Schwebender Autotunnel als Fjordüberquerung vom Tisch

Das Foto vom schwebenden Tunnel begeisterte die Weltpresse. Nun ist entschieden: Das Projekt wird nicht realisiert.©Statens Vegvesen
Das Foto vom schwebenden Tunnel begeisterte die Weltpresse. Nun ist entschieden: Das Projekt wird nicht realisiert.©Statens Vegvesen

Arendal, 15. August 2018. Der schwebende Autotunnel, den die norwegische Behörde Statens Vegvesen als eine von vier möglichen Variante zur Überquerung des Bjørnafjords in Betracht gezogen hatte, ist vom Tisch. Zu einer Präsentation auf der Arendalsuka erklärte Projektleiterin Kjersti Kvalheim Dunham gegenüber BusinessPortal Norwegen: “Der schwebende Autotunnel ist durchaus machbar, aber er ist nach Prüfung aller Vorschläge nicht die beste Variante zur Überquerung des Bjørnafjords. Er müsste weit in das Land hinein geführt werden, und das ist nicht sinnvoll.”

Die staatliche Straßenbehörde Statens Vegvesen war mit einem großen Stand auf der Arendalsuka vertreten.©BPN
Die staatliche Straßenbehörde Statens Vegvesen war mit einem großen Stand auf der Arendalsuka vertreten.©BPN

Während der Arendalsuka, Norwegens größtem Treffpunkt von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, stellte die norwegische Straßenbehörde Statens Vegvesen in einer öffentlichen Debatte den aktuellen Stand des Projektes „Ferjefri E39“ vor. In den kommenden Jahren soll die 1.100 Kilometer lange Küstenstraße von Kristiansand nach Trondheim ohne Unterbrechung durch Fährfahrten befahrbar sein. Ferjefri E39 beinhaltet sowohl Umbauarbeiten auf dem Land als auch sieben verschiedene Fjordüberquerungen mit zehn verschiedenen Strukturen (Brücken und Tunnel), die die bisherigen Fähren ersetzen sollen.

Etwa zehn Prozent der Strecke sei bereits abgeschlossen, unter anderem durch Bergen, Grodås-Volda, Hove südlich von Stavanger und durch Klett in Trondelag. Neue Straßen sind in Arbeit auf der Strecke Kristiansand-Mandal. Einige der Fjordüberquerungen sind ebenfalls über die Planungsphase hinaus. „Ryfast ist bald fertig, nun wollen wir die Verträge für den Bjørnafjorden abschließen. Dies ist Norwegens größtes Transportprojekt. Rogfast wird der längste und tiefste Unterwassertunnel der Welt sein! Am Bjørnafjorden werden wir die längsten schwimmenden Brücke der Welt bekommen“, sagte sie.

Die staatliche Straßenbehörde Statens Vegvesen war mit einem großen Stand auf der Arendalsuka vertreten.©BPN
Die staatliche Straßenbehörde Statens Vegvesen war mit einem großen Stand auf der Arendalsuka vertreten.©BPN

Für die Überquerung des Bjørnafjords sind jetzt noch zwei Varianten (schwimmende Autobrücken) im Gespräch. Ende Juni dieses Jahres hatte Statens Vegvesen zu einer Ausschreibungskonferenz zur konzeptionellen Erkundung des Bjørnafjords in Norwegen eingeladen. Consultingunternehmen sind jetzt aufgefordert, die Machbarkeit dieser schwimmenden Brücken zu bewerten. Statens Vegvesen hat einen Wettbewerb für parallele konzeptionelle Untersuchungen gestartet. Beratungsfirmen haben bis zum 10. September Zeit, ihr Angebot einzureichen. Die NPRA wählt zwei Beratungsfirmen aus, die ein Urteil darüber abgeben sollen, welche schwimmende Brücken die beste Wahl ist. Mitte 2019 fällt die Entscheidung, welche schwimmende Brücke gebaut wird. 2024 sollen entsprechende Verträge abgeschlossen werden. Voraussetzung ist, dass auch das Storting der vorgeschlagenen Variante zustimmt. Die Unternehmen, die die Konzeptentwicklung und Vorprojekte durchführen, können auch um die Ausführungsverträge konkurrieren.

Das gesamte Projekt des fährenfreien Highways entlang der norwegischen Westküste wird sich stark verzögern. Als das Vorhaben 2013 erstmals vorgestellt wurde, war geplant, es innerhalb von 20 Jahren zu realisieren. Nach mehreren Verschiebungen wird inzwischen kein Zeitpunkt der Fertigstellung mehr genannt. Vor allem spielen die Kosten eine große Rolle,  die weiterhin gekürzt werden sollen. Die Norwegische Straßenverwaltung hält es für möglich, dass sich die Fertigstellung der fährenfreien E39 bis 2050 hinziehen kann.

Kontakt:
Kjersti Kvalheim Dunham, Projektleiterin Ferjefri E39
kjersti.kvalheim.dunham@vegvesen.no

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