Umfrage: Norwegen ist bevorzugtes Gas-Lieferland der Deutschen

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Antworten auf die Frage „Wo soll das Erdgas für Deutschland herkommen?“ in Prozent ©forsa

Washington, 27. Juni 2018.  Deutschland braucht nach Meinung der Bundesbürger mehr Erdgas als Partner der Erneuerbaren: So lassen sich die Ergebnisse einer Umfrage zusammenfassen, die das unabhängige Forschungsinstitut forsa anlässlich der Weltgaskonferenz in Washington im Auftrag von Wintershall und dem Branchenverband Zukunft ERDGAS durchgeführt hat.

Demnach bezweifelt die Mehrheit der Deutschen, dass die Energiewende reibungslos verläuft. Ganze 62 Prozent fürchten Engpässe und Ausfälle. Nur etwa ein Drittel erwartet keine Komplikationen. Bei einer gleichlautenden forsa- Umfrage vor zwei Jahren war das Vertrauen in das Gelingen der Energiewende noch deutlich höher.

Die kritische Sicht der Deutschen wird bestätigt durch den Klimaschutzbericht, den die Bundesregierung in diesem Monat vorgelegt hat. Demnach verfehlt Deutschland deutlich seine Klimaziele für 2020. „Genau davor haben Experten seit Jahren gewarnt“, sagt Thilo Wieland, Mitglied im Vorstand der Wintershall: „Das war ein Scheitern mit Ansage. Ich bin überzeugt, mit Erdgas wäre das nicht passiert. Und das sehen auch die Bürger in

So zeigt sich in der Studie ein klares Bild bei der Frage, was die besten Partnertechnologien für die erneuerbaren Energien sind, damit die Versorgung sicher und bezahlbar bleibt. Für die Mehrheit der Deutschen (54%) ist Erdgas der beste Partner der Erneuerbaren. Als sauberster fossiler Energieträger liegt Gas damit deutlich vor Holz (22%), Erdöl (20%), Kernenergie (17%) und Kohle (14%). Nur weniger als jeder Zehnte glaubt, dass die regenerativen Energien keine Ergänzung brauchen.

Die positive Sicht der Deutschen auf Erdgas zeigt sich auch darin, wie sie die Entwicklung des Erdgasmarkts einschätzen. Drei Viertel der Deutschen sind überzeugt, dass Deutschland künftig mehr oder zumindest unverändert viel Erdgas benötigt. Die hohe Erdgasnachfrage trifft allerdings auf eine rückläufige Eigenproduktion in Deutschland und der EU. So wird die EU im Jahr 2030 mehr als 400 Milliarden Kubikmeter importieren müssen.

Wo soll das Erdgas herkommen, das Deutschland und Europa brauchen? Als verlässlichste Energiepartner betrachten die Deutschen Norwegen (71%), Kanada (52%) und Russland (49%). Nur etwa jeder Fünfte (21%) sieht in den USA derzeit einen verlässlichen Energielieferanten. Hier hat sich der Wert seit Sommer 2015 deutlich verschlechtert: Vor drei Jahren betrachteten noch knapp 40 Prozent die USA als guten Energiepartner.

„Das abnehmende Vertrauen gegenüber den USA hat sicherlich auch politische Gründe – hier haben die öffentlich wahrnehmbaren Differenzen der vergangenen Monate Spuren hinterlassen“, erklärt  Wintershall-Vorstand Wieland und ergänzt: „Natürlich kann es unter Freunden und Verbündeten mal knirschen. Aber faire Marktbedingungen und gegenseitiges Vertrauen sind die Grundvoraussetzung, damit ein globaler Handel Wohlstand und Wachstum schafft. Mit Norwegen und Russland haben die Europäer zwei wichtige bewährte Energiepartner. Aber es wäre für alle Seiten gut, wenn auch die Beziehungen zu den USA wieder auf einen besseren Kurs kämen.“

Die derzeit große Skepsis gegenüber den USA als Energiepartner zeigt sich auch in einer weiteren Frage, die forsa untersucht hat. Direkt gefragt, ob Deutschland und Europa ihren Erdgasbedarf über Russland oder die USA decken sollten, sprechen sich 61 Prozent der Deutschen für Pipelinegas aus Russland aus und nur 13 Prozent für Flüssiggas aus den USA.

An der bundesweiten Erhebung durch das Meinungsforschungsinstitut forsa haben 1.001ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik Deutschland ab 18 Jahren nach einem systematischen Zufallsverfahren teilgenommen. Die Befragung fand Anfang Mai dieses Jahres statt.

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