Gazprom-Einstieg bei OMV (Norge) vom Tisch

Rainer Seele and Alexey Miller unterzeichnen ein Basic Agreement in Anwesenheit des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz und Russlands Präsident Wladimir Putin. Damit wird es keinen ursprünglich geplanten Tausch von Anteile geben.©TASS
Rainer Seele and Alexey Miller unterzeichnen ein Basic Agreement in Anwesenheit des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz und Russlands Präsident Wladimir Putin. Damit wird Gazrpom nicht wie ursprünglich geplant bei OMV (Norge) einsteigen.©TASS

St. Petersburg 3. Oktober 2018. Der Einstieg des russischen Gaskonzerns Gazprom bei der Tochter des österreichischen Energieunternehmens OMV, OMV (Norge), ist vom Tisch. Gazprom und OMV hatten 2016 vereinbart, dass die OMV knapp 25 Prozent an den Blöcken IV und V des Gasfeldes Urengoi in Sibirien erhält und Gazprom sich im Gegenzug mit 38,5 Prozent an der norwegischen OMV-Tochter OMV (Norge) beteiligt. Jetzt unterzeichneten beide Unternehmen ein „Basic Sale Agreement“, das einen möglichen Erwerb einer 24,98-prozentigen Beteiligung an den Blöcken IV und V der Achimov-Formation des Urengoi-Erdgas- und Kondensatfelds durch OMV nicht mehr auf der Basis eines Anteilstausches, sondern für eine direkte Zahlung vorsieht. Der Kaufpreis sei in guter Absicht zu verhandeln, teilt die OMV mit.

„Das ‘Basic Sale Agreement‘ ersetzt das am 14. Dezember 2016 zwischen OMV und Gazprom abgeschlossene „Basic Agreement“, das einen potenziellen Asset Tausch der zuvor genannten Beteiligung gegen eine 38,5-Prozent-Beteiligung der Gazprom an der OMV (NORGE) AS vorsah“, teilt der Konzern mit. Eine Begründung, warum das Vorhaben nicht weiter verfolgt wird, wurde nicht gegeben. Auf Anfrage von BusinessPortal Norwegen, ob es Gespräche mit norwegischen Behörden gab, die die OMV bewogen haben, von ihrem ursprünglichen Vorhaben abzusehen, erklärte die OMV, dass grundsätzlich keine Verhandlungsdetails kommentiert werden. Man sei mit Gazprom übereingekommen, die Transaktion auf dem nun eingeschlagenen Weg abzuwickeln, um an diesem wichtigen Projekt so rasch wie möglich zu arbeiten.

Wie Ingvil Smines Tybring-Gjedde, Staatssekretärin im norwegischen Ministerium für Petroleum und Energie, gegenüber BusinessPortal Norwegen Mitte September erklärte, hatte die OMV bis zu diesem Zeitpunkt keinen Antrag auf eine Genehmigung zum Einstieg von Gazprom bei OMV (Norge) eingereicht.

Neben dem Basic Agreement unterzeichneten Alexey Miller, Chairman des Gazprom Management Committee und Rainer Seele, OMV-Vorstandsvorsitzender, während des 8. Internationalen Gas Forums in St. Petersburg auch eine Absichtserklärung zur strategischen Kooperation. Das Dokument sieht die Gründung eines gemeinsamen Koordinationskomitees für die Zusammenarbeit im Erdgasbereich vor – sowohl Upstream als auch Downstream, in Wissenschaft und Technologie sowie zur Personalweiterbildung.

Die OMV AG ist Gazproms wichtigster Partner in Österreich. Die Unternehmen arbeiten im Bereich Gasproduktion, Transport und Versorgung zusammen. 2017 erreichte Gazprom einen neuen Gasexport-Rekord mit 9,1 Milliarden Kubikmeter nach Österreich, eine Erhöhung von 50,3 Prozent (3 Milliarden Kubikmeter) gegenüber dem Jahr 2016.

OMV (Norge) wurde 2006 gegründet. Heute besitzt das Unternehmen eine Reihe von Lizenzen auf dem norwegischen Kontinentalschelf, einige davon als Betriebsführer. Die heutige Produktion von OMV (Norwegen) AS kommt aus den Feldern Gullfaks, Gudrun und Edvard Grieg in der Nordsee. Weiter ist das Unternehmen an der Feldentwicklung von Aasta Hansteen in der Norwegischen See beteiligt und fungiert als Operator der Wisting-Entdeckung in der Barentssee.

 

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Norwegens Gemeinschaftsstand zur SMM 2018©BPN Featured

Elektrisch, autonom und zukunftssicher