Norwegen erhöht Leitzins auf 0,75 Prozent

Oslo, 20. September 2018. Der Vorstand der norwegischen Zentralbank Norges Bank hat beschlossen, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent zu erhöhen. Damit leitet die Bank eine Zinswende ein. Erstmals seit sieben Jahren wird der für alle Kreditgeschäfte in Norwegen maßgebliche Zinssatz erhöht. Für die kommenden Jahre kündigt die Bank weitere allmähliche Zinserhöhung an.

Als Begründung für diesen Schritt nennen die Währungshüter die Fortsetzung des Aufschwung der norwegischen Wirtschaft. Die Kapazitätsreserven verringerten sich allmählich, und die Kapazitätsauslastung scheine jetzt nahe an einem normalen Niveau zu liegen, heißt es in einer Mitteilung. Die zugrunde liegende Inflation liege nahe am Inflationsziel von zwei Prozent.

Wenn der Leitzins zu lange auf dem aktuellen Niveau gehalten werde, könnten sich die Preis- und Lohninflation beschleunigen und die finanziellen Ungleichgewichte weiter steigen, argumentiert die Bank. Das würde das Risiko eines starken Konjunkturabschwungs weiter erhöhen.

Der Zinsausblick habe sich gegenüber dem geldpolitischen Bericht vom Juni 2018 kaum verändert. Bei einem allmählichen Anstieg der Zinssätze werde die Inflation in den nächsten Jahren nahe bei der Zielmarke liegen, während gleichzeitig die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt.

„Die aktuelle Einschätzung des Vorstandes hinsichtlich des Ausblicks und des Risikosaldos deutet darauf hin, dass der Leitzins im Jahr 2019 voraussichtlich weiter erhöht wird“, sagte Gouverneur Øystein Olsen.

Der antizyklische Kapitalpuffer dagegen bleibt unverändert bei zwei Prozent.

Die Verschuldung der privaten Haushalte steige weiter schneller als das Einkommen, aber das Schuldenwachstum habe sich im vergangenen Jahr etwas verlangsamt. Die Hauspreisinflation sei in den letzten Monaten nach einer Erholung vom Preisrückgang im Jahr 2017 niedrig. Mit Blick auf die Zukunft dürften die allmählich steigenden Zinsen, die Baufertigstellung und das niedrige Bevölkerungswachstum die Inflation der Immobilienpreise dämpfen, so die Zentralbank in ihrer Mitteilung. Der deutliche Anstieg der gewerblichen Immobilienpreise in den letzten Jahren habe das Risiko eines deutlichen Preisverfalls weiter erhöht.“Unsere Gesamteinschätzung der finanziellen Ungleichgewichte hat sich seit dem zweiten Quartal kaum verändert“, sagt Gouverneur Øystein Olsen.

Im Einklang mit der Empfehlung der Norges Bank hat das Finanzministerium beschlossen, den Kapitalpuffer unverändert bei zwei Prozent zu belassen.

Wie das Statistische Amt Norwegens mitteilt, befinde sich die norwegische Wirtschaft seit rund anderthalb Jahren in einem moderaten zyklischen Aufschwung. Nach vorläufigen saisonbereinigten Zahlen der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen betrug das durchschnittliche BIP-Wachstum des norwegischen Festlands in den letzten sieben Quartalen 0,6 Prozent.

Finden Sie hier den Economic Survey 3/2018 der Statistikbehörde SSB.

Finden Sie hier den Monetary Policy Report 2018. der Norges Bank.

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Norwegens Gemeinschaftsstand zur SMM 2018©BPN Featured

Elektrisch, autonom und zukunftssicher