Heißes Wetter – Norwegen wird zum Stromimporteur

Norwegen importiert seit vielen Jahren erstmals wieder Strom aus den Nachbarländern.©‚tatnett
Norwegen importiert seit vielen Jahren erstmals wieder Strom aus den Nachbarländern.©‚tatnett

OSLO, 4. Juli 2018. Norwegen importiert in diesem Sommer Energie aus Dänemark und Schweden. Grund für den Einkauf aus den Nachbarländern sei das warme und trockene Frühjahr, das die Wasserkraftreserven des Landes reduziert und die norwegischen Strompreise nach oben getrieben hat, erklärte der norwegische Netzbetreiber Statnett. Es sei das erste Mal seit vielen Jahren, dass Norwegen als Stromimporteur agiere. Normalerweise exportiere das Land zu dieser Jahreszeit überschüssigen Strom.

Der geringere Niederschlag hat seit Januar dazu geführt, dass die Stromproduktion aus Wasserkraft um 22 Terrawattstunden (TWh) zurückgegangen ist. Das entspricht einem jährlichen Verbrauch von 1,1 Millionen Haushalten, etwa die Hälfte der norwegischen Haushalte.

Normalerweise hätten die Reservoirs angesichts des schneereichen Winters gut gefüllt sein müssen. Allerdings, so erklärt Statnett, sei ein Teil des Schnees im Tiefland und nicht auf der Höhe der Wasserreservoirs niedergegangen.

Der größte Teil der importierten Energie kommt aus Dänemark und Schweden, die einen Überschuss an Windenergie hatten.

Obwohl die norwegischen Stauseen Ende Juni mit 61,7 Prozent geringfügig besser gefüllt waren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wird Strom importiert, da der meiste Schnee aufgrund des ungewöhnlich warmen Wetters bereits geschmolzen ist, so dass weniger Wasser in die Stauseen fließt. Warme, trockene Bedingungen haben auch zu mehr Verdunstung geführt. Es werde weiterhin trockenes Wetter erwartet, so dass sich der Wasserhaushalt weiter verschlechtern dürfte, erklärte Statnett.

Im vergangenen Jahr hatten die norwegischen Stauseen einen Rekord-Füllstand von 86,6 Prozent erreicht.

Die niedrigere Wasserstände führen auch dazu, dass Elektrizität für die Verbraucher viel teurer ist, der Import von Strom dagegen billiger wird. Der norwegische Strompreis lag in diesem Sommer bei über 45 Euro pro Megawattstunde und ist damit fast doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Die Tatsache, dass die Möglichkeit bestehe, überschüssige Energie aus den Nachbarländern zu importieren, erlaube es Norwegen, die Energiesysteme der anderen Länder zu nutzen und bei Bedarf norwegische Wasserressourcen einzusparen, erklärte Statnett.

Lesen Sie hier mehr zur Energiesituation in Norwegen (in norwegischer Sprache).

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