LetterOne und BASF vereinbaren Fusion zu Wintershall DEA

©Wintershall
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Kassel, 27. September 2018. BASF und LetterOne haben heute eine verbindliche Vereinbarung zum Zusammenschluss ihrer Öl- und Gasgeschäfte unterzeichnet. Die Wintershall Holding GmbH in Kassel und die DEA (Deutsche Erdöl Aktiengesellschaft) in Hamburg werden zu Wintershall DEA. Damit entsteht eines der größten unabhängigen europäischen Gas- und Ölunternehmen mit Aktivitäten in zwölf Ländern in Europa, Lateinamerika, Nordafrika und dem Nahen Osten.

Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2019 erwartet. Bis zu diesem Zeitpunkt werden Wintershall und DEA als voneinander unabhängige Unternehmen weitergeführt. Als weiterer Entwicklungsschritt ist der Börsengang geplant. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem üblichen Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.

„Mit der Verbindung von Wintershall und DEA setzen wir auf strategisches Wachstum und Synergien. Mit mehr eigenoperierten Projekten, stabilen, langfristigen Partnerschaften und einem optimierten Portfolio wird Wintershall DEA als Gemeinschaftsunternehmen im internationalen Markt punkten“, erklärt Wintershall-Vorstandsvorsitzender Mario Mehren. „Eines ist klar: Wintershall und DEA sind zwei deutsche Traditionsunternehmen, die sehr gut zueinander passen – die beiden Unternehmen ergänzen sich mit Blick auf Strategie, Geschäftsfelder und internationale Standorte. Ich bin überzeugt, Wintershall DEA wird das deutsche Traditionsunternehmen für Öl und Gas und der führende unabhängige europäische Produzent“, so Mehren.

Mehren wurde als Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer (CEO) von Wintershall DEA bestimmt.Die heutige DEA-Geschäftsführerin der DEA, Maria Moræus Hanssen, wird den Posten als Vice President des neuen großen Unternehmens übernehmen. Vorstandsmitglieder sollen Thilo Wieland, Vorstandsmitglied Wintershall, und Hugo Dijkgraaf, Geschäftsführer Wintershall Norge, werden. Der gemeinsame Unternehmenssitz von Wintershall DEA wird in Hamburg und Kassel sein.

Die Pro-Forma-Förderung des gemeinsamen Unternehmens betrug nach Angaben von LetterOne 2017 circa 575.000 Barrel Öläquivalent (BOE) pro Tag, wovon etwa 70 Prozent auf Erdgas entfielen. Es werde erwartet, dass die Produktion bei Umsetzung des Businessplans auf 750.000 bis 800.000 BOE pro Tag ab dem Jahr 2020 steigt.

2017 hätten die kombinierten Geschäftsaktivitäten einen Umsatz in Höhe von 4,7 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 2,8 Milliarden Euro erzielt. Basierend auf den kombinierten nachgewiesenen Reserven von fast 2,2 Milliarden BOE Ende 2017 würde sich das Verhältnis von Reserven zu Produktion des gemeinsamen Unternehmens auf etwa zehn Jahre belaufen.

Das kombinierte Portfolio und die Größe von Wintershall DEA würden erhebliches Potenzial für ein nachhaltiges und langfristiges Wachstum bieten. LetterOne und BASF erwarten, dass Synergieeffekte in der Größenordnung von mindestens 200 Millionen Euro pro Jahr möglich sind.

BASF werde zunächst mit 67 Prozent und LetterOne mit 33 Prozent an Wintershall DEA beteiligt sein. Hierbei sei das Gastransportgeschäft der Wintershall nicht berücksichtigt. Bei Abschluss der Transaktion werde Wintershall DEA jedoch Vorzugsaktien an BASF ausgeben, die dem Wert des Gastransportgeschäfts von Wintershall entsprechen. Vor dem Börsengang, aber nicht später als 36 Monate nach Abschluss der Transaktion sollen diese Vorzugsaktien in zusätzliche Stammaktien der Wintershall DEA für BASF umgewandelt werden.

Sowohl Wintershall als auch DEA sind in Norwegen mit Tochtergesellschaften vertreten. Wintershall ist im Besitz von etwa 50 Lizenzen, davon die Hälfte als Betriebsführer. Die Öl- und Gasfelder Brage Vega und Maria sind bereits in Betrieb, das Nova-Feld befindet sich in der Entwicklungsphase. Die Tagesproduktion beläuft sich auf  etwa 100,000 Barrel Ölequivalent. Für die Zeit zwischen 2017 und 2020 hat Wintershall Investitionen in Norwegen in Höhe von 18 Milliarden NOK angekündigt.

DEA Norway hat Anteile an 54 Lizenzen auf dem norwegischen Kontinentalschelf. In drei davon ist das Unternehmen als Betreiber tätig. Im Dvalin-Feld (früher Zidane) wurden 2010 und 2012 erneut Entdeckungen gemacht. DEA Norwegen lieferte einen Produktions- und Entwicklungsplan für Dvalin im Oktober 2016. Dies ist das erste Feldentwicklungsprojekt der DEA Norwegen als Betreiber.

Das Unternehmen ist an mehreren produzierenden Feldern beteiligt; Snorre, Snøhvit, Ostjordanland, Tordis, Vigdis, Knarr, Gjøa, Njord, Hyme und Skarv. Die tägliche Produktionsrate beträgt ca. 55.000 Barrel pro Tag.DEA Norwegen ist seit über 40 Jahren auf dem Norwegischen Kontinentalschelf vertreten.

Im vergangenen Jahr waren Wintershall und DEA gemessen am Produktionsvolumen die zwölft- und vierzehntgrößten Unternehmen auf dem norwegischen Kontinentalschelf. Zusammen wären sie auf dem norwegischen Kontinentalschelf das siebtgrößte Unternehmen mit einer höheren Produktion als beispielsweise Lundin, Eni und Conoco Phillips.

Wintershall, mit Hauptsitz in Kassel, konzentriert sich weltweit auf die Exploration und Produktion in öl- und gasreichen Regionen in Europa, Russland, Südamerika, Nordafrika und im Nahen Osten. Gemeinsam mit Gazprom ist Wintershall auch im Transport von Erdgas in Europa aktiv. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 2.000 Mitarbeiter und ist Deutschlands größter international tätiger Erdöl- und Erdgasproduzent. Die Rohöl- und Erdgasproduktion von Wintershall betrug im Jahr 2017 durchschnittlich 450.000 Barrel Öläquivalent (BOE) pro Tag. Die 1P-Reserven lagen zum Jahresende bei 1,67 Milliarden BOE.

DEA Deutsche Erdoel AG ist eine international tätige Explorations- und Produktionsgesellschaft für Erdöl und Erdgas mit Sitz in Hamburg. Die DEA Deutsche Erdoel AG verfügt über 119 Jahre Erfahrung als Betriebsführer und Projektpartner entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Upstream-Geschäfts. DEA ist mit ihren rund 1.150 Beschäftigten an Förderanlagen und ‑konzessionen u. a. in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Ägypten, Algerien und Mexiko beteiligt. Die Rohöl- und Erdgasproduktion der DEA betrug im Jahr 2017 durchschnittlich 125.000 Barrel Öläquivalent (BOE) pro Tag. Zum Jahresende beliefen sich DEAs 1P‑Reserven auf 508 Millionen BOE und 2P‑Reserven auf 698 Millionen BOE.

L1 Energy ist eine Tochtergesellschaft von LetterOne und investiert in der Öl- und Gasförderung. LetterOne wurde 2013 gegründet und ist ein in Luxemburg ansässiges internationales Investmentunternehmen. LetterOne erwirbt und baut Anlageobjekte auf, die in der Folge zu Plattformen für langfristiges und nachhaltiges Wachstum ausgebaut werden. Das Unternehmen investiert über seine Sparten L1 Energy, L1 Technology, L1 Health und L1 Retail.

 

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