Norwegen erwartet Elektroauto-Boom für 2019

Die Hälfte aller Schnellladestationen sind Tesla-Stationen.©BPN
Die Hälfte aller Schnellladestationen sind Tesla-Stationen.©BPN

Oslo, 12. Oktober 2018. Nach einem Bericht des norwegischen Medienunternehmen NRK über Vorbestellungen diverser Elektromodelle wird 2019 einen Boom an Neuzulassungen von Elektroautos bringen. Über 30.000 Reservierungen stehen in den Büchern der Autohändler. Begehrt  ist im Jahr 2019 vor allem der neue Tesla Model 3, für den es 10.000 Anmeldungen gibt. Darüber hinaus liegen Audi e-tron mit 6.300 und der Hyundai Kona mit 6.000 Bestellungen gut im Rennen. Für 2018 hat der Verbandes der Elektroautos, Elbilforening, 50.000 bis 55.000 Neuzulassungen für Elektro-Pkw vorausgesagt.  2017 wurden insgesamt 33.025 Elektroautos verkauft. Mit den jetzigen Vorbestellungen wäre dieser Stand fast erreicht. 

400 Millionen NOK haben die Norweger, die auf den Wartelisten stehen, nach Angaben des Verbandes bereits für ihr künftiges Auto angezahlt.   NRK gibt die bereits geleisteten Vorauszahlungen für den Audi e-tron quatro mit 126 Millionen NOK an, für den Tesla Modell 3 mit 100 Millionen NOK. Für den Porsche Taycan sind 46 Millionen NOK hinterlegt.

Norwegen hat sich inzwischen als das Land etabliert, in dem die Autohersteller ihre Elektrofahrzeuge zuerst präsentieren und verkaufen. Nach den ersten Pkw mit relativ begrenzter Reichweite kündigen die Hersteller nun SUV-Modelle mit besseren Batterien und damit größerer Reichweite an. Die Reichweite der Fahrzeuge, die 2019 zugelassen werden, sollte im Schnitt bei 400 Kilometer liegen. Im September war fast die Hälfte aller verkauften Autos ein Elektroauto.

Die Regierung will der Förderagentur Enova im kommenden Staatshaushalt 344 Millionen NOK zur Verfügung stellen. Die Mittel sollen auch für die Förderung emissionsfreier Fahrzeuge verwendet werden. Dem Verband Elbilforening reicht dieses Engagement aber nicht aus. „Mit Enovas erhöhtem Budget müssen mindestens 1.000 neue Universal-Schnellladegeräte für jährliche und nationale Elektro-Car-Programme für sanierte Wohnungsunternehmen zur Verfügung stehen“, sagte Generalsekretärin Christina Bu.

Es sei großartig, dass die Regierung jetzt plane, das heutige Unterstützungssystem zu ändern, um die Geschwindigkeit der Entwicklung von Schnellladegeräten in den Regionen zu erhöhen. Das heutige Fördersystem für die Entwicklung von Schnellladegeräten funktioniere nicht wie erforderlich und habe nicht zu der Entwicklungsrate beigetragen, die Norwegen brauche, so Bu weiter. Gleichzeitig sei es dringend notwendig, eine nationalen Subventionsregelung für Gemeinschafts- und Wohnungsgenossenschaften zu erarbeiten. In den großen Städten lebe die Mehrheit der Menschen  in Mehrfamilienhäusern, und diese müssten auch auf Elektroautos umsteigen dürfen, sagte Bu.

Der Verband fordert, dass im neuen Staatshaushalt  250 Millionen NOK für die Unterstützung von Wohnungsgenossenschaften zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. 1.000 neue Schnellladegeräte müssten insgesamt pro Jahr entstehen.

In den letzten 12 Monaten seien nur 500 Schnellladegeräte gebaut worden, die Hälfte davon für Tesla. Der Verband fordert ein Schnellladegerät pro 100 Elektroautos – jetzt sind es 120. Nur 211 von 422 Gemeinden haben eine schnelle Lademöglichkeit.

Vorbestellungen für Elektroautos 2019 nach Modellen (Quelle NRK):

  1. Tesla Model 3: 10.000
  2. Audi e-tron: 6.300
  3. Hyundai Kona: 6.000
  4. Kia Niro Electro: 5.900
  5. Nissan Leaf: 3.000 Restliche (da Auslieferungen schon laufen)
  6. Jaguar -Pace: 3.000 Restliche (da Auslieferungen schon laufen)
  7. Porsche Taycan: 2.300
  8. Mercedes EQC: 2.200
  9. DS Crossback E-Tense: 1.350
  10. BMW iX3: 1.000

Am Bestand aller Fahrzeuge in Norwegen haben Elektroautos nach Angaben der Statistikbehörde SSB einen Anteil von über fünf Prozent. Der Verband geht davon aus, dass 2025 mehr als eine Million Elektroautos in Norwegen fahren.

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