dass May Norwegen als Premierministerin besuchte. „Ich kann Ihnen versichern, dass die enge Zusammenarbeit mit der nordischen Region nach dem Brexit fortgesetzt wird. Wir werden der Welt nicht den Rücken kehren, und wir werden auch der nordischen Region nicht den Rücken kehren“, sagte May vor nordischen Parlamentariern und Ministern.

May sprach über die lange und enge Zusammenarbeit mit der nordischen Region und den nordischen Ländern. Sie versicherte der Versammlung, dass die Zusammenarbeit fortgeführt wird und dass sie nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU die Beziehungen stärken werde.

Die Delegation des Nordischen Rates im Storting ist Gastgeber der diesjährigen Tagung, an der 87 Parlamentarier aus den nordischen Ländern sowie Gäste teilnehmen. Die Abgeordneten diskutierten Fragen der Demokratie unter Druck, der Freizügigkeit in der nordischen Region und der Zusammenarbeit bei der Gesetzgebung.

Die Sitzung ist der Nordische Gipfel, die größte politische Veranstaltung in der Region, die Politiker aus den nordischen Ländern, die 87 Mitglieder des Nordischen Rates und eine Reihe von Ministern einschließlich der Ministerpräsidenten zusammenbringt.

Auf Vorschlag Norwegens haben die nordischen Umweltminister auf der 70. Tagung eine nordische Zusammenarbeit zum Klimawandel und zur Meeresumwelt vereinbart.

Die Ministerpräsidenten der nordischen länder, des Baltikums und des Vereinigten Königreices beim Northern Future Forum©Kilian Munch/Statsministerens kontor
Die Ministerpräsidenten der nordischen Länder, des Baltikums und des Vereinigten Königreiches beim Northern Future Forum©Kilian Munch/Statsministerens kontor

Vor der Tagung hatte Theresa May am “Northern Future Forum”  (NFF) teilgenommen, einem informellen Forum, bei dem die Ministerpräsidenten aus den nordischen und baltischen Ländern sowie dem Vereinigte Königreich zusammenkommen, um soziale Fragen zu diskutieren. In diesem Jahr wurde gemeinsam mit Experten aus Industrie und Wissenschaft der Beitrag der Gesundheitstechnologien zu Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen diskutiert.

Am Rande der Konferenz kamen Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg und die britische Regierungschefin zu bilateralen Gesprächen zusammen. Auf der Tagesordnung standen die Brexit-Verhandlungen, sicherheits- und verteidigungspolitische Herausforderungen, die Ausbildung von Mädchen, moderne Sklaverei, Handelspolitik und maritime Fragen. Vor der Presse äußerte Ministerpräsidentin Solberg, dass Norwegen die Rechte britischer Bürger auf seinem Staatsgebiet auch nach dem Brexit garantieren will.

“Norwegen und Großbritannien pflegen enge und gute Beziehungen. Wir arbeiten in einer Reihe von bilateralen und internationalen Bereichen eng zusammen und teilen sowohl Geschichte als auch gemeinsame Werte“, sagt Ministerpräsidentin Erna Solberg .

Das Vereinigte Königreich ist einer der wichtigsten Handelspartner Norwegens, Großbritannien importiert rund ein Viertel des norwegischen Erdgases.

„Wir wollen auch in Zukunft die bestmögliche Zusammenarbeit mit Großbritannien fortsetzen. Daher ist es für uns sehr wichtig, einen neuen bilateralen Rahmen aufzubauen, nachdem das Vereinigte Königreich die EU verlassen hat“, so Solberg weiter.

Das Vereinigte Königreich und Norwegen arbeiten auch in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik eng zusammen.

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