Nel ASA am Betrieb des ersten wasserstoffbetriebenen Zuges in Deutschland beteiligt

Weltpremiere: „Coradia iLint“ ist der erste wasserstoffbetriebene Zug im Einsatz. Das norwegische Unternehmen Nel ASA war an dem Projekt beteiligt. @René Frampe
Weltpremiere: „Coradia iLint“ ist der erste wasserstoffbetriebene Zug im Einsatz. Das norwegische Unternehmen Nel ASA ist an dem Projekt beteiligt @René Frampe

Oslo, 2. Oktober 2018. Europas größter Schienenfahrzeugbauer Alstom aus Salzgitter hat Ende September den ersten wasserstoffbetriebenen Zug auf die Schienen geschickt. Der norwegische Hydrogen-Spezialist Nel ASA gehört zum H2-Konsortium Westküste in Deutschland, das Alstom als Partner für die Wasserstofflösung ausgewählt hat. Das Konsortium lieferte einen 20-MW-Elektrolyseur für den ersten Zug und die zugehörige Betankungsanlage mit ausreichender Kapazität, um eine komplette Flotte von Wasserstoffzügen zu betanken.

Der von Alstom im niedersächsischen Salzgitter gebaute „Coradia iLint“ hat Brennstoffzellen an Bord, die Wasserstoff und Sauerstoff in Strom umwandeln und damit den Schadstoffausstoß auf Null reduzieren. Sie ersetzen bisherige Dieselwagen. Seit dem 17. September sind zwei Züge im Testbetrieb mit Fahrgästen unterwegs,  jetzt werden sie im regulär im öffentlichen Linienverkehr eingesetzt.

Die Züge erreichen eine Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometer. Sie werden im Auftrag der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, LNVG, auf einer knapp 100 Kilometer langen Strecke zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude unterwegs sein. Betankt werden die neuen Züge über eine mobilen Tankstelle. Aus einem neben den Gleisen im Bahnhof Bremervörde stehenden, 40 Fuß großen Stahlcontainer wird der gasförmige Wasserstoff in die Züge gepumpt. Dank einer Reichweite von 1000 Kilometern können sie mit nur einer Tankfüllung einen ganzen Tag lang im Netz fahren. Pläne für eine ortsfeste Wasserstoff-Tankstelle auf dem Betriebsgelände der evb gibt es bereits. Sie soll 2021 in Betrieb gehen, wenn Alstom weitere 14 Wasserstoffzüge an die LNVG ausliefert.

Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann, dessen Ressort den Kauf  von weiteren 14 Wasserstoffzügen durch die LNVG mit über 81 MillionenEuro unterstützt, erklärt: „Zusammen mit Alstom und der evb leistet das Land mit dem heute startenden Probebetrieb echte Pionierarbeit im Nahverkehr. Die emissionsfreie Antriebstechnologie des Coradia iLint bietet eine klimafreundliche Alternative zu konventionellen Dieselzügen, gerade auf nichtelektrifizierten Strecken. Wenn es gelingt, die Einsatztauglichkeit der Brennstoffzellen-Technologie im täglichen Betrieb nachzuweisen, werden wir die Weichen dafür stellen, dass der Schienenverkehr in Zukunft weitestgehend klimafreundlich und emissionsfrei betrieben werden kann.“

Der Bund hat für die Entwicklung und Erprobung der neuen Antriebstechnologie in Niedersachsen  Fördergelder aus dem Nationalen Innovationsprogramm für Wasserstoff und Brennstoffzellen-Technologie bereitgestellt.

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