U-Boot-Projekt: Kooperation bei Beschaffung und Wartung konkretisiert

Unterzeichnung zu Zusammenarbeit bei Beschaffung und Wartung beim U-Boot-Bau©
Unterzeichnung zu Zusammenarbeit bei Beschaffung und Wartung beim U-Boot-Bau©Forsvarsmateriell

Oslo, 4. September 2018. Norwegen und Deutschland haben Anfang September eine umfassende Vereinbarung über die industrielle Zusammenarbeit beim U-Boot-Bau unterzeichnet. Anfang 2017 hatten sich die Regierungen beider Länder für eine strategische Zusammenarbeit im U-Boot-Bereich entschieden. Es sollen sechs identische U-Boote gebaut werden, zwei für Deutschland und vier für Norwegen. Jetzt wurde mit dem Abkommen die Zusammenarbeit in zwei Bereichen im Detail regelt: gemeinsame Beschaffung und gemeinsame Wartung der identischen U-Boote.

Die Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Defence Materials und der Bundesanstalt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) sei eine weitere Konkretisierung der deutsch-norwegischen Verteidigungskooperation und einer Fortführung des MoU, der im Februar 2017 unterzeichnet wurde, teilt das norwegische Amt für Verteidigungsmaterial, Forsvarsmateriell, mit.

Durch die Vereinbarung sei Deutschland verpflichtet, Teile der geplanten Wartungsarbeiten an einem der U-Boote in Norwegen durchzuführen. Eine entsprechende Betriebsorganisation werde von beiden Nationen betrieben. In Haakonsvern soll hierfür eine neuen Wartungseinrichtung errichtet werden.

Forsvarsmateriell in Norwegen und BAAINBw in Deutschland befänden sich in einem anspruchsvollen Geschäftsprozess mit dem Zulieferer Thyssenkrupp Marine Systems (tkMS). Ein ausgereiftes und ausgehandeltes Angebot werde von tkMS bis zum 31. Oktober 2018 erwartet. 2019 soll der Vertrag unterzeichnet werden.

Die Inbetriebnahme der neuen U-Boote ist in der Zeit von Mitte 2020 bis 2030 geplant. Der Auftrag für die vier neuen norwegischen U-Boote hat einen Kostenrahmen von knapp über 42 Milliarden NOK (2018), einschließlich Mehrwertsteuer und weiterer Kosten.

Das norwegische Parlament Storting hatte verlangt, dass die industrielle Zusammenarbeit beim U-Boot-Projekt dem Wert des Vertrags entsprechen und der Technologietransfer vor dem Abschluss des Vertrags sichergestellt sein muss.

Wie das “Tekniks Ukeblad” schreibt, habe Torbjørn Svensgård, Geschäftsführer des norwegischen Verbandes der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie (FSI) daran erinnert, dass dies während der deutsch-norwegischen Kooperation beim Bau der Ula-U-Boote in den 1980er und 1990er Jahren nicht geschehen ist. Damals habe Norwegen einen Vertrag über den Kauf von U-Booten ohne ein verbindliches Abkommen über die industrielle Zusammenarbeit geschlossen. Svensgård zufolge wurden weder erwartete wirtschaftliche Gewinne noch andere positive Effekte der Kooperation wie vorgesehen realisiert.

„Die Situation, die Norwegen durch die damalige Übernahme von Unternehmen geschaffen hatte, war ein schlechter Ausgangspunkt für Verhandlungen. Jetzt müssen wir uns darum kümmern, die Dinge in der richtigen Reihenfolge zu tun, mit vertraglichen Verpflichtungen, bevor wir einen U-Boot-Liefervertrag abschließen. Aber wir haben einen guten Dialog mit den Behörden, und ich habe allen Grund zu der Annahme, dass das Verteidigungsministerium dies gut befolgt“, zitiert Tekniks Ukeblad den Verbandschef.

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