Norwegen drängt auf Regelwerk zum Tiefseebergbau

24. Sitzung der International Seabed Authority ©IISD:ENB | Diego Noguera
24. Sitzung der International Seabed Authority unter Vorsitz des Präsidenten Olav Myklebust, Norwegischer Botschafter in Polen ©IISD:ENB | Diego Noguera

Oslo, 7. August 2018. Olav Myklebust, Norwegens Botschafter in Polen und Präsident des Rates der Internationalen Meeresbodenbehörde ISA, drängte bei der 24. Sitzung der Behörde in Kingston, Jamaika, auf die Erstellung internationaler Regeln zum Tiefseebergbau. Die einwöchige Sitzung des ISA Council brachte keine konkreten Ergebnisse. Bis 2020 soll ein „Mining Code“ vorliegen, ein Regelwerk für die umweltverträgliche Ausbeutung von Mangan, Kobalt, Kupfer und anderen Metallen auf dem Meeresboden. Der Rat wird den Entwurf aber erst auf seiner Tagung im Jahr 2019 prüfen.

„Die Welt beobachtet uns jetzt, und der Rat wird vor allem Regeln für die Exploration von Mineralien zu liefern haben“, sagte Myklebust im März bei seinem Amtsantritt. Das sei das wichtigste Thema für die Behörde. Die norwegische Delegation stelle klar fest, dass die Regelungen wesentlich zur Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen sollen.

Die neuen Regelungen würden es Staaten und Unternehmen ermöglichen, Aufträge für die Nutzung von Tiefsee-Mineralien zu erhalten. „Die Exploration solcher Mineralien ist seit einiger Zeit im Gange und in einigen Jahren könnten die Unternehmen bereit sein, sich um Produktionslizenzen zu bewerben. Die internationale Gemeinschaft muss sich darauf vorbereiten, indem sie die neuen Regeln so bald wie möglich verabschiedet“, so Myklebust weiter.

Norwegen ist mit zahlreichen Aktivitäten im Bereich Tiefseebergbau engagiert. Unter anderem realisiert die Technische Hochschule Trondheim NTNU ein Pilotprogramm. Am 10. September findet in Bergen die 47. Underwater Mining Conference zum Thema „Challenges of Going Further and Deeper Advances in Marine Research and Subsea Technology Beyond Oil and Gas“ statt, organisiert vom K.G. Jebsen Centre for Deep Sea Research der Universität Bergen in Zusammenarbeit mit dem  Global Centres for Expertise (GCE) Subsea.

Die Internationale Meeresbodenbehörde wurde im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen zum Management von Bodenschätzen in internationalen Meeresbodengebieten eingerichtet. Der Hauptsitz befindet sich in Kingston, Jamaika. 

Die Internationale Meeresbodenbehörde, die Interoceanmetal Joint Organization (IOM) und das Umweltministerium in Polen veranstalten vom 3. bis 5. September gemeinsam im Umweltministerium in Warschau einen Workshop zu Verarbeitungstechnologien, Metallrückgewinnung und wirtschaftliche Machbarkeit des Tiefseebergbaus.

Finden Sie hier die neue Broschüre der Deepsea Mining Alliance „Our way towards the responsible exploitation of high-tech metals“ von Juli 2018.

Lesen Sie auch das Interview mit Michael Jarowinsky zur deutsch-norwegischen Zusammenarbeit im Tiefseebergbau.

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