Wintershall: Norwegen mit Schlüsselrolle für künftige Energieversorgung für Europa

Kronprinz Haakon beim Rundgang auf der größten Energiemesse Norwegens, der ONS, im Gespräch mit Wintershall-Vorstand Mario Mehren (links)© Wintershall/Thor Oliversen
Kronprinz Haakon und Norwegens EnergieministerTerje Søviknes beim Rundgang auf der größten Energiemesse Norwegens, der ONS, im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden von Wintershall-, Mario Mehren (links)© Wintershall/Thor Oliversen

Stavanger, 28. August 2018. Europa sei gut beraten, in die Zusammenarbeit mit verlässlichen und bewährten Lieferländern zu investieren, um die künftige Energieversorgung zu sichern. Das erklärte Mario Mehren, Vorstandsvorsitzender der Wintershall, heute auf der Wintershall-Pressekonferenz zur Energiemesse ONS 2018  in Stavanger. „Europa muss sich auf seine Stärken besinnen und die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen geschlossen angehen. Nur durch enge Kooperation mit unseren Nachbarn können wir die Versorgungssicherheit heute und künftig gewährleisten“, sagte Mehren. Dabei komme vor allem Norwegen und Russland als langjährigen zuverlässigen Energiepartnern der EU eine Schlüsselrolle zu. „Beide Länder sind die entscheidenden Energiepartner der Europäischen Union und werden es auch bleiben“, so Mehren weiter.

Großes Entwicklungspotenzial in Norwegen

Wintershall setzt deswegen auf Wachstum in Norwegen und plant von 2017 bis 2020 Investitionen von rund zwei Milliarden Euro in die Exploration und Entwicklung ihrer Felder auf dem Norwegischen Kontinentalschelf. Über ein Drittel des weltweiten Explorationsbudgets von Wintershall wird in Norwegen eingesetzt. „Unsere Projektpipeline ist gut gefüllt. Schon heute hat Wintershall über 50 Lizenzen in Norwegen. Wir glauben an das Potenzial des norwegischen Schelfs. Hier sehen wir auch langfristig einen unserer Produktionsschwerpunkte“, erklärte auf der Pressekonferenz Martin Bachmann, im Wintershall-Vorstand zuständig für Exploration und Produktion Europa und Middle East.

Diese Strategie unterscheide Wintershall von vielen großen Wettbewerbern in Norwegen, teilt das Unternehmen mit.  „Wintershall hat konsequent weiter in Norwegen investiert“, sagte Bachmann. „Und mehr noch: Wir wollen in Norwegen wachsen. Allein für 2019 planen wir vier neue Explorationsbohrungen. Die Ausführungsphase im Nova-Projekt hat bereits im Frühsommer begonnen und auch die Planungen für eine mögliche Entwicklung unseres Balderbrå-Funds gehen voran. Eine erneute Steigerung unseres Produktionsvolumens erwarten wir mit dem Förderstart von Aasta Hansteen noch vor Jahresende.“

Nova: Wintershall baut Unterwasserexpertise weiter aus

„Bei der Entwicklung unserer Projekte setzen wir auf innovative technische Lösungen und smartes Projektmanagement“, erläuterte Hugo Dijkgraaf, Managing Director von Wintershall Norge. „So bleiben wir auch bei volatilen Preisen profitabel.“ Wintershall plant die Erschließung des Nova-Feldes, für das im Mai dieses Jahres der Entwicklungsplan eingereicht wurde, mit zwei Unterwasserförderanlagen. Diese Unterwasserproduktionssysteme sollen durch Pipelines an die bereits vorhandene Infrastruktur der benachbarten Plattform Gjøa angebunden werden. Die vorhandene Infrastruktur zu nutzen, statt neue zu bauen spare Zeit, Kosten und schone die Umwelt, so Dijkgraaf.  Dieser Ansatz sei technologisch, ökologisch und ökonomisch beispielhaft.

Für die Entwicklung von Nova rechnen Wintershall und ihre Partner mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro. Die förderbaren Reserven aus dem Feld liegen bei schätzungsweise rund 80 Millionen Barrel Öläquivalent.

Wintershall DEA: Einer der größten Produzenten in Norwegen

Nach Abschluss des beabsichtigten Zusammenschlusses von Wintershall und DEA, einer Tochtergesellschaft von LetterOne, würde das neue Unternehmen Wintershall DEA zu den Top 5 der Öl- und Gasproduzenten in Norwegen gehören. „Wintershall und DEA sind bereits seit Jahren fest auf dem Norwegischen Schelf verankert. Für Wintershall DEA würde Norwegen eine noch wichtigere Wachstumsregion und – nach Russland – der mit Abstand größte Produktionsstandort. Mit über 100 Lizenzen und Anteilen an 20 produzierenden Feldern könnten wir unsere gemeinsame Produktion in Norwegen in naher Zukunft auf über 200.000 Barrel Öläquivalent pro Tag erhöhen“, sagte Mehren. „Binnen eines Jahrzehnts sind wir von einem kleinen Projektbüro zu einem der bedeutendsten E&P-Unternehmen in Norwegen gewachsen.“

Zu dieser Erfolgsgeschichte hätten auch die norwegischen Entscheidungsträger in der Energiepolitik beigetragen. Mehren zeigte sich überzeugt, dass das Norwegische Kontinentalschelf eine Zukunft hat – aber das sei kein Selbstläufer. Es müsse weiter investiert werden..

„Europa muss seine Trümpfe ausspielen“

Die stabilen und verlässlichen Energiepartnerschaften mit Norwegen und Russland würden in Zukunft noch wichtiger für Europa. „Nehmen wir zum Beispiel Gas. Die Nachfrage in der EU steigt, die Eigenproduktion sinkt – das bedeutet unterm Strich: Der Importbedarf nimmt zu. So wird die EU im Jahr 2030 rund 400 Milliarden Kubikmeter Erdgas importieren müssen“, erklärte Mehren. „Um diesen steigenden Importbedarf zu decken, brauchen wir vor allem verlässliche Partner in Pipelinedistanz. So schafft etwa Nord Stream 2 nach Fertigstellung zusätzliche Kapazitäten in Höhe von 55 Milliarden Kubikmetern Erdgas. Das ist Erdgas, das Europa braucht“, erläuterte der Wintershall-Vorstandsvorsitzende. Erdgas leiste zudem einen wesentlichen Beitrag für Deutschlands und Europas Energiewende und die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Ohne Erdgas als dem klimafreundlichsten fossilen Energieträger könne die EU ihre Klimaziele nicht erreichen. „Europa hat den Vorteil, die geographische Nähe und die direkte Anbindung an die großen Energievorkommen in Norwegen und Russland per Pipeline nutzen zu können“, so Mehren. „Unsere eingespielten und verlässlichen Partnerschaften vor allem mit diesen beiden Ländern sind essentiell für die Erreichung der Klimaziele. Diese Trümpfe muss Europa ausspielen.“

Wintershall-Mitarbeiter May Britt Tvergrov, Kristin Hidle Vinje und Peter Schwarz mit der Auszeichnung "Best Stand Award" der ONS.©Wintershall
Wintershall-Mitarbeiter May Britt Tvergrov, Kristin Hidle Vinje und Peter Schwarz mit der Auszeichnung „Best Stand Award“ der ONS.©Wintershall

Der Stand von Wintershall wurde aus der ONS als die beste Ausstellung der Mess über 50 Quadratmeter ausgezeichnet. Als Begründung der Jury heißt es: „Ein offener und einladender Raum, der Geschäft und Vergnügen miteinander verbindet. Gut gestaltet mit einer kreativen Verwendung von Materialien, einschließlich eines grünen Dachs. Darüber hinaus ist die Ausstellung Ausgangspunkt von Führungen zu den  Projektpartnern von Wintershall „.

Wintershall Norge AS ist einer der größten Erdöl- und Erdgasproduzenten in Norwegen mit einer Tagesproduktion von rund 100.000 Barrel Öläquivalenten. Das Unternehmen besitzt etwa 50 Lizenzen auf dem norwegischen Kontinentalschelf, über die Hälfte davon als Betriebsführer. 2017 wurde das Feld Maria als erste Entwicklung von Wintershall in Betriebsführerschaft auf dem Kontinentalschelf in die Produktion überführt. Das nächste geplante Projekt ist Nova (ehemals Skarfjell).

 

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